AgrarMarkt Austria: Marktbericht Mai 2020

Großhandelspreise von österreichischen Tafeläpfeln erneut fester

Die unvermindert starke Nachfrage nach österreichischen Tafeläpfeln drehte auch im Mai die Preisschraube fester und beförderte den sortenübergreifen Durchschnittspreis des Großhandels für konventionelle Ware, sortiert, als auch verpackt, von zuletzt 0,79 EUR/kg auf 0,82 EUR/kg (+3,8 %). Damit erreichte dieser den höchsten Stand seit 20 Monaten. Mit 1,09 EUR/kg (+ 6 %) knackte Gala heuer erstmals die 1 Euro Grenze, Golden Delicious ging mit 0,75 EUR/kg (+ 7 %) über die Rampe und auch die Sorte Idared konnte im Mai mit 0,78 EUR/kg starke 11 % zulegen. Zur Erinnerung, im korrespondierendem Vorjahreszeitraum wurde ein und dieselbe Ware für durchschnittlich 0,30 EUR/kg veräußert. Auch der repräsentative Großhandelspreis der vier größten europäischen Apfelproduzenten (IT, PL, DE, FR) lieferte in den letzten 6 Monaten eine gute Performance ab und steigerte seinen Wert in genannten Zeitraum um 25 % auf 0,80 EUR/kg. Dies entspricht einem Zuwachs von 45 % zum Mai- Wert des Vorjahres.

Auch wenn die Preise zurzeit auf allen Ebenen höchst befriedigend sein mögen, wird die produktionsbedingte Schlagseite des Marktes vor diesem Hintergrund umso deutlicher. Ja, es gibt Exporterfolge in Richtung Afrika und Asien, diese können aber das russische Import-Embargo für EU- Äpfel in keiner Weise kompensieren.

Apfel – Preisentwicklung ausgewählter Sorten: Großhandelspreis ab Rampe Klasse I, konventionell, inkl. Verpackung und Sortierung, exkl. USt., sämtliche Verkaufseinheiten in EUR/kg

Druck aus den noch verbleibenden Lagervorräten gibt es national, als auch europaweit, heuer nicht. Der von der AMA erhobene Lagerbestand betrug mit Stichtag 01.05. 33.839 t (bio & konv.) und baute damit zum Vormonat um knapp ein Drittel ab. Auch das Sortenspektrum verkleinert sich zusehends. Einzig Golden, Idared und Jonagold werden uns noch etwas länger erhalten bleiben. Seitens der Vermarkter wird bereits Ware zugunsten des heimischen Marktes vom Export zurückgehalten, um bis zur neuen Ernte eine lückenlose Versorgung mit österreichischer Ware sicherzustellen.

Anfang Mai lagerten EU-weit nur noch 1,1 Mio.t an Frischäpfel. Gegenüber der Vorsaison fehlen damit ca. 400.000 t. Überhänge sind daher nicht zu erwarten. Es spricht also vieles für weiterhin gute Geschäfte und einen ruhigen Saisonausklang.

Laufende Karottensaison neigt sich dem Ende zu, heimische Frühkarotten in Sicht
Im Mai zeigte sich der Markt für österreichische Speisekarotten nach wie vor aufnahmefähig. Wenngleich viele Anbieter ihre Vermarktung bereits abgeschlossen hatten, waren Versorgungslücken und Zulieferengpässe weiterhin nicht gegeben. Mit durchschnittlich 47,50 EUR/dt konnte der niederösterreichische Erzeugerpreis für Frischware gepackt im 5 kg Gebinde, ab Rampe, dem langjährigen Trend folgend zuletzt noch einmal angehoben werden. Die ersten relevanten Mengen heimischer Frühkarotten werden Mitte Juni erwartet.

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Absatz von Speisezwiebel nach „Corona- Hoch“ leicht rückläufig
Die Nachbeben der Coronakrise waren auch zu Monatsbeginn noch spürbar, wenngleich der starke Abverkauf an österreichischen Zwiebel schon spürbar an Dynamik verlor. Insbesondere das Exportgeschäft verzeichnete, durch kompetitive Mitbewerber schwächere Umsätze. Der durchschnittliche Großhandelspreis für Speisezwiebel gelb (40-90mm) sortiert und verpackt aus konventionellem Anbau betrug im Mai 0,37 EUR/kg. Wie bei den Karotten wird mit den ersten Winterzwiebeln ab KW 25 gerechnet.

Markteintritt von österreichischen Heurigen zu Pfingsten
Zu Pfingsten hatte die österreichische Frühkartoffelsaison so richtig begonnen. Die ersten Hektarerträge waren aufgrund der wüchsigen Bedingungen der letzten Wochen recht passabel. Im Burgenland und der Steiermark wurden durchschnittlich z.T. unter Vlies 25 t/ha gerodet, in Niederösterreich lagen die Hektarerträge über 20 t/ha. Der Einstiegspreis von 50,00 EUR/dt wurde bald durch durchschnittlich 45,00 EUR/dt abgelöst. Damit rangierte das Preisband in etwa auf Vorjahresniveau. Weitere monetäre Zugeständnisse sind mit dem Anstieg der verfügbaren Mengen zu erwarten. Es steht zwar noch die eine oder andere Palette alterntiger Ware zur Abholung bereit, aber mengenmäßig spielen diese Restbestände kaum noch eine Rolle.

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