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Laurens Maartens, NBWM:

''Brexit-Berichte sind für die Valutawelt irreführend''

Gerade als die Brexit-Verhandlungen festgefahren waren, näherten sich die EU und Großbritannien an. Es ist jedoch zu früh, um sagen zu können, dass die beiden Partien bald ein Abkommen schließen werden, so Laurens Maartens von der Nederlandsche Betaal- en Wisselmaatschappij.

Wird denn diesen Herbst ein Brexit-Abkommen geschlossen? Vor einigen Tagen schien es so zu sein, dass die Verhandlungen zwischen Großbritannien und die EU festgefahren waren. Am Dienstag berichtete der finanzielle Nachrichtendienst Reuters, die Deadline für das Treffen eines Abkommens sei nach hinten verschoben von Mitte Oktober auf November. Am Anfang sollten die Partien schon im Juni ein Abkommen abschließen. Die Verspätungen haben dazu geführt, dass man es nicht vielleicht schaffen wird, vor dem Brexit-Tag am 29. März 2019 gute Vereinbarungen zu treffen. In dem Fall wird eine chaotische Lage entstehen. Von dem einen Tag auf den anderen wird es viel schwieriger werden, Güter auszuführen. Manche warnen schon davor, Medikamente und Heilmittel könnten in Großbritannien möglicherweise knapp werden. Sogar wenn beide Partien im letzten Augenblick ein Abkommen treffen, hat man möglicherweise zu wenig Zeit um alle Maßnahmen durchführen zu können. Auf dem Währungsmarkt führte das wachsende Risiko eines No-Deals zu einem Kursrückgang des Pfundes bis unter €1,10. Es handelt sich um das niedrigste Niveau in fast einem Jahr.

Stimmung schlägt um
Mitte der Woche schlug die Stimmung jedoch um. Das war größtenteils dem Versprechen des EU-Unterhändlers Michel Barnier zu verdanken. Er wird Großbritannien einen Vorschlag machen für ein Zusammenarbeitsverband, dass die EU noch keinem anderen Land angeboten hat. Genauso wichtig wie diese Äußerung war die Gesellschaft in denen Barnier diese Worte sprach. Er war mit dem deutschen Auslandsminister Heiko Maas zusammen. Das zeigt, dass er von der deutschen Politik unterstützt wird. Die Unterstützung der wichtigsten europäischen Wirtschaft ist wichtig für das Treffen eines Abkommens zwischen der EU und Großbritannien. Ein zweiter Grund der schnellen Belebung des Pfunds ist die Aussprache des Brexit-Ministers Daniel Raab, dass man über etwa 80 Prozent der Themen übereinstimmt. Er sagte aber nicht, um welche Themen es sich handelt. Es ist wichtig, dass beide Partien eine Lösung für die Grenze zwischen Irland und dem britischen Nordirland finden. Ende voriges Jahr garantierte die Premierministerin Theresa May den Verkehr von Menschen und Gütern. Dieses Versprechen konnte sie unter Druck der konservativen Partei nicht halten. Europäische Händler halten jedoch daran fest, dass eine Lösung für die nordirische Grenze eine Bedingung für eine vorläufige Brexit-Regelung ist. Es ist zu früh, um sich nach den rezenten Nachrichten begeistert über die Aussichten für das Pfund zu äußern. Im vergangenen Jahr ist es schon einige Male passiert, dass die Besprechungen nach einigen optimistischen Berichten dennoch festgefahren waren. So lange es kein Abkommen gibt, sollen die Unternehmer ein Plan B aufstellen für eine No-Deal-Situation. Sie sollten sich erkunden, wie sie die Währungsrisiken am besten abdecken – auch nach dem Brexit-Tag am 29. März 2019.

Laurens Maartens (
laurens.maartens@nbwm.nl) ist Währungsexperte der Nederlandsche Betaal & Wisselmaatschappij (www.nbwm.nl). 1998 hat er seine Laufbahn bei der Zwitserse bank UBS (Schweizer Bank) angefangen. Seitdem hat er für mehrere Parteien im In- und Ausland gearbeitet. Er kommentiert die aktuellen Währungsentwickungen in Zeitungen, auf Webseiten und im Rundfunk. Auch gibt er Vorlesungen und Schulungen für Unternehmer im Bereich Währungsmanagement. Er betont dabei, dass die Teilnehmer sich am besten für einfache und billige Währungsprodukte entscheiden können. Diese Kolumne ist seine persönliche Ansicht. Diese Information ist nicht gemeint als professionelle Anlageberatung oder als Empfehlung für bestimmte Anlagen über die Nederlandsche Betaal & Wisselmaatschappij NV.


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