Neue Gesetzgebung existenzbedrohend für inländische Chipsherstellung

Harter Kampf um Trinkwasser- und Pestizid-Initiative in der Schweiz

Im Juni kommen zwei Vorlagen an die Urne, über die in der Schweiz schon seit Jahren gestritten wird: die Trinkwasser- und die Pestizid-Initiative. Sie stellen Grundsatzfragen zur Landwirtschaft – dabei geht es um viel Geld. Die erste der beiden Vorlagen soll in der Schweiz für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrungsmittel sorgen, wie die Initiant*innen sagen. Der offizielle Titel der Initiative lautet «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz».

Die Vorlage setzt bei den Subventionen an, die der Bund den Landwirt*innen bezahlt: Geld der öffentlichen Hand soll künftig nur noch erhalten, wer ohne Pestizide produziert und sein Vieh mit dem Futter ernähren kann, das auf dem eigenen Betrieb wächst. Auch wer bei der Produktion Antibiotika zur Vorbeuge einsetzt, soll künftig kein Geld mehr erhalten.

Mit diesen Mitteln will die Vorlage dafür sorgen, dass die Belastung des Trinkwassers mit Schadstoffen aus der Landwirtschaft zurückgeht. Die Initiative ist damit eine Kampfansage an die konventionelle Landwirtschaft. Denn im Gemüse- und vor allem im Obstbau gehört der Einsatz von Pestiziden zum Alltag. Und ohne zugekaufte und oft importierte Futtermittel mussten viele Produzentinnen ihre Viehbestände deutlich reduzieren. Konventionelle Produktion wäre auch weiterhin möglich, doch gäbe es dafür nach einem Ja kein Geld vom Bund mehr. Auch könnten weiterhin Nahrungsmittel aus dem Ausland eingeführt werden, die diesen Kriterien nicht entsprechen.

Knappheit bei gewissen Rohstoffen befürchtet
Die neue Gesetzgebung wäre das Aus für die Herstellung schweizer Paprika-Chips. Die Produktion der in der Schweiz benötigten Gewürzmengen sei ohne synthetische Pflanzenschutzmittel unmöglich oder mit hohen Kosten verbunden, begründet der Bund. "Gewisse Rohstoffe, die frei von synthetischen Pestiziden sind, sind auf dem Weltmarkt kaum erhältlich. Nehmen wir als Beispiel Gewürze wie Paprika oder Pfeffer, die als Zutaten für Fertigprodukte wie Chips verwendet werden", heisst es auf der Website des Bundesamtes für Landwirtschaft.

Quelle: 20min / bluewin


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