Johann Janker, Ecowind GmbH, und Stephan Schindele, BayWa r.e:

"Fruchtvoltaik bietet dem Anwender sowohl Einkommensdifferenzierung als auch Einsparungsmöglichkeiten"

Erneuerbare Energien, etwa Wind und Sonne, haben in den zurückliegenden Jahren rasch an Bedeutung gewonnen. Das Unternehmen EcoWind, eine Tochter der BayWa-Sparte 'Renewable Energy', widmet sich der Agri-Photovoltaik und hat ein Verfahren zur Doppelnutzung von Obstanlagen entwickelt. Mit der Inbetriebnahme der nagelneuen 'Fruchtvoltaik'-Anlage im oststeirischen Haidegg gibt es nun insgesamt 14 Agri-PV-Standorte in den Niederlanden, Deutschland und Österreich. Beim diesjährigen Erzeugerkongress ICOP in Weiz gaben Johann Janker & Stephan Schindele Einblicke ins Verfahren uns dessen Einsatzpotenzial.

Durch die sogenannte Doppelnutzung erntet der jeweilige Erzeuger nicht nur Äpfel und Beeren, sondern auch Sonnenenergie die entweder direkt verwendet oder eingespeichert und zum späteren Zeitpunkt eingesetzt wird. Schindele: "Somit bietet das Verfahren Chancen für ein Zusatzeinkommen sowie Kosteneinsparungen. Darüber hinaus wollen wir mit der Fruchtvoltaik auch zur Akzeptanz einer nahezu neuen Industrie beitragen."

Rechts: Blick auf die Anlage in Haidegg, wo Äpfel erzeugt werden. Des Weiteren kommt die Agri-PV auch bereits bei Stein- und Beerenobst zum Einsatz. Weitere Projekte in Polen und Portugal seien bereits geplant. 

Effiziente Bodennutzung
Durch die Obsthandelssparte der BayWa und die bestehenden Aktivitäten in der Vermarktung von Solarmodulen für die Industrie und den Mittelstand sei es ein relativ logischer Schritt gewesen die Kompetenzen in der Agri-PV zu bündeln, so Schindele. "Unsere Zielsetzung ist es, optimale Lösungen für die jeweiligen Märkte zu entwickeln und die Böden dabei effizient zu nutzen." Außer der doppelten Erträgen sei auch die Schutzfunktion der Solarpaneele Schindele zufolge nicht zu vernachlässigen. "Agri-PV bieten direkten Schutz vor Regen und Hagel sowie vor leichtem Frost. Wir haben festgestellt, dass insbesondere die Sonderkulturen im Obstbau großes Potenzial für Agri-PV bieten."


Johann Janker und Stephan Schindele

Reduzierter Arbeits- und Wasserbedarf sowie Pestizideinsatz
Neuestes Leuchtturmprojekt in Sachen Fruchtvoltaik ist die Anlage im steirischen Haidegg. Erste Ideen und Ansätze hierzu gab es im Februar 2021, im Juli diesen Jahres konnte die Anlage bereits in Betrieb genommen werden, schildert Janker. "Die Vorlaufszeiten sind also relativ kurz, was durchaus besonders vorteilhaft ist. In der Praxis bietet Agri-PV dem jeweiligen Landwirt ein Stück Einkommensdifferenzierung und mehrfach Einsparungsmöglichkeiten. Denn dank Agri-PV wird der Arbeits- und Wasserbedarf erheblich reduziert. Darüber hinaus können schlussendlich höhere Erlöse erzielt werden, was bis zu 8.000 Euro/ha pro Jahr entspricht. Auch sind wir der Überzeugung, dass auch der Pestizideinsatz dank Agri-PV stark reduziert werden kann, was ebenfalls im Sinne der Nachhaltigkeit ist."


Benedikt Kammerstätter und Michael Fuker (Ecowind)

Eckdaten Haidegg:
- Gesamtfläche: 5.000m2
- Unter PV-Paneelen: 2.775m2
- Gesamtkapazität: 340 kWp
- Voraussichtlicher Stromertrag pro Jahr: bis zu 385.000 kWh
- Anzahl Modulen: 1.134 Stück
- Spezifikationen: 49 % lichtdurchlässig
- Stromrichter: 9 Einheiten (jeweils 6 Schnuren mit 21 Modulen)

Weitere Informationen:
Johann Janker & Stephan Schindele
EcoWind GmbH
Tel.: +43 2748 20 310
Mail: jj@ecowind.at 
www.ecowind.at  
https://www.baywa-re.com/ 


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