Obstbauern am Bodensee wappnen sich gegen Trockenheit und Frost

Mit einem Wasserspeicher dem Klima trotzen

Nachtfröste und Trockenheit - das fürchten die Obstbauern am Bodensee von der Blüte bis zur Ernte. In Tettnang hat sich ein Obsthof jetzt gewappnet und für Krisenzeiten einen großen Wasserspeicher angelegt, berichtet SWR.

Von der Straße am Ortseingang von Tettnang-Wellmutsweiler (Bodenseekreis) aus ist das Wasserspeicherbecken schon zu sehen. 95 Meter lang und 40 Meter breit, fast so groß wie ein Fußballplatz. Und durch den Regen der vergangenen Tage ist es bis zum Rand gefüllt. Obstbauer Johannes Bentele sieht seinen Hof damit gut vorbereitet auf lange Trockenphasen im Sommer, in denen er jetzt künstlich bewässern kann, oder Frostnächte im Frühjahr, in denen er seine Bäume zum Schutz beregnet.

Beregnung als Frostschutz
14.000 Kubikmeter Wasser fasst das viereinhalb Meter tiefe Becken. Doch bei Frost wird selbst diese große Wassermenge nur wenige Tage reichen – so groß sei der Verbrauch bei der Frostschutzberegnung, erklärt Bentele. Bis zu 90 Prozent der Apfelernte können durch die Frostschutzberegnung geschützt werden. Allein deshalb rechne sich der Wasserspeicher langfristig, sagt Vater Peter Bentele, auch wenn die Investition von über 200.000 Euro eine große war. Dafür spart sich der Hof künftig eine teure Frostschutzversicherung.

Pilotprojekt zum Nachahmen
Der Landrat des Bodenseekreises, Lothar Wölfle (CDU), sieht in dem Wasserbecken ein Pilotprojekt. Er hofft, dass andere Obstbauern dem Vorbild folgen und an eigenen Lösungen arbeiten. Dabei sei von Beregnungsgemeinschaften bis Einzellösungen vieles möglich.

Quelle: SWR


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