Spezialist startet die diesjährige Kampagne, fürchtet aber für die langfristige Zukunft

„Marokkanische Navel-Orangen werden immer mehr zu einem Nebenprodukt“

Die diesjährige Kampagne mit marokkanischem Zitrus hat angefangen. Ende November trafen bereits die ersten Clementinen ein, seit letzter Woche sind auch die Navel-Orangen am Start. Obwohl die Marokkaner hiermit noch immer eine interessante Nische abdecken, sei die langfristige Zukunft des Imports nicht sicher, so Krino Röben e.K., Importeur und Südfruchtspezialist.

Wie jedes Jahr bietet der langjährige Spezialist pünktlich zu Weihnachten die marokkanischen Navels an. „Bei den Clementinen sind die Ernteprognosen befriedigend, etwas kleinfallender als üblich. Bei den Orangen haben wir eben das Problem, dass es kaum noch Produzenten gibt, die Navel liefern wollen. Diejenigen die wir haben wollen so früh eigentlich noch keine Ware liefern, denn die Qualität ist noch nicht wie sie sein soll. Wir brauchen die aber für das Weihnachtsgeschäft, weswegen es teilweise zu unverschämten Preisen kommt.“

Navel als Nebenprodukt
Im Gegensatz zu den konkurrierenden Anbaugebieten – wie Spanien – können in Marokko problemlos Navel-Orangen angebaut werden. Dadurch habe man bestimmt ein Vorteil, so Röben, der die Zitrusfrüchte vorrangig online an Privatkunden anbietet. „Wegen des rückläufigen Anbaus wird die Beschaffung jedes Jahr schwieriger. Man setzt immer mehr auf Late-Saftorangen und dadurch wird Navel immer mehr zu einem Nebenprodukt. Das ist zumindest für die europäischen Märkte ein Problem.“

Sortenversuche
Generell lässt der Zitrusanbau in Marokko sich über zwei Regionen verteilen, erklärt Herr Röben. Clementinen sollte man aus Berkane nehmen, die besten Orangen gebe es dagegen in Agadir. Wegen seinen engen Beziehungen zu den marokkanischen Erzeugern ist der Händler immer auf dem neuesten Stand und kennt die aktuellen Trends im dortigen Anbau. „Man versucht derzeit eine neue Clementinesorte - Afourer-, die genetisch der Nadorcott ähnelt, anzubauen. Man versucht diese seit einigen Jahren auf den Markt zu platzieren, aber dafür hat sie leider zu spät, sprich im Februar, Saison. Bis dann ist der große Bedarf an Clementinen bereits vorbei.“

Grapefruits: Schwierige Beschaffung aus Florida
Außer dem Import von marokkanischen Zitrusfrüchten befasst die Firma sich derzeit auch mit Grapefruits aus Florida (USA). Der Bedarf sei um diese Jahreszeit traditionell sehr hoch, jedoch seien auch in diesem Bereich die Bewertungen explodiert, erwähnt Röben. Grund dafür sei die schwache Ernte sowie der starke inländische Bedarf: „Auch Kanada ist ein starker Abnehmer für die restliche Ernte. Teilweise kommt da auch noch der schlechte Dollarkurs hinzu. Für Exportware verlangt man im Endeffekt unverschämte Preise. Als Alternative haben wir Mexico versucht: Die Frucht ist zwar besser als türkische und spanische Grapefruit aber bei weitem nicht so gut wie die Erzeugnisse aus Florida.“

Verkaufsfenster wird kürzer
Insgesamt fürchtet Röben für die Zukunft des Zitrushandels: Denn wegen der aktuellen Situation werde das Verkaufsfenster - vor allem für marokkanische Erzeugnisse - bzw. die Kampagne am westeuropäischen Markt auch immer kürzer. Das heißt, nur im Dezember und Januar lassen die Früchte sich gut verkaufen. „Mit Maroc kann man sich zwar noch einigermaßen etablieren, aber Spanien dominiert den heutigen Zitrushandel.“

Weitere Informationen:
Fruchtversand24 - Versandhandel Krino Röben e.K. 
Kirchdorfer Str. 177, 26605 Aurich
Tel.: 04941-973 79 04
Fax: 04941-998934
E-Mail: mail@fruchtversand24.de
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