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Werner Castiglioni und Hannes Tauber vom VOG:

35.000 Tonnen Äpfel für 40 Länder

Zum Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften aus Terlan gehören 12 Genossenschaften mit 4.600 Familienbetrieben, von denen 300 reine Bio-Betriebe sind. Wie uns Werner Castiglioni, Geschäftsführer der Genossenschaft Biosüdtirol, Mitgliedsbetrieb des VOG, mitteilt, produziert der Verband 42.000 Tonnen Bio-Äpfel pro Jahr, womit der Verband europaweit zu den größten Produzenten in diesem Bereich gehören. Mit Castiglioni und Hannes Tauber (Head of Marketing, VOG) sprachen wir über die aktuelle Bio- Apfelproduktion und neuen Entwicklungen des VOG.


Werner Castiglioni und Hannes Tauber 

Vermarktung in 40 Ländern
"Von den 42.000 Tonnen Bioware zählen 35.000 Tonnen zur Frischware. Die Äpfel werden in über 40 Ländern weltweit exportiert. Darunter fallen Länder wie Dubai oder Singapur als auch Länder in Südamerika. Mittlerweile bewegt sich die Nachfrage auf einem sehr guten Niveau. Wir versuchen vor Ort in den jeweiligen Ländern den Biomarkt gemeinsam mit lokalen, interessierten Partnern aufzubauen. Gerade in Ländern, in denen der Biomarkt noch nicht so weit entwickelt ist, versuchen wir unser Wissen zu vermitteln", so Castiglioni.

Ferner nähme er ein wachsendes Interesse seitens der Kunden aus den außereuropäischen Länder im Biosektor wahr. "90 Prozent der Ware wird hauptsächlich an Europa vermarktet. Doch mittlerweile haben wir lokale Partner wie etwa in Dubai, in denen Bio-Ware ein ernstzunehmendes Thema darstellt. Auch deshalb werden verstärkt Äpfel mit guter Lagerfähigkeit und einem guten Shelflife produziert, wie etwa Red-Pop, der  Little Big Sweet, der sich besonders gut für eine Vermarktung in Asien eignet."

Ganzjährige Versorgung mit Bio-Äpfeln
Durch die intensiven Bestrebungen des Verbandes ist es nun möglich, ganzjährig Bio-Äpfel anbieten zu können – auch mittels spezieller Sommer-Sorten. "Diese Äpfel weisen eine lange Haltbarkeit und eine gute Qualität auf, weshalb die Kunden auf Ware von Übersee verzichten können", sagt Castiglioni. Angesichts der Probleme in der Logistik wie auch in weiteren Bereichen, die die Obst- und Gemüsebranche betreffen, sei es zudem von Vorteil, mehr lokale Ware anbieten zu können. 

Der Bio-Anbau sei relativ schnell und stark gewachsen, so Castiglioni. "Wir haben ca. 1.000 Hektar erreicht, was etwa 10 Prozent der Gesamtfläche darstellt. Vor 30 Jahren sind wir mit acht Betrieben gestartet, jetzt sind wir bei gut 300. Es sind vor allem junge Landwirte, die diese Entwicklung forciert haben. Die Mitglieder können sich aber natürlich frei entscheiden, welche Produktionsrichtung sie einschlagen möchten", betont Castiglioni.

Die Tendenz sei in den letzten Jahren stark angestiegen, allerdings befinde man sich aktuell in einer Beobachtungsphase. "Der Bio-Markt entwickelt sich eher wellenförmig und stagniert aktuell ein wenig. Angesichts der Zahlen bin ich aber zuversichtlich, dass der Bio-Anbau wieder anziehen wird." Abgesehen von den Herausforderungen hinsichtlich der Kosten für Energie, Verpackungen, Logistik etc. sei das Thema Mitarbeiter- bzw. Personalmangel ein geringeres Problem, da es sich bei den VOG-Mitgliedern um Familienbetriebe handele. "Die Kleinstrukturiertheit sowie die hohe Anzahl der Mitglieder ist daher ein Riesenvorteil", weiß Castiglioni. 

Steigende Nachfrage für Vertragssorten
Das Interesse an Vertragssorten steige Castiglioni nach ebenfalls an: "Der Handel merkt, dass man sich durch die Mehrinformationen, die man mit Clubmarken vermitteln kann, von anderen abhebt. Gerade für Südtirol ist die Unterscheidung mittels Vertragssorten sehr wichtig, da viele kleine Familien hinter den Produkten stehen und keine Großbetriebe. Genau diesen Mehrwert müssen wir transportieren können."

Äpfel anbauen, die die Kunden überzeugen
Tauber zufolge erfreuen sich die Sorten Gala, Braeburn, Granny Smith und Golden Delicious fortwährend großer Beliebtheit, weshalb sie auch stets in den Supermarktregalen vorzufinden sind. Neuere Sorten wie etwa die Sweettango® fallen wiederum durch besondere Geschmackseigenschaften auf, so Tauber. Diese Sorte wird früh geerntet und entsprechend früh vermarktet. Der zeitliche Schwerpunkt bei dieser Ware ist September/Oktober.

"Im Anschluss an den erwähnten Apfel, findet Kanzi®, ein sehr knackiger und frischer Apfel, seinen Weg in die Vermarktung genauso sowie die Pink Lady®, die als eigenständige Marke den Durchbruch geschafft hat. Von Frühling bis Sommer haben wir auch neue Markenäpfel wie etwa Red Pop®, Giga® oder Cosmic Crisp® im Angebot. Unser Sortiment soll stetig verbessert und erweitert werden. Denn unser Ziel ist es, in den Regalen diejenigen Äpfel anzubieten, die den Konsumenten überzeugen", sagt Tauber. 

Weiterentwicklung von Snacking-Äpfel
Snacking-Äpfel hätten sich vor allem bei jüngeren Zielgruppen etabliert, da diese Früchte leicht transportierbar seien und sich zum Verzehr bei der Arbeit, beim Sport, in der Schule, usw. eigneten, sagt Tauber. "Red Pop® als auch Little Big Sweet sowie Kanzi® mit jeweils dem Kaliber 65-70 eignen sich wunderbar zum Snacken. In unserem Sortiment finden sich aber auch wesentlich kleinere Sorten, die teils unter Kaliber 60 sind. Allgemein forschen wir und entwickeln uns in diesem Segment ständig weiter."

100 Prozent plastikfreie Verpackungseinheiten
In den letzten Jahren sei das Unternehmen für die Produktmarke Biosüdtirol von von 0 auf 100 Prozent plastikfreie Schalen umgestiegen. Ebenfalls werden kompostierbare Beutel angeboten, bei denen die Zusatzkosten für das Material schon vor den aktuellen Krisen um das Zehnfache höher gewesen sind als herkömmliche Plastikbeutel. Die Mehrkosten für Graspapier könne man nur zum Teil weitergeben, da Verbraucher lediglich zu einem gewissen Teil bereit seien, mehr für nachhaltige Produkte zu zahlen. "Es liegt aber auch in unserem Interesse, dass wir die Produkte der Erzeuger, die viel Arbeit in die Waren gesteckt haben, auch entsprechend vermarkten zu können. Auch wenn es damit verbunden ist, dass wir manche Kosten selbst tragen müssen, um eine tatsächliche Nachhaltigkeit gewährleisten zu können", sagt Tauber.

Die zwei Dachmarken: Bio Marlene und Biosüdtirol, mit denen jeweils verschiedene Zielgruppen angesprochen werden sollen. Die Verpackung ist zu 100 Prozent plastikfrei. 

Zwölfmonatige Verfügbarkeit erfordert strategisches Umdenken
Um die eingangs von Castiglioni erwähnte ganzjährige Verfügbarkeit gewährleisten zu können, sei hierzu auch ein "Category Management" vonnöten. Tauber erläutert, dass hierbei ein System gemeint sei, welches einerseits individuell auf die jeweiligen Handelspartner, das jeweilige Land, die Zielgruppe, etc. zugeschnitten werden kann, andererseits aber auch genutzt werden soll, um mit den Partnern das ideale Verkaufsregal zu gestalten.

"Wir generieren dadurch sozusagen eine Win-Win-Win-Situation, sprich: eine rentabel Wertschöpfung für Erzeuger, Handelspartner und Konsumenten. Category Management bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten an, Konsumenten zu erreichen und zu animieren, sich die Produkte zu kaufen. Wir möchten den Apfel zudem als modernes Produkt präsentieren. Hierfür beschäftigen wir uns auch mit den Bedürfnissen der Konsumenten selbst: was möchten sie heute und was sind die Trends von morgen? Der Apfel soll erlebbar werden, ob nun am Point-of-Sale oder auch darüber hinaus, etwa über Social-Media- oder Medienkampagnen, Apfelführungen, Besuche auf dem Bauernhof, und vieles mehr", sagt Tauber abschließend.

Weitere Informationen:
Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften
Jakobistraße 1/a
39018 Terlan (Südtirol)
Tel. +39 0471 256 700
Fax +39 0471 256 699
info@vog.it 
info@pec.vog.it 


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