BayWa-CEO Lutz: "Einsatz dieser Roboter auch hierzulande denkbar"

Neuseeland: Der erste Roboter-Apfelpflücker soll helfen Arbeitskräftemangel zu verringern

Eine Weltneuheit geht in den Praxisbetrieb: In der jetzt angelaufenen Apfelernte in Neuseeland setzt die BayWa Tochter T&G Global neben menschlichen Erntehelfern erstmals auch einen kommerziell genutzten Pflück-Roboter ein. Der Roboter ist eine Entwicklung des US-amerikanischen Start-ups Abundant Robotics, an dem der Münchner Konzern seit 2017 mit beteiligt ist. Die BayWa hält es grundsätzlich für möglich, dass in zirka zwei Jahren erstmals auch Äpfel in deutschen Plantagen mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) geerntet werden könnten.

Arbeitskräftemangel sowie steigende Kosten stellen vor allem den handarbeitsintensiven Sonderkulturbereich vor wachsende Herausforderungen. „Ohne von diesen äußeren Bedingungen eingeschränkt zu werden, können die Erzeuger durch den Einsatz von KI ihre Produktivität steigern und damit nachhaltig ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern“, sagt Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der BayWa AG. Indem der Roboter vor allem auf schwer erreichbaren Baumebenen pflückt, sinke zudem die körperliche Belastung für die Mitarbeiter. „Wir investieren in Innovation und Digitalisierung, um sowohl den Obstproduzenten als auch den nachgelagerten Bereichen frühzeitig Zugang zu solchen smarten Technologien zu ermöglichen – in Neuseeland, Deutschland sowie in anderen Apfelanbauregionen der Welt.“ Falls die äußeren Bedingungen, zum Beispiel die Art und Weise der Anpflanzung sowie die Baumerziehung in den Anbaugebieten, passten, sei in etwa zwei Jahren auch hierzulande ein Einsatz dieser Roboter denkbar, so Lutz.

Entwicklungszyklus
Die Entwicklungsdauer des ersten kommerziellen Ernteroboters betrug vier Jahre. Um einen ganzjährigen Entwicklungszyklus zu gewährleisten, wurde die Technologie in den USA und in Neuseeland – in dem Fall in den Apfelplantagen von T&G Global in der Region Hawkes Bay – getestet und weiterentwickelt. Voraussetzung für den erfolgreichen Robotereinsatz war eine entsprechende Vorbereitung der Apfelplantagen durch eine dichtere Bepflanzung sowie spezielle Baumschnitt-Maßnahmen. „Die Anforderungen an den Roboter sind sehr komplex“, sagt Dan Steere, Geschäftsführer von Abundant Robotics. „Die KI muss die erntereifen Früchte visuell erkennen, sie anschließend ohne Beschädigungen pflücken sowie grundsätzlich sicher durch die Plantage navigieren können.“

Die Erfahrungen, die jetzt in der aktuellen Erntesaison in Neuseeland mit dem Pflückroboter gemacht werden, wird Abundant Robotics auswerten und die gesammelten Informationen in den Bau der nächsten Robotergeneration einfließen lassen. T&G Global geht davon aus, dass der Einsatz weiterer Ernteroboter im Laufe der Zeit schrittweise erfolgen wird, analog zur Weiterentwicklung der Technologie sowie der entsprechenden Bepflanzung in den Plantagen, die den Einsatz weiterer Roboter ermöglichen.

Prototyp-Ergebnisse
Gary Wellwood, der globale Innovationsmanager von T&G, sagte, dass das Unternehmen vor zwei Jahren auf die in Silicon Valley ansässige Firma Abundant Robotics traf, als sie einen Prototyp in Australien erprobte. Wellwood sagte, dass die T&G-Vertreter erkannten, dass "dies geschehen wird" und dass jeder Apfelbaum, der jetzt gepflanzt wird, "in irgendeiner Form" etwas mit Robotern zu tun haben wird - egal ob es sich dabei um einen Erntemaschine, einen Zähl- und Bemessungsroboter oder einen Schnittroboter handelt.

"Wir verstehen, dass ein Roboter nicht in einem vollständig dreidimensionalen Baum (Obstgarten) arbeiten kann, deshalb haben wir uns für zweidimensional entschieden." Ein Obstgarten in Hawke's Bay, der speziell für die endgültige Iteration des Roboters angelegt wurde, war nun voll funktionsfähig.

Quelle: BayWa / stuff.co.nz


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