Übersicht Weltmarkt Avocado

Nach einer Phase mit hohen Preisen auf dem europäischen Markt scheint das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wiederhergestellt zu sein. Die hohen Preise zu Beginn der Saison resultierten aus Engpässen. Jetzt, wo es ein höheres Angebot gibt und die Nachfrage ruhiger ist als normal, sind die Preise wieder stabil. Es gibt mehr Herkunftsorte wie Israel, Spanien, Kolumbien, Marokko und die Dominikanische Republik und auch mehr Sorten auf dem Markt.

In den USA dominiert Mexiko zu dieser Jahreszeit immer noch den Markt, während der Marktanteil anderer Länder wie der Dominikanischen Republik und Kolumbien, die ihre Anbaufläche ausweiten, wächst. In China wird die Frucht immer beliebter und neben dem Angebot von chilenischen Avocados wurden die ersten Chargen aus Neuseeland importiert.

Niederlande: Ruhige Avocado-Verkäufe vor Weihnachten
Laut niederländischen Importeuren können Avocados dieses Jahr nicht als das grüne Weihnachtsgold angesehen werden. Sie sagen, dass momentan die Verkäufe der meisten Größen ruhig verlaufen, teilweise aufgrund des großen Angebots. Gemäß den Aussichten wird sich das im Neuen Jahr leicht ändern.

Belgien: Markt bessert sich
Nach einer Phase mit niedrigem Angebot und extrem hohen Preisen auf dem Avocadomarkt ist das Angebot wieder angewachsen und die Preise sind ein wenig gefallen. Laut einem belgischen Händler sind die Preise wieder auf einem normalen Niveau. Avocados sind in nur ein paar Jahren in Belgien extrem beliebt geworden, aber aufgrund der hohen Preise der letzten Monate waren die Avocados für die Kunden zu teuer. Aufgrund der hohen Preise für Hass-Avocados sind die Greenskin-Preise auch gestiegen und die Verkäufe erhöhten sich.

Deutschland: Ruhigere Marktsituation
Hass-Avocados sind auf dem deutschen Avocadomarkt immer noch omnipräsent. Diese Sorte wird momentan hauptsächlich aus Chile, Mexiko, Südafrika und Peru importiert. Andere Sorten und Herkunftsorte tauchen auch immer wieder auf, wie die Carla aus der Dominikanischen Republik. Diese Sorte zeichnet sich durch ihre großen Abmessungen (mehr als 1kg pro Frucht) aus und kostet 2 Euro pro Stück im Großhandelsmarkt.

Bis vor einem Monat musste der Avocadomarkt mit erheblichen Engpässen kämpfen und die Preise für sowohl verzehrfertige als auch grüne Avocados waren doppelt so hoch wie normalerweise. In der Zwischenzeit hat die Situation sich aber beruhigt und die Preise sich stabilisiert.

Frankreich: Marktsituation erholt sich nach Lieferungen von spanischen Avocados
Der französische Markt war letzten Monat aus dem Gleichgewicht geraten mit hohen Preisen, die bis zu 25€ pro Packung erreichten. Die spanische Saison hatte gerade erst begonnen und die ersten Avocados auf dem Markt hatten keine gute Qualität. Aber der Markt erholt sich gerade, weil sich mehr Avocados aus unterschiedlichen Produktionsländern in den Regalen befinden. Die Preise sind auf circa 10€ pro Packung gefallen. Die Qualität der spanischen Avocados hat sich mit der fortschreitenden Saison verbessert. Momentan bleibt der Konsum des Landes wegen der sozialen Proteste etwas zurück.

Italien: Steigende Preise vor Weihnachten
Zusammen mit Mangos sind Avocados das Produkt, dass das größte Wachstum in den letzten Jahren in Italien gesehen hat. Die Nachfrage ist in den letzten zwei Jahren exponentiell gewachsen. Die Käufer besaßen wenig Wissen über Avocados, aber das hat sich mittlerweile geändert und sie wählen die Produkte sorgfältiger aus. Die Pinkerton-Sorte ist im Aufstieg, genau wie die Hass Gold Selection. Die meisten Avocados kommen momentan aus Spanien und Israel. Die Nachfrage wächst im Vorfeld zu den Feiertagen und damit auch der Preis des Produkts, der sich auf circa 15€ pro 4,5-5kg belaufen kann. Viele Restaurants fragen nach dem Produkt, um es in ihren Gerichten zu verwenden. Avocados sind auch eine immer beliebtere Zutat in Cocktails und Obstspeisen.

Spanien: Preisdruck durch großes Angebot
In der letzten Novemberwoche begann die Ernte der spanischen Avocados in Malagas Axaquía, der wichtigsten Avocado-produzierenden Gegend. Der generierte Umsatz ist mit letztem Jahr vergleichbar. Trotzdem wird ein höheres Volumen erwartet aufgrund der Anbauflächenausweitung Spaniens (Cadiz, Huelva und Valencia) und dem Produktionseintritt neuer Plantagen. Die spanische Anbaufläche beläuft sich nun auf 15.000 Hektar. Für eine weitere Expansion in den kommenden Jahren blicken spanische Erzeuger nun ins benachbarte Portugal.

Die spanischen Avocados trafen auf einen europäischen Markt, der mit einem breiten Sortiment an Avocados aus anderen Ländern wie Chile, Kolumbien, der Dominikanischen Republik, Mexiko, Israel und Marokko, sowie sieben unterschiedlichen Sorten versorgt war. Die breite Auswahl und Vielfalt hat einen Einfluss auf die Marktpreise. Zu Beginn wurde die spanische Frucht für circa 3-3,50€/kg verkauft, aber dieser Preis ist nun gesunken und wird sich voraussichtlich bei 2€/kg stabilisieren. Der Konsum in Spanien steigt an und manche Supermärkte berichten von einem zehnfachen Anstieg ihrer Verkäufe in fünf Jahren. Die Konsumsteigerung ist wichtig, weil sie ermöglicht, dass große Avocado-Volumina vom Markt absorbiert werden.

Marokko: Volumenanstieg von 150%
Die marokkanische Avocado-Anbaufläche ist um mehr als 150% gewachsen, verglichen mit letztem Jahr. Die Qualität der Frucht ist vergleichbar mit der der spanischen Produktion und Marokko findet immer mehr Möglichkeiten, das Produkt an den europäischen Markt zu exportieren.

Dominikanische Republik: Greenskin wird Tropical Avocado
Neben Hass-Avocados gibt es ein großes Angebot Greenskin-Avocados, deren Saison im Oktober begann. Das Volumen ist mit dem der letzten Jahre vergleichbar. Obwohl die Nachfrage nach Greenskin-Avocados steigt, möchten manche ihre Marktreputation verbessern. Große Händler haben deshalb die Greenskin in "Tropical Avocado" umbenannt, um die Verkäufe anzukurbeln. Die Kunden reagieren darauf positiv. Die Dominikanische Republik möchte bald Avocados an China exportieren.

Mexiko: Kleine Volumina in Michoacán, aber das Land bleibt Spitzenreiter bei den Produzenten
Das Land hält seine Position als Nummer 1 der Welt in der Produktion und im Export von Avocados. Mexiko baut Avocados das ganze Jahr über an, mit einer schwächeren Saison in den Sommermonaten. In Michoacán waren die Volumina der Winterernte etwas kleiner als normalerweise aufgrund des Regens. Der wichtigste Exportmarkt für das Land ist die USA, wo die Nachfrage im Februar ihren Höchststand erreicht, ungefähr zum Superbowl. Die Erzeuger in Jalisco exportieren an andere Teile der Welt. Es gibt ein paar Herausforderungen für mexikanische Erzeuger bezüglich des Exports an Europa, weil sie strikte Vorgaben hinsichtlich MRLs, Zertifikate und Größen bewältigen müssen.

Kolumbien möchte die Kultivierung von Avocados expandieren und seinen Marktanteil ausbauen
Die Avocado-Kultivierung wächst in dem südamerikanischen Land und es wird viel Energie in die Erweiterung der Anbauflächen und die Steigerung des Marktanteils gesteckt. Außerdem werden neue Exportmärkte entdeckt. Kolumbianische Avocados wurden früher hauptsächlich an Europa verschifft, aber neuerdings werden sie auch an Chile, Saudi-Arabien und Japan exportiert.

Peru: Niedrigere Volumina aufgrund von natürlichen Zyklen, Anbaufläche expandiert
Wie bei vielen anderen Produkten auch war dieses Jahr ein 'Off-Year' für peruanische Avocados. Aber diese Situation ist normal, bedenkt man die natürlichen Zyklen, und nicht alarmierend. Die Avocado-Kultivierung wurde in den letzten Jahren expandiert und die Saison des Landes wird länger. Die Kampagne liegt in den Sommermonaten und fällt mit der schwächeren Saison in Mexiko zusammen. Das ermöglicht es Peru, den US-amerikanischen Markt mit Avocados zu beliefern. Peru möchte außerdem seinen Anteil in Europa ausbauen, wo es jetzt einen Anteil von ungefähr 30% einnimmt.

Südafrika: Momentaner Anbau für den Binnenmarkt
Die südafrikanische Produktion stammt momentan aus den Regionen, die spät mit der Ernte beginnen, und ist nur für den Binnenmarkt gedacht. Die Preise belaufen sich momentan auf 27,97 ZAR/kg (1,75€) und sind damit 0,06€ niedriger als letzte Woche.

China: Wachsende Beliebtheit
Die Avocado wird beliebter auf dem chinesischen Markt. Immer mehr Kunden entdecken diese Frucht, aber es ist noch mehr Werbung nötig. Viele Menschen müssen sich noch an die Frucht als Teil ihrer Ernährung gewöhnen. Momentan läuft der Avocado-Verkauf nicht so glatt. Der Preis schwankt mit vielen chilenischen und mexikanischen Avocados auf dem Markt. Dieses Jahr war das erste, indem Neuseeland große Volumina an China exportierte. Die erste Lieferung traf im Oktober ein. Der Preis für die neuseeländischen Avocados war sofort viel höher als der für mexikanische und chilenische Früchte, weil eine bessere Qualität erwartet und damit ein höherer Preis verlangt wurde.

Immer mehr Supermärkte und Obsthändler verkaufen verzehrfertige Avocados, weil diese bei den Kunden beliebt sind. Mehr Restaurants verwenden außerdem Avocados bei ihren Gerichten, was eine gute Möglichkeit ist, im Land für sie zu werben. Neben dem Avocado-Import arbeitet China hart daran, selbst Avocados anzubauen. In mehreren Orten wie Guangxi und Yunnan geht das jetzt gut voran und voraussichtlich werden diese chinesischen Avocados in ein paar Jahren auch in den Regalen liegen. Das wird einen großen Einfluss auf den chinesischen Avocado-Markt insgesamt haben, vor allem auf die importierten Avocados.

Vereinigte Staaten: Nachfrage nach mexikanischen Avocados sollte ansteigen
Der US-Markt ist momentan gut mit Avocados aus Mexiko versorgt. Die Größen bewegen sich zwischen 48 und 60 mit einem steigenden Prozentsatz an Klasse 2 Früchten, die jetzt circa 35% des Markts ausmachen.

Mexiko dominiert momentan den nordamerikanischen Markt, obwohl es auch ein kleines Angebot chilenischer Avocados gibt. Der Beginn der kalifornischen Saison wird innerhalb eines Monats erwartet. Die Aussichten sind besser als letztes Jahr, als es viele Probleme wegen des Wetters gab. Kalifornien wird vermutlich früh in die Saison starten, wenn Probleme mit dem Angebot mexikanischer Avocados aufgrund der Wetterbedingungen oder der Politik auftreten.

Die Nachfrage nach Avocados ist momentan niedriger als normalerweise. Oktober und November sind traditionell die Monate, in denen die Nachfrage niedriger ist als im restlichen Jahr, aber sie steigt wieder kurz vor Weihnachten. Darum sind die Preise momentan ziemlich niedrig. Der Transport kann während der Feiertage eine Herausforderung sein, wenn nur wenige LKWs zur Verfügung stehen und die Grenzen geschlossen sein können. Allerdings sind die Avocado-Lagerbestände in den USA momentan ausreichend.

Australien: Avocado-Konsum steigt
Sowohl der Konsum als auch die Produktion steigt in Australien an. Durchschnittlich 3,8kg Avocados werden jetzt pro Person im Land verzehrt und die Produktion ist auf 85.546 Tonnen in der Kampagne 2018/19 angewachsen, verglichen mit 77.032 Tonnen 2017/18. Bis 2025 erwartet Avocado Australia, dass das Volumen auf 115.000 Tonnen anwächst. Etwas mehr als 3.000 Tonnen sind für den Export gedacht, wobei die wichtigsten Märkte Singapore, Hongkong und Malaysia sind.

Neuseeland: 3 Millionen Boxen für den Export
Das Land erntete 31.424 Tonnen Avocados in der Saison 2018/19 von 3.795 Hektar. Fast drei Millionen Boxen wurden exportiert laut Daten von New Zealand Avocado.

Im nächsten Jahr: Übersicht Weltmarkt Mango


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