Hermann ist größter Pilzverarbeiter Österreichs

Großinvestition um 40 Mio. Euro

Hermann und Thomas Neuburger, die beiden Pilzprofis mit Unternehmenssitz im nördlichen Oberösterreich, setzen seit der Markteinführung ihrer vegetarischen Produktlinie Hermann im Jahr 2016 auf das Potenzial von Pilzen. Um der Nachfrage gerecht zu werden und die Versorgung für den deutschsprachigen Raum zu sichern, wurde eine Investition von 40 Mio. € getätigt. Mit September 2020 erreichte man den bisher bedeutendsten Meilenstein: Der Ausbau des Unternehmensstandorts mit 36 Pilzzuchthallen wurde fertiggestellt – das Vater-Sohn-Duo ist mit der gestiegenen Kapazität nun der größte Pilz-Verarbeiter Österreichs, berichtet Medianet.at.

Es war das Jahr 2016 als Hermann Neuburger gemeinsam mit seinem Sohn Thomas die vegetarische Bio-Produktlinie Hermann auf den österreichischen Markt brachte. Damals war man erleichtert, den ersten Schritt in die richtige Richtung –nämlich denkontinuierlichenAufbau eines nachhaltigen Unternehmensstandbeins –gewagt zu haben. Innerhalb der letzten vier Jahre hat sich in Ulrichsberg einiges getan…


Der Unternehmensstandort im oberösterreichischen Ulrichsberg aus der Vogelperspektive. / Bild: Hermann

36 Pilzzuchthallen stehen bereit
Durch den Auf-und Ausbau des Unternehmensstandortes mit einer Investition von 40 Mio. €, knapp 25 Mio. davon alleine in der Pilzzucht, wurden 40 Arbeitsplätze geschaffen und damit die strukturschwache Region gestärkt. Aber nicht nur das: „Mit der Fertigstellung des Ausbaus hat unser Herzensprojekt eine neue Größenordnung angenommen. Wir sind damit in der Lage, rechtzeitig auf die steigende Konsumentennachfrage zu reagieren und haben noch genug weitere Kapazitäten, um die gesamte D-A-CH-Region zu versorgen“, so Hermann Neuburger, der Namensgeber für die Marke ist. Mittlerweile ziehen pro Woche 60.000 Packungen Hermann über die Supermarktkassen, das meist gekaufte Produkt sind die Rostbratwürstchen. Um deraktuelle Größen gewachsen zu sein, haben Hermann und Thomas Neuburger in den letzten Jahren ihr Wissen über Kräuterseitlinge immens vergrößertund die Pilzzucht Schritt für Schritt ins eigene Haus geholt.

Zwei Tonnen Kräuterseitlinge pro Tag
„Bis letztes Jahr haben wir die Basis der Kräuterseitlinge, das Substrat, aus der Schweiz zugekauft. Mit Anfang des Jahres stellten wir unseren Betrieb um und produzierenauch unser Substrat nun selbst. So agieren wir wieder ein Stück nachhaltiger, weil die Transportwege wegfallen,und können unser Produkt auf höchster Qualität beinahe autark erzeugen“, soThomas Neuburger. Der Kräuterseitling, der aus dem Substrat sprießt, ist der Hauptbestandteil der Bio-Produkte. In der eigenen Pilzzucht, welche im Vertical Farming gehalten wird, sind täglich 7.060 Etagen ausgelastet –davon entfallen 6.500 Etagen auf die Durchwachshallen der Aufzucht und 560 Etagen auf die Erntehallen.


Kräuterseitlinge aus eigener Pilzzucht / Bild: Hermann

Im Schnitt sind acht bis zehn Mitarbeiter in der Pilzzucht im Einsatz. „Wir kennenunsere Pilze zwar nicht beim Vornamen, aber tatsächlich ist die Pilzzucht eine sehr aufwendige Arbeit. Pro Tag ernten wir bis zu zwei Tonnen Kräuterseitlingeper Handund verarbeiten sie weiter. Durch den Ausbau sind wir zum größten Pilz-Verarbeiter Österreichs geworden“, so Hermann Neuburger.

Der Kräuterseitling als Wirtschaftsfaktor
Während im asiatischen Raum der Pilz schon seit jeher auf dem Speiseplan steht, ist er in Europa noch nicht in unserer Mitte angekommen. Dazu Thomas Neuburger: „Der Wissenstand rund um Pilze in Europa ist gering, die Anzahl an professionellen Pilzzüchternklein. Dabei haben Pilze aufgrund ihresgeringen CO2-Ausstoßesund ihrer ressourcenschonenden Anbauweise großes Potenzial. Ehrlich gesagt wundert es mich, warumnoch nicht mehr Unternehmen auf den Pilz gekommen sind.“ Die wirtschaftliche Planbarkeit der Hermann Produkte ist aufgrund des natürlichen Pilzwachstums zwar eine Herausforderung, aber sie lohnt sich – denn der Pilz gilt laut Experten als eines der Lebensmittel unserer Zukunft. Hermann ist der Beweis dafür: Seit Markteinführung haben sich die Produktion und der Umsatz vervielfacht. (red)

Weitere Informationen:
www.hermann.bio


Erscheinungsdatum:



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