Lebensmittelrecht: Belgien zieht nach

Einführung der Nährwert-Ampel für Lebensmittel

Das belgische Gesundheitsministerium gab bekannt, dass die Lebensmittel-Ampel (Nutri-Score) eingeführt wird. Der Nutri-Score arbeitet mit fünf verschiedenen Farben: Rot, Orange, Gelb, Hellgrün und Grün und soll anzeigen, wie gesund ein Produkt ist. Der Verbraucher soll gesunde Produkte von weniger gesunden Produkten leichter unterscheiden können.

Hintergrund
Mit der Lebensmittelinformations-Verordnung wurde die Nährwertkennzeichnung bei verpackten Lebensmitteln in der gesamten Europäischen Union einheitlich verbindlich. Sie macht Angaben zur Nährstoffzusammensetzung sowie zum Brennwert/Energie des Lebensmittels. Auf grundsätzlich allen verpackten Lebensmitteln werden die Energie sowie die Mengen an den sechs Nährstoffen Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz angegeben. Die Nährwertkennzeichnung erfolgt in tabellarischer Form und weist die Angaben pro 100 g bzw. 100 ml aus. So sind die Lebensmittel miteinander vergleichbar.

Mitgliedsstaaten können zusätzliche, farbbasierte Kennzeichnungsmodelle nur auf freiwilliger Basis einführen.

Großbritannien führte die Ampel bereits 2007 ein, 2017 folgte Frankreich mit einer Abwandlung, indem eine Gesamtbewertung des Nährwertprofils eines Produktes vorgenommen wird. Günstige sowie ungünstige Nährwertbestandteile werden mit Punkten bewertet und miteinander verrechnet. Die „Original-Ampel“ aus GB zeigt nicht eine einzige Farbskala, sondern vier: jeweils für die Zutaten Fett, gesättigte Fette, Zucker, Salz.

Bewertung
Die Nährwertkennzeichnung in Form der Nährwerttabelle bildet die Grundlage einer informierten Kaufentscheidung. In Großbritannien war das Ziel, die Vielzahl der unterschiedlichen Kennzeichnungsansätze zu vereinheitlichen, da viele Handelsunternehmen eigene Ansätze verfolgten. Nachdem die Verbraucher mit unterschiedlichen Kennzeichnungssystemen konfrontiert waren, regte die Regierung an, einen einheitlichen aber freiwilligen Ansatz zu finden.

Der Nutri-Score in Frankreich (und demnächst in Belgien) bewertet ein Lebensmittelt mittels vier „negativer“ und drei „positiver“ Komponenten. „Negativ“ sind danach der Energiegehalt, Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salz. Positiv sind danach der Anteil an Obst, Gemüse und Schalenfrüchten, Eiweiß und Ballaststoffe.

Produktvergleich
Unverarbeitete Möhren bekommen bei durchschnittlich 8,4g Zucker je 100g auf einer britischen Verpackung bereits einen orangen Punkt in der Kategorie Zucker. Während ein Orangensaft gegenüber einer Coca-Cola Light aufgrund des hohen Zuckergehaltes bei der „britischen Bewertung“ noch schlecht abschneidet, wird bei der „französischen Bewertung“ zumindest der Anteil an Obst in die Bewertung einbezogen.

Ähnlich ist eine Verbesserung bei Fleischprodukten zu verzeichnen, die mit der aktuellen Kennzeichnungsvariante, nicht mehr nur nach ihrem Fett- sondern auch ihrem Eiweißanteil bewertet werden und damit tendenziell besser abschneiden.

Die „positiven und negativen“ Komponenten werden gegeneinander aufgerechnet. Die Gewichtung der jeweiligen Komponenten (wieviel Fett vs. wieviel Eiweiß) bleibt unklar. Es gibt keine Unterscheidung nach natürlich vorkommendem Fruchtzucker und Zuckerzusätzen. Ebenso fehlt eine Betrachtung der zu verzehrenden Mengen. Alle Angaben werden auf ein tägliche Kalorienzufuhr von 2000kcal bezogen, unabhängig von Alter, Geschlecht und Bewegungsmuster.



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