Der panamaische Ananassektor hält 2026 ein stabiles Exporttempo bei. "Dennoch gibt es erhebliche Verschiebungen in den Absatzmärkten, da sich die internationale Nachfrage verändert", sagt Kimberly Rudas, Inhaberin von Industria 4.0 Panama, das nach wie vor vier bis acht Container pro Monat exportiert. Das entspricht in etwa dem Vorjahresniveau.
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"Das Tempo hat sich nicht verändert. Wir arbeiten mit fast denselben Mengen wie zuvor", sagt Rudas. Sie weist darauf hin, dass die Anpflanzungen von 2025 in diesem Jahr Früchte tragen. Die Erzeuger sahen Chancen in einem aktiven Markt und pflanzten mehr an. "Alles, was wir anbauen, verkaufen wir letztlich im Ausland. Das kleine bisschen, das übrig bleibt, geht an den lokalen Markt."
© Industria 4.0 PanamáDennoch zwingen die Marktentwicklungen zu einem anderen Ansatz. Europa war immer ein wichtiger Absatzmarkt – insbesondere Spanien und die Niederlande –, doch die Bestellungen sind zurückgegangen. Das liegt an den niedrigen Preisen und einem größeren Angebot aus anderen Ländern. "Die Ananaspreise sind eingebrochen, wodurch die Margen für den Export zu knapp wurden. Außerdem hatten Händler Schwierigkeiten, das Produkt zu verkaufen", erklärt sie.
Panama konzentriert sich daher auf neue Märkte, vor allem die Vereinigten Staaten und Kanada. "Wir sind dabei, uns den Weg zu Märkten zu bahnen, die normalerweise keine panamaischen Ananas abnahmen", sagt Rudas. Sie betont, dass kanadische Unternehmen zunehmend Interesse an festen Lieferverträgen zeigen.
Zudem ergeben sich neue Chancen in bestimmten Nischen. So steigt beispielsweise auf dem türkischen Markt die Nachfrage nach kleineren Ananas. "Früher blieben die kleinen Ananas einfach hier auf dem lokalen Markt. Jetzt sind sie gerade in der Türkei sehr begehrt", erzählt sie.
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Was den Wettbewerb angeht, gibt Costa Rica auf dem Weltmarkt den Ton an. "Wir stehen immer im Wettbewerb mit Costa Rica. Dieses Land produziert dreimal so viel wie wir und bestimmt die Preise", räumt Rudas ein. Dennoch setzt Panama auf Qualität als Alleinstellungsmerkmal. "Unsere Ananas ist bekannt für ihren Geschmack und ihre Süße. Damit können wir uns in bestimmten Nischen profilieren."
Die Preisentwicklung zeigt ein gemischtes Bild. "In Europa ziehen die Preise etwas an und es gehen mehr Kaufanfragen ein", sagt sie. Doch die Logistik bleibt eine große Herausforderung. Durch Überlastung in den Häfen und einen Mangel an Containern verlängern sich die Lieferzeiten. "Container können tagelang im Hafen stehenbleiben und kommen dann nicht rechtzeitig an. Das vereinfacht es nicht."
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Hinzu kommen steigende Anbaukosten, vor allem für Düngemittel. "Ein Sack Urea kostete 30 Balboa (25,50 EUR) und kostet jetzt 36 (30,50 EUR). Das macht sich direkt in den Kosten bemerkbar", sagt sie.
"Wir beobachten nun, wie sich die weltweiten Entwicklungen weiter gestalten", sagt Rudas abschließend. Sie betont, dass es wichtig ist, das Image Panamas als Anbauland zu stärken und die panamaische Ananas international stärker zu etablieren.
Weitere Informationen:
Kimberly Rudas
Industria 4.0 Panamá S.A.
Telefon: +507 633 489 64
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