Harry Deen, Denimpex:

"Kastanien sind kein einfaches Importprodukt"

Als Geschmacksträger in einem herbstlichen Fleischgericht oder als Imbiss-Snack auf dem Weihnachtsmarkt sind Kastanien untrennbar mit dem Herbst und dem Winter verbunden. Bevor sie in den Geschäften sind, hatten sie bereits eine lange Reise. Von der Ernte bis zum Vertrieb über Großhändler bis hin zu Supermärkten muss alles sorgfältig abgewickelt werden. "Eine Kastanie ist ein sehr empfindliches Produkt", sagt Harry Deen von Denimpex. Der Importeur aus Amsterdam in den Niederlande, wird in Woche 43 wieder Kastanien aus China erhalten.

Kastanien werden auch in Italien, Frankreich, Spanien und Portugal angebaut. "Aber preislich denken wir, dass China die beste Wahl ist. Die Franzosen wollen etwa 20 Euro für einen kleines Bündel, während die Chinesen nur 13 Euro verlangen. Die Größe ist die gleiche und die Qualität ist gut. Ob das eine besser schmeckt als das andere: Die Geschmäcker sind unterschiedlich. Wenn man die Kastanie öffnet, sollte sie innen gelb sein. Das bedeutet, dass die Kastanie süß schmeckt. Wenn sie weiß sind, sind sie nicht reif und schmecken bitter", sagt Harry.

Vorbeugung von Schimmelpilzen
Kastanien sind sehr empfindlich was Schimmel angeht. Die Temperaturen während des Transports sind sehr wichtig für die Qualität. "Nachdem die Kastanien geerntet wurden, erhalten sie ein Schutzbad. Um den Feuchtigkeitsgehalt konstant zu halten, wird ein Stück Stoff über die gesamte Palette gelegt. Wenn die Temperaturen steigen, werden die Nüsse trocken. Dadurch nimmt der Geschmack ab und das Produkt verliert an Gewicht und das wollen wir natürlich nicht."

Denimpex liefert Kastanien an Großhändler und Lieferanten. Der Großteil des Umsatzes wird in osteuropäische Länder wie Tschechien und Polen geliefert. Außerdem haben sie auch Käufer in den Niederlanden, Belgien und Schweden. "Wir sind eigentlich eine Art Vertriebskanal", stellt Harry klar. "In diesen Ländern ist der Markt größer als in den Niederlanden. Kastanien werden dort oft als wichtige Zutat für Süßigkeiten verwendet."

Weniger Importeure
Seit 1990 führen Harry und Danny Deen in zweiter Generation das Familienunternehmen, das 1955 von Abraham Deen gegründet wurde. Denimpex importiert und exportiert weltweit eine breite Palette verschiedener Obst-, Gemüse- und Exotenarten. Sie haben seit etwa 15 Jahren Kastanien in ihrem Sortiment. Im Laufe der Jahre hat Harry erlebt, wie sich der Markt verändert hat. "In der Vergangenheit haben viele verschiedene Importeure Kastanien geliefert, diese Zahl hat aber bis heute enorm abgenommen. Diejenigen, die noch da sind, wissen, was sie tun. Die Kastanie ist kein einfaches Importprodukt. Man hat es mit vielen verschiedenen Vertriebskanälen zu tun und man muss in der Lage sein, Qualität und Frische zu garantieren."

Im Laufe der Jahre hat sich mehr verändert. Die in der Vergangenheit zur Verpackung von Kastanien verwendeten Burlap-Beutel wurden durch Kunststoff-Netzverpackungen ersetzt. "Dadurch gelangt mehr Luft an die Kastanien, so dass das Risiko von Schimmelpilzen verringert wird. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Kunden das Produkt sehen können. Wir liefern Bündel von fünf Kilo, einem Kilo und 500 Gramm. Die Größenbezeichnung führt manchmal zu Verwirrung. Wir liefern die Größen 40 bis 60. Damit sind aber nicht die Millimeter gemeint, wie bei Zwiebeln, sondern die Anzahl der Kastanien pro Kilo."

Kastanien haben ihren Höhepunkt um die Weihnachtszeit. Menschen, die auf Weihnachtsmärkte gehen, können immer Stände finden, die geröstete Kastanien verkaufen. Nach dem Jahreswechsel geht die Nachfrage zurück. Mitte Januar stellt Denimpex die Lieferung von Kastanien ein, um sich wieder ganz auf den Vertrieb anderer Produkte zu konzentrieren.

harry@denimpex.nl


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