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Versuchszentrum Laimburg stellt neue Forschungsergebnisse vor:

Gemeinsam gegen die Gewöhnliche Schalenbräune bei Äpfeln

Ganze 34 Prozent der Südtiroler Apfelernte sind vom Schadbild der „Gewöhnlichen Schalenbräune“ betroffen. Diese physiologische Störung des Apfels manifestiert sich während und nach der Lagerung und führt zu beträchtlichen Einbußen. Die Vorbeugung der „Gewöhnlichen Schalenbräune“ war Hauptthema der Lagerungstagung 2022 des Versuchszentrums Laimburg, die am Freitag, 05. August 2022, stattgefunden hat. Rund 100 Interessierte nahmen vor Ort im NOI Techpark in Bozen teil oder folgten den Vorträgen online, um sich über aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der Obstlagerung und den baldigen Ernte- und Lagerbeginn zu informieren.

Wie kann man der „Gewöhnlichen Schalenbräune“ vorbeugen? Und welche neuen Forschungsergebnisse versprechen in Zukunft eine optimale Lagerung? Kurz vor Beginn der Ernte- und Lagerungssaison stellten am vergangenen Freitag, 05. August 2022, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Versuchszentrums Laimburg bei der jährlichen Lagerungstagung aktuelle Ergebnisse im Bereich der Nachernte vor. Neben der „Gewöhnliche Schalenbräune“, einer physiologischen Lagerstörung des Apfels, wurde auch ein weiteres Schadbild diskutiert: Die pilzbedingten „Ramularia-Lentizellenflecken“ waren bisher in Südtirol kaum verbreitet, treten nun aber bei der Auslagerung der Äpfel immer häufiger auf. Maßgeblich am Lagererfolg beteiligt ist die Witterung. Die warmen Sommermonate führen in diesem Jahr zu einem frühen Erntestart. Die Lagerfähigkeit kann im Moment allerdings noch nicht genau vorhergesagt werden.

„Die Entwicklung und Validierung neuer Methoden zur Qualitätssicherung ist nicht nur im Anbau und in der Verarbeitung von Bedeutung, sondern vor allem auch in der Lagerung. Unsere Forschung im Bereich der Nachernte hat zum Ziel, qualitativ hochwertige und sichere Lebensmittel aus Südtirol zu produzieren“, führte der Direktor des Versuchszentrums Laimburg Michael Oberhuber in die Tagung ein.


Links: Die „Gewöhnliche Schalenbräune“ ist eine bedeutende Lagerstörung des Apfels. Rechts: „Ramularia-Lentizellen-Flecken“ treten in Südtirol zunehmend auf und werden von den Forschenden des Versuchszentrums eingehend untersucht. / Bild: Versuchszentrum Laimburg

Gemeinsam gegen die „Gewöhnliche Schalenbräune“
Die Ursache für das Auftreten der Lagerstörung „Gewöhnliche Schalenbräune“ ist bis dato nicht zur Gänze geklärt. Verursacht wird der Schaden vermutlich durch einen Kälteschock zu Beginn der Lagerung. Die Schale der Äpfel verfärbt sich bräunlich und sinkt ein, während das Fruchtfleisch unversehrt bleibt. Als Tafelware eignen sich die betroffenen Früchte allerdings nicht mehr, und es kann zu großen wirtschaftlichen Verlusten kommen. In Südtirol sind ganze 34 Prozent der Apfelernte von der „Gewöhnlichen Schalenbräune“ betroffen, allen voran Sorten wie Red Delicious und Granny Smith.
Im EUREGIO-Projekt „Scald-Cold“ untersucht ein Forscher-Team die „Gewöhnlichen Schalenbräune“ im Detail.

Ziel des von der Europaregion Tirol - Südtirol - Trentino finanzierten Projekts ist es, die Ursachen der Entstehung physiologisch und genetisch zu analysieren. Dafür werden verantwortliche Stoffwechselprodukte und Gene identifiziert sowie verschiedene Lagerungstechnologien untersucht.
Am Versuchszentrum Laimburg arbeitet man schon seit langem an der Erforschung und an Vermeidungsstrategien der „Gewöhnlichen Schalenbräune“.

Die intensive Forschungsarbeit brachte in Vergangenheit bereits positive Resultate. So war das Versuchszentrum Laimburg an der Mitgestaltung der Anwendungsprotokolle für die Behandlung von betroffenen Äpfeln mit einem Reifehemmer namens 1-MCP nach der Ernte beteiligt. Auch die Umsetzung der Lagerungstechnologie „Dynamisch Kontrollierte Atmosphäre“ (DCA) stellte eine bedeutende Errungenschaft des Versuchszentrums Laimburg dar. „In den letzten Jahren ist es gelungen, den durch „Gewöhnliche Schalenbräune“ verursachten Schaden immer besser in den Griff zu bekommen. Derzeit arbeiten wir mit dem Forscherteam von Fabrizio Costa der Universität Trient daran, genetische Marker für die „Gewöhnliche Schalenbräune“ in unseren Proben zu identifizieren, die wichtige Informationen für die Auswahl resistenter Sorten liefern werden", erklärte Angelo Zanella, Leiter des Instituts für Berglandwirtschaft und Lebensmitteltechnologie am Versuchszentrum Laimburg.

Neues Schadbild, außergewöhnliche Witterung und vielversprechende Sorten
In den vergangenen Jahren beobachtete man bei der Auslagerung der Äpfel in den Südtiroler Obstgenossenschaften eine zunehmende Zahl von Äpfeln mit Fruchtflecken. In den Labors der Arbeitsgruppe „Phytopathologie“ und der Arbeitsgruppe „Virologie und Diagnostik“ des Versuchszentrums Laimburg konnte Ramularia sp. als verantwortlicher Schadpilz bestätigt werden. Er löst das Schadbild der „Klecksartigen Lentizellenflecken" aus. Innerhalb der Rahmenvereinbarung „Invasive Arten im Obstbau und Schwerpunktkrankheiten“ des Südtiroler Apfelkonsortiums und des Versuchszentrums Laimburg werden die „Klecksartigen Lentizellenflecken" nun eingehend untersucht.

Bezüglich der Lagerfähigkeit von Obst hat die Witterung einen besonders gewichtigen Einfluss. Die Vegetationsentwicklung schritt im diesjährigen Frühjahr zügig voran und die Vollblüte bei der Referenzsorte Golden Delicious wurde wie im Vorjahr am 15. April erreicht. Im Vergleich zum langjährigen Mittel entspricht dies einem Vorsprung von zwei Tagen. „Das feuchtwarme Wetter im Frühjahr bot gute Wuchsbedingungen für die Äpfel. Hochsommerliche Temperaturverhältnisse folgten im Juni und Juli. Derzeit ist es aber noch zu früh, um genaue Prognosen zur Lagerfähigkeit treffen zu können“, so Andreas Wenter von der Arbeitsgruppe „Boden, Düngung und Bewässerung“ des Versuchszentrums Laimburg über den Witterungsverlauf der Vegetationsperiode 2022.

Scilate/Envy® gehört zu den vielversprechendsten neuen Apfelsorten in Südtirol. Sie ist allerdings empfindlich gegenüber physiologischen Lagerstörungen. Nach wenigen Monaten im Lager können im Inneren der Frucht bereits Verbräunungen auftreten. Seine vollständige Genussqualität entfaltet Scilate/Envy® allerdings erst während der Lagerung. Im Austausch mit Expertinnen und Experten aus dem Herkunftsland Neuseeland untersucht das Versuchszentrum Laimburg, welche Kombination aus Herkunftsqualität, optimalem Reifetermin und schonenden Lagerungsfaktoren sich am besten für die Lagerung von Scilate/Envy® eignet.

Weitere Informationen:
www.laimburg.it


Erscheinungsdatum:



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