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Händler fragen sich: Kommt es zur Standortverlagerung 2023?

Bangen um die Zukunft des Kölner Großmarkts

Schon im Jahr 2007 beschloss der Kölner Stadtrat erstmalig eine zukünftige Standortverlagerung im Jahr 2020. Mittlerweile sollen die ehrgeizigen Neubaupläne in Köln-Marsdorf erst 2023 verwirklicht werden. Doch der erste Spatenstich am neuen Grundstück bleibt aus und die zwischenzeitlichen Verhandlungen verlaufen schleppend. Großlieferanten Fruchtimport Rosenbaum und VanWylick entschlossen sich zwischenzeitlich ihren Standverkauf komplett aufzugeben. Sogar das endgültige Aus des Großmarkts wird befürchtet, wie sich während eines Besuchs von FreshPlaza herausstellte.

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Die Konkurrenz mit anderen Großmärkten im Rhein-Ruhrgebiet (Essen, Duisburg, Düsseldorf und Dortmund) sei zu beobachten. Das Frischezentrum Venlo – auf der niederländischen Seite der Grenze – sei dennoch mit Abstand der größte Konkurrent für die Kölner Handelsfirmen. Innerhalb der Markthalle sei die Atmosphäre eher locker: „Firmen konkurrieren mit einander, ergänzen sich aber auch gegenseitig“, fasst Herr Rieke (links auf dem Bild neben Fermin Montaner Reinhardt) die Lage zusammen.

Die Fortführung des Kölner Großmarkts am jetzigen Standort seit mehreren Jahren ohne Investitionen und Reparaturen trotz erheblicher Mängel, sowie die deutlich verzögerten Planungen für den künftigen Standort stellen, unter anderem, eine enorme finanzielle Belastung für die Händler und Unternehmer dar. Die Stadt Köln sollte daher bis zur Verlagerung auf weitere Pacht- und Mieterhöhungen am jetzigen Standort verzichten, so die InteressenGemeinschaft Köln (IG) in ihrem kürzlich erschienen 10-Punkte-Plan.

Drehscheibe der Kölner Frischeversorgung
Michael Rieke ist nicht nur Berater des alteingesessenen Unternehmens Fermin Montaner, sondern auch Sprecher der Kölner Interessengemeinschaft (IG) e.V., welche ca. 35 Handelsfirmen vertritt. Er betont die heterogene Struktur des Großmarktes: „Auf dem Gelände sind außer klassischem Frischehandel auch Anbieter in den Bereichen Feinkost, Konserven usw tätig. Die kulturelle Vielfalt der Stadt Köln ist hier vertreten und wir sind eine wichtige Drehscheibe in der Belieferung von Gastronomen, Fachgeschäften und den 39 Wochenmärkten der Stadt. Schließlich leben in unserem Einzugsgebiet, also in der Metropolregion KölnBonn gut 3,8 Millionen Menschen, und wir beliefern insgesamt 38 Wochenmärkte, mehr als irgendwelche andere Stadt in Deutschland. Ohne Großmarkt wird nicht nur der Facheinzelhandel und Wochenmarkthändler – der hier günstig einkauft – kurz oder lang verschwinden, sondern auch die Erzeuger und Direktvermarkter im weiten Umkreis erhebliche wirtschaftliche Einbußen verzeichnen.“

Herr Rieke sieht den Bezug des neuen Standorts in Köln-Marsdorf als einen notwendigen Schritt hin zu einem zukunftsfähigen und modernen Großmarkt. Denn am jetzigen Standort entspricht die Infrastruktur nicht mehr den Voraussetzungen der heutigen Frischebranche, in der eine just-in-time-Lieferung zum Alltagsgeschäft gehört. „Früher als der Standort errichtet wurde, befanden wir uns hier noch am Stadtrand. Mittlerweile hat sich die Lage komplett geändert und der Standort liegt nun im Herzen der Südstadt. Das neue, bislang leere Grundstück in Marsdorf liegt dahingegen direkt der Autobahn.“

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Abdessalem Najar am Stand der Zündorf & Zerres GmbH.

„Service leidet unter Unsicherheit“
Fermin Montaner Reinhardt, in der 3. Generation tätig im gleichnamigen Unternehmen-, sieht der Zukunft kritisch entgegen. „Uns wird die Luft abgeschnürt und wir haben keine Ahnung, was passieren wird. Unser Service leidet unter dieser Unsicherheit, da wir uns keine neue Investitionen am heutigen Standort leisten. Unsere Maßnahme ist aber aktiv auf die Kunden zuzugehen und unsere Problemen mit ihnen zu teilen. Wir hoffen dennoch, dass bald eine schlussendliche Entscheidung getroffen wird die für alle Beteiligten positiv ausfällt. Denn das Aus des Großmarktes wäre auch für unsere Kunden desaströs.“


Josef und Guido Mirgeler 

Emotionale Bedeutung des Großmarktes
Beim Familienunternehmen Mirgeler betreiben Vater und Sohn zusammen den Großmarktstand. Der Vater engagiert sich trotz seines Alters nach wie vor für den Großmarkt: „3.000 Menschen werden arbeitslos, wenn es zum Aus des Großmarktes kommt. Das darf nicht passieren!", so der engagierte Senior-Chef. Die jüngere Generation am Gelände in Köln-Radeberg macht sich ebenfalls Gedanken über die Zukunft des Großmarktes, bestätigt Marcel Jeleniowski der den gleichnamigen Betrieb zusammen mit seiner Mutter führt. „Ich bevorzuge ein Gelände wo auch andere Bereiche vertreten sind, damit auch Privatkunden dort hinkommen. Der Großmarkt könnte somit mehr zu einem Erlebnismarkt werden wie mancherorts schon der Fall ist“, äußert sich der junge Händler.

Auch bei der Hans-Peter Kutz GmbH + Co. KG prägt die Standortverlagerung die täglichen Kundengespräche am Großmarktstand. Der derzeitige Inhaber arbeitet bereits seit über 15 Jahren mit viel Leidenschaft auf dem Großmarktgelände. Seine einzige Hoffnung sei, dass bald eine endgültige Entscheidung zur Verlagerung getroffen wird, sagt er. „Der Großmarkt hat für mich als Händler und meine Familie schon eine emotionale Bedeutung.“ Bei der Zündorf & Zerres GmbH – einem der größeren Anbieter der Markthalle – macht man sich derzeit keine Sorgen. „Unabhängig von der Standortverlagerung, wir machen weiter. Wir sind bereits dabei einen alternativen, individuellen Standort für unser Unternehmen zu suchen, falls das Aus des Großmarktes zur Tatsache wird“, kommentiert Standleiter Abdessalem Najar.


Am Stand der Hans Peter Kutz GmbH

Teufelskreis
Man hält ein endgültiges Ende des Kölner Großmarktes zum Leidwesen der ansässigen Händler und Unternehmer aber letztlich auch der Kölner Bürger nicht für unmöglich, wie die Kommentare der Händler hervorheben. Man stelle eine Willkür fest, bei der manche Firmen – wie z.B. Verpackungsanbieter – als nicht-Großmarktkonform erachtet werden oder Händler, deren Gebäude auf dem Großmarktgelände vorzeitig für Bauprojekte abgerissen werden sollen und deshalb hier vom jetzigen Großmarkt vertrieben werden, indem deren Miet- und Pachtverträge von der Stadtverwaltung eben nicht, wie eigentlich vom Rat der Stadt Köln Ende 2018 beschlossen, bis Ende 2023 verlängert werden. Die Stadtverwaltung hält auch weiterhin ein bereits Anfang 2018 fertiggestelltes Gutachten zurück, dass eigentlich helfen sollte, bei der Suche nach der künftigen Betriebsform eine unzulässige Beihilfe nach EU-Recht zu vermeiden.

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Ungeachtet dessen fordert die Stadtverwaltung von der IG eine Beteiligung ein, wie z.B. die Erhebung einer Bedarfsanalyse, jedoch ohne sich in irgendeiner Weise hieran zu beteiligen. Es werden keine Adressdaten zur Verfügung gestellt, das Angebot zur Mitwirkung an der Gestaltung eines geeigneten Fragebogens zurückgewiesen, eine geplante gemeinsame Informationsveranstaltung mit der IHK Köln nicht durchgeführt, usw.. Die IG wendet sich erneut an den Rat und die Öffentlichkeit. Der Rat fasst wieder Beschlüsse und die Stadtverwaltung handelt oder unterlässt erneut nach eigenem Gutdünken, usw.


Marcel Jeleniowski am Großmarktstand

Es wird hier deutlich, dass die Handlungen und Unterlassungen der Stadtverwaltung von dem Wirken politischer Kräfte geprägt ist. Der Rat der Stadt Köln, eigentlich Souverän der Stadt Köln schaut diesem Treiben der Stadtverwaltung völlig machtlos zu.. Aktionen gegen die Stadtverwaltung und verantwortliche Politik seien bereits geplant, heißt es des Weiteren.

Ein runder Tisch
Auch die Industrie- und Handelskammer Köln ist in diesem ganzen Prozess beteiligt, hat mit der IG neben vielen gemeinsamen Gesprächen mit der Politik und der Stadtverwaltung auch ein gemeinsames Konzept erarbeitet, wie ein künftiger Großmarkt aussehen soll. All dies bis heute leider ohne wirklichen Erfolg. „Wir, die IG haben bereits mit dem Konzept über einen Verbleib am jetzigen Standort im Rahmen des Ideenwettbewerbs zur Parkstadt Süd und den vielen Maßnahmen und Gesprächen mehr als deutlich Initiative gezeigt. Wir wünschen uns einen runden Tisch, wo alle Beteiligte und Verantwortliche sitzen, um hier eine Zukunft des Kölner Großmarkts gestalten, dass die Bedürfnisse der Bürger Kölns auch in kommenden Generationen erfüllen kann“, meint Herr Rieke abschließend.

Eckdaten Frischezentrum Köln-Marsdorf:
Gesamtkapazität: 63.000m2
- O&G-Verkaufsfläche 10.700m2
- O&G-Lagerfläche 25.400m2

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Weitere Informationen:
Interessengemeinschaft Kölner Großmarkt e.V.
c/o Fermin Montaner GmbH & Co. OHG
i.A. Michael Rieke
Marktstraße 10
51968 Köln
Fon: +49 (0) 221 934730-0
Fax: +49 (0) 221 934730-66
rieke@koelner-grossmarkt.de 
www.koelner-grossmarkt.de 


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