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Gewächshausanbau boomt in der Schweiz

Wie lassen High-Tech-Anbau und Nachhaltigkeitsdenken sich vereinen?

In der Schweiz boomt der Gewächshausanbau. Alleine der Hors-Sol-Anbau hat sich zwischen 2007 und 2017 fast verdoppelt. Und auch erste große Bio-Treibhäuser, in denen zwar im Boden aber unter Glas produziert wird, wurden gebaut. Nicht überall ging das ohne Widerstand über die Bühne. Bedenken kamen von Seiten der Kantone und Gemeinden. Aber auch der Landschaftsschutz wehrte sich gegen großflächige Verglasungen, zeigt eine Umfrage von SRF.

Das Potenzial ist da
Christoph Carlen, ein Experte am Forschungsinstitut Agrosocope, sieht beim Thema Gewächshaus große Vorteile für den Produzenten und die Umwelt.

Heutige High-Tech Gewächshäuser sind geschlossene Systeme. Im Hors-Sol-Anbau wird dabei eine Nährstofflösung direkt in den Wurzelballen gegeben. Überschüsse werden aufgefangen und wiederverwendet. Weder Dünger noch Wasser werden verschwendet. Gleichzeitig ist der Ertrag pro Quadratmeter sehr hoch. Denn Temperatur und Luftfeuchtigkeit können optimal auf die Bedürfnisse der Pflanzen angepasst werden.

Beim Freilandanbau können versprühte Pflanzenschutzmittel vom Wind und Wasser weggetragen werden. Im Gewächshaus bleiben sie dort, wo sie gebraucht werden. Auch Nützlinge bleiben an Ort und Stelle. Nützlinge, das sind Insekten, Raubmilben oder Fadenwürmer, die Pflanzenschädlinge vernichten. Weniger Pestizide dank Nützlingen und weniger Pestizid-Eintrag in die Umwelt, das schützt die Insektenwelt.

Das große Aber
Doch Gewächshäuser sind sehr teuer. Einerseits im Bau, andererseits im Betrieb. Denn die Luftfeuchtigkeit muss kontrolliert werden und auch die Heizung braucht viel Energie. Und diese Energie kommt bei den Schweizer Gewächshäusern oft aus Gas oder Öl.

Eine im beheizten Gewächshaus produzierte Schweizer Tomate kann deshalb einen bis zu zehn Mal höheren CO2-Ausstoß verursachen als eine sonnengereifte Tomate aus Spanien. Das ist ein großer Nachteil, den man beheben muss, sagt Christoph Carlen.

Mit Abfall wirtschaften
Gewächshäuser sollen in Zukunft so beheizt werden, dass kein weiterer CO2-Ausstoß erfolgt. In der Schweiz bieten sich dazu vor allem die Abwärme von Kehrrichtanlagen und Industrie an. Denn an beiden Orten gibt es Maschinen, die gekühlt werden müssen.

Man installiert also einen Wasserkreislauf. Dieser bringt Heizwasser von der Kehrrichtanlage zum Gewächshaus, und liefert Kühlwasser zurück zur Kehrrichtanlage.

Keine Zukunftsmusik
Mit Abwärme heizen funktioniert. Das zeigen Gewächshäuser in Hinwil oder Oftringen. Noch sind solche Projekte aber in der Minderheit.

Bis in der Schweiz generell umweltfreundliches Gewächshausgemüse auf den Tisch kommt, dauert es also noch eine Weile.

Quelle: SRF

Erscheinungsdatum:

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