Migros-CEO Zumbrunnen:

"Preise werden neue Bedeutung gewinnen"

Im Interview mit der NZZ sagte der Migros-Chef, die Auswirkungen der Rezession seien noch nicht klar. Mit weiteren Entlassungen rechnet er nicht, aber die Preise würden wieder wichtiger.

Migros-CEO Fabrice Zumbrunnen sagte im Interview mit der NZZ, er rechne zurzeit nicht mit weiteren Entlassungen. Die Kurzarbeit dürfte ausreichen. Bei der Migros-Tochter Hotelplan wurde kürzlich bekannt, dass ein Fünftel der Stellen abgebaut werden soll, weil der Umsatz um bis zu 90 Prozent einbrach. In der Gastronomie sei das Umfeld zwar auch herausfordernd, man sehe aber klare Anzeichen einer Erholung, sagt Zumbrunnen. Im Online-Handel habe man sogar hunderte von Mitarbeitenden eingestellt, weil der E-Commerce zweistellig wachse. Auch in den Supermärkten laufe es gut.

Laut Zumbrunnen kann die Migros im Detailhandel umsatzmässig zulegen und auch operativ erwarte er ein besseres Ergebnis. Man wisse allerdings noch nicht, was die Auswirkungen der Rezession sein werden. "Die Preise werden eine neue Bedeutung gewinnen." Während der Krise habe allerdings nicht nur M-Budget gut funktioniert, sondern auch Bio- und regionale Produkte.

Für 2020 erwartet Zumbrunnen ein solides Jahresergebnis. Man habe die Kosten gesenkt und operative Fortschritte erzielt. Das Ziel einer operativen EBIT-Marge von 3 bis 5 Prozent sollte wieder erreicht werden können. Dazu würden auch die Verkäufe von Globus, Interio und Depot beitragen.

Bei der Gastrobelieferungstochter Saviva läuft noch der Verkaufsprozess. Man wolle sich auf das Geschäft mit direktem Kundenkontakt konzentrieren, sagte Zunmbrunnen. Die durch die Verkäufe frei gewordenen Mittel investiere man in technologische Verbesserungen, in den Online-Handel, in den Gesundheitsbereich und in die Attraktivität der Läden.

Zu den harten Preisverhandlungen mit Lieferanten, die zu einer Klage durch den Markenherstellerverband Promarca bei der Weko geführt haben, sagte Zumbrunnen, den grössten Teil der Preissenkungen im Sortiment trage die Migros selbst, weil 75 Prozent davon aus der eigenen Industrie stammten. Aber es können nicht sein, dass die Migros den Effort alleine mache. "Ich bin sicher, dass unsere Position gut begründet ist und die Wettbewerbskommission dies auch so sehen wird." Was die eigene Industrie angehe, werde man die teilweise grosse Zahl von Produktvarianten reduzieren und so Kosten senken.

Zumbrunnen verlangt ferner, dass die Migros-Industrie völlig kostentransparent ist und ihre Produktpreise nicht mehr selber bestimmen kann. "Die Genossenschaften sollen die Garantie haben, dass sie die besten Konditionen bekommen. Es wäre völlig ineffizient, wenn innerhalb der Migros jeder für sich schaut. Aber selbstverständlich muss die Industrie eine gewisse Rentabilität erzielen, die es uns ermöglicht, in Innovation und ins Ausland zu investieren."

Quelle: Food Aktuell


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