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Dr. Lutz Krasemann, Geschäftsführer von Fruchthansa GmbH, zur Traubensaison aus Südafrika

"Totalausfälle wird es zwar nicht geben, jedoch muss man ab Februar durchaus mit Knappheiten rechnen"

"Regenfälle in allen wichtigen Anbaugebieten Südafrikas führen aktuell zu einer Reduktion der Exportmengen besonders bei den hellen Sorten, sodass nach konzentrierten Ankünften zum Jahresanfang auch in Verbindung mit späten Ankünften aus Peru, in den kommenden Wochen geringere Mengen aus Südafrika erwartet werden", teilt uns Dr. Lutz Krasemann von der Fruchthansa GmbH mit.


Foto: Fruchthansa GmbH

"Nachdem die Traubensaison aus der südlichen Hemisphäre aufgrund der guten Verfügbarkeit von Spätsorten aus europäischer Saison etwas später als im Vorjahr mit Ankünften aus Brasilien und Peru ab Anfang November begonnen hatte, waren die ersten Vermarktungswochen bis zum Jahresende von einer deutlichen Unterversorgung geprägt."

Besonders Peru habe diese Saison mit diversen Problemen zu kämpfen: Von Streiks im Transportsektor, den darauffolgenden Verzögerungen bis hin zu sinkende Rentabilität aufgrund der deutlich gestiegenen Produktions- und Logistikkosten fanden sich einige Herausforderungen für den Obst- und Gemüsebereich, nicht zuletzt auch am Traubenmarkt.

Saisonauftakt aus Südafrika mit kleineren Mengen
Ab Mitte Dezember wechselt das Unternehmen von der peruanischen Ware schrittweise zur Saison aus Südafrika. "Die Saison fing zuerst mit sehr kleinen Mengen an, da es zum Erntebeginn am Limpopo heftige Niederschläge gab, die zu Ernteverlusten und auch zu einer Verzögerung der ersten Exporte führten. Nachdem später auch in den beiden anderen wichtigen Anbaugebieten am Orange River und im Western Cape signifikante Niederschlagsmengen gemessen wurden, gehen wir nun ab Ende Januar von geringeren Importmengen besonders bei weißen kernlosen Trauben aus. Auch bei roten kernlosen Trauben sind Verluste bei den anfälligeren Sorten wie zum Beispiel Starlight zu verzeichnen, ob es zu einer Unterversorgung kommt, bleibt abzuwarten", so Krasemann. 

Weitere Probleme wie etwa Stromausfälle wären an und für sich seit Jahren bekannt. Die meisten Packhäuser nutzen Generatoren und immer mehr auch Photovoltaikanlagen, um möglichst autark arbeiten zu können. Probleme bereiten die Stromausfälle jedoch unter anderem für die Bewässerungspumpen, wodurch eine konstante Bewässerung nicht gewährleistet werden kann. Der Betrieb mit Generatoren in den Packhäusern verursacht zudem einen signifikanten Kostenfaktor.


Foto: Fruchthansa GmbH

Verkaufspreise deutlich höher als im Vorjahr
Die Preise seien deutlich höher als im Vorjahr, was insbesondere bedingt ist durch die gestiegenen Kosten entlang der Lieferkette. "In Südamerika kommt der äußerst ungünstige Wechselkurs zwischen Euro und Dollar hinzu. Die Verkaufspreise liegen über dem Vorjahr. Die Produzenten können ihre Kosten dennoch kaum decken." 

Auch Bio-Trauben finden sich im Sortiment des Unternehmens aus Wesseling, die zuvorderst aus europäischer Produktion stammen, mit steigender Nachfragetendenz. "Die ersten Bio-Trauben aus Südafrika erwarten wir in der KW 4, aber noch gibt es keine ausreichenden Mengen für durchgängige Programme." 

Vermarktungszeitraum der Trauben
Die Saison für helle Trauben aus Südafrika beginne in der Regel mit der Standardware ab Mitte Dezember bis KW 8, gefolgt von Premiumsorten wie etwa Autumn Crisp, die bis etwa KW 15 im Markt vorzufinden seien. Rote Trauben aus Südafrika, die keine große Konkurrenz aus Indien erfahren, können bis Ende Mai angeboten werden, bevor ägyptische und marokkanische Trauben auf dem europäischen Markt erscheinen.

Im deutschen LEH spüre man ein seit Jahren wachsendes Interesse an roten Trauben. "Vor fünfzehn Jahren betrug der Anteil an roten Trauben etwa zehn Prozent. Mittlerweile sind wir bei einem guten Mischverhältnis von 50/50. Je nach Sorte, Zeitraum und Kundeninteresse schwankt die Nachfrage natürlich zwischen den hellen und roten Trauben. Traubensorten, die Kerne enthalten, wie etwa Red Globe, verlieren aber zunehmend an Bedeutung auf dem deutschen Markt", so Krasemann. 

"Bei den hellen Trauben handeln wir weiterhin mit guten Standardsorten wie Early Sweet, Sugarone und Thomspon Seedless. Wichtige, neue Sorten sind etwa Timpson, Autumn Crisp und Sweet Globe. Im roten Bereich ist die Sorte Crimson weiterhin angesagt, neuere Sorten wie Sweet Celebration und Allison verzeichnen ein großes Wachstum. Die neuen Sorten konnten sich sowohl aufgrund ihres guten Geschmacks aber auch wegen ihrer guten Produktionsbedingungen etablieren, das heißt: hohe Erträge, eine einfache Handhabung sowie gute Lagerfähigkeit", weiß Krasemann.

Plastikschalen weiterhin gefragt
Fruchthansa erhält die Ware sowohl in Schalen als auch als lose Ware. "Die Standardverpackung im deutschen Lebensmitteleinzelhandel ist nach wie vor die 500g-Schale, Clamshells und immer mehr in Siegelschalen. Je nach Saison und Kapazität kommt vereinzelt auch lose Ware bei uns an, die wir vor Ort in Schalen packen." Carry Bags, in denen die Trauben lose in 4,5 kg-Mengen verkauft werden, haben nach wie vor eine große Bedeutung.

"Die klassischen Kunststoffschalen sind immer noch gefragt, was unter anderem an ihrer einfacheren Handhabbarkeit und geringeren Verlusten im Geschäft liegt. Es gibt aktuell viele Versuche diese Schale durch eine Papieralternative zu ersetzen, ein vollwertiger Ersatz ist aber noch nicht gefunden." 

"Probleme gibt es in jedem Jahr. Man muss nur eine Lösung finden", so Krasemann. Trotz dieser Probleme schaffe es die Fruchthansa GmbH den Lebensmitteleinzelhandel jedes Jahr durchgängig zwölf Monate mit Trauben, ohne oder mit Kern, zu beliefern. "Das liegt unter anderem an der effizienten Lieferkette, den langjährigen, teils freundschaftlichen Lieferantenbeziehungen und unserer jahrelangen Erfahrung. Als Traubenlieferant sollte man daher breit aufgestellt sein, sowohl was Herkunft als auch Sorten betrifft, so kann man schnell und flexibel auf Marktgeschehen und klimatische Unwägbarkeiten reagieren und trotzdem die optimale Menge zu einem optimalen Preis liefern."

Besuchen Sie die Fruchthansa GmbH auf der Fruit Logistica in Berlin in Halle 20 am Stand B61.

Weitere Informationen:
Dr. Lutz Krasemann
Fruchthansa GmbH
Urfelder Str. 65
50389 Wesseling
E-Mail: info@fruchthansa.de  
Webseite: https://www.fruchthansa.de   


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