Corona-Update KW 5:

'Heftigster Einbruch seit Tschernobyl, Neueröffnung in Kressbronn, Verhandlung um Saisonkräfte gestartet'

"Heftigster Einbruch seit der Tschernobyl-Katastrophe"
Für „Matthies und Söhne“ bedeutet Corona den heftigsten Einbruch seit der Tschernobyl-Katastrophe. Obst und Gemüse kommen aber ohne große Verzögerung. Rund ein Drittel der mehr als hundert Mitarbeiter ist in Kurzarbeit, bestätigt das Management gegenüber der Braunschweiger Zeitung.

Frische hat für das Braunschweiger Familienunternehmen oberste Priorität. Seine Ware: Obst und Gemüse aus aller Welt für unsere Region. Verzögerungen auf dem Lieferweg sind da äußerst hinderlich. Doch trotz vorgeschriebener Corona-Tests von LKW-Fahrern bei der Einreise nach Deutschland lägen die Herausforderungen für das Unternehmen derzeit nicht an den deutschen Außengrenzen, sondern in unserer Region, sagt Geschäftsführer Kai-Uwe Matthies.

Weitere Informationen:
https://msfrucht.de/ 

Kressbronn: Neueröffnung in Zeiten des Lockdowns
Stefanie Raaf hat Mitte Januar in Kressbronn den Laden „Frucht und Genuss am See“ eröffnet. Über die Beweggründe, mitten im Lockdown ein Geschäft zu eröffnen, sagt die junge Unternehmerin zur SZ: "Das war eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Meine Mutter war im alten Laden Stammkundin und hat mich auf die Idee gebracht, dieses schöne Geschäft weiterzuführen."

"Die Tatsache, dass ich einen breit aufgestellten Kundenstamm vom „Früchtehaus Mlodzian“ übernehmen konnte, das über 44 Jahre hinweg die Anlaufstelle für Obst und Gemüse aus der Region, aber auch für Südfrüchte aus aller Welt war, hat es mir zudem leicht gemacht", fährt sie fort. "Das unternehmerische Risiko habe ich im Vorfeld gut abgewägt und trotz der Krise eine antizyklische Entscheidung getroffen."

Weitere Informationen:
https://fruchtundgenussamsee.wordpress.com/ 

VSSE: Saisonkräfte länger einsetzen
Die Erdbeer- und Spargelanbauer plädieren wegen Corona für einen längeren Einsatz von Saisonkräften auf den Feldern. Wie im vergangenen Jahr sollten die Helfer aus Osteuropa fünf Monate sozialversicherungsfrei auf deutschen Höfen arbeiten dürfen, sagte Simon Schumacher, Vorstandssprecher der Verbandes Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE), am Mittwoch. Der VSSE sowie drei weitere Verbände wandten sich deshalb in einem offenen Brief an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), weiß DPA.

Die längere Dauer bewirke, dass die Betriebe nicht wie früher nach drei Monaten die Teams auswechseln müssen. Die Helfer könnten dann von der Spargelernte im März bis zur Erdbeerernte im Juli Geld verdienen, heißt es beim VSSE in Bruchsal. Damit lasse sich das Risiko der Infektion bei An- und Abreise der Gruppen minimieren. Vor dem Hintergrund eines absehbaren Mangels an Erntehelfern sei es wichtig, attraktive Arbeitsbedingungen wie sozialversicherungsfreie Tätigkeit beizubehalten. Eine verlängerte Beschäftigungsdauer komme auch Deutschen zugute, die wegen Corona ihr Jobs verloren haben.

Für die Ernte von Spargel und Beeren werden bundesweit 140 000 von 300 000 Saisonkräften gebraucht, davon im Südwesten mehr als 21 000. Die Höfe müssen Hygienekonzepte erstellen. Laut Schumacher waren sie keine Treiber von Infektionen. "Wenn in diesem Mikrokosmos aber ein Helfer infiziert ist, verbreitet das Virus sich dort sehr schnell."


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