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Saisonstart beim Pfalzmarkt mit Harry Eicher, Hans-Jörg Friedrich und Christian Deyerling

"Wir werden uns außerdem mehr Salaten mit Wurzelballen, sprich Hydroponik, widmen"

Zum Start der diesjährigen Frischgemüse-Saison lud die Pfalzmarkt eG zum Besuch auf dem Freiland-Anbau vom Pfalzmarkt-Erzeuger Harry Eicher ein. Neben Eicher äußerten sich auch der Pfalzmarkt-Vorstand Hans-Jörg Friedrich sowie Aufsichtsratsvorsitzender Christian Deyerling zur aktuellen Saison, neuen Trends und zur Prognose für die Saison.

2021 hatte der Pfalzmarkt einen Umsatz von 167 Millionen Euro mit einer Produktionsmenge von 212.000 Tonnen, die von 13.000 Hektar Land bezogen werden. Zu den Topprodukten zählen Bundzwiebeln mit ca. 85 Millionen Bünden, Radieschen mit ca. 74 Millionen Bünden und Blattsalate mit ca. 45 Millionen Köpfen.


Pfalzmarkt-Erzeuger Harry Eicher, Vorstand Hans-Jörg Friedrich und Aufsichtsratsvorsitzender Christian Deyerling

Neue Vermarktungshalle mit 30.000 m2 Umfang
Der Vorstand Friedrich freut sich wiederum darüber, dass der Pfalzmarkt in den kommenden Wochen wieder den Vollbetrieb nahezu aufnehmen kann. Denn zum Start der neuen Saison kann die eG auf eine neue Vermarktungshalle mit einem Umfang von 30.000m2 zugreifen. "Wir haben zum Glück früh mit den Baumaßnahmen begonnen. Denn mittlerweile gibt es viele Schwierigkeiten Baumaterialien zu erhalten. Wir hatten auch die Befürchtung, dass es aufgrund von Corona zu viele Ausfällen kommen könnte. Auch mit den Kosten sind wir in dem geplanten Rahmen geblieben. Allerdings hatten wir im Großen und Ganzen keine Verzögerungen zu verzeichnen", resümiert Friedrich. 

"Das Jahr 2021 ist gut gelaufen. Wir konnten unseren Umsatz im letzten Jahr noch etwas steigern, was auch daran liegt, dass wir für unsere Kunden im Winter zunehmend Ware aus dem Ausland beziehen, damit wir am Ball bleiben und uns im Frühjahr keine Sorgen machen müssen. Insofern ist das Wintergeschäft auch wichtig geworden", sagt Friedrich. 

"Wir konnten mit guten Mengen an Bundzwiebeln in die Saison starten, weil wir zum Glück keine Frost hatten. Der Spargel ist so früh angelaufen wie auch in den letzten Jahren. Größere Salatmengen können wir seit Mitte April anbieten, wobei ich auch schon den ersten Kohlrabi gesichtet habe. Ab Mitte Mai werden wir fast die gesamte Produktpalette, bis auf Zucchini, anbieten können", prognostiziert Friedrich. 

Konkurrenz aus Italien und Spanien
Ihm zufolge sei der LEH zwar auf Nähe erpicht und darauf, Produkte der Kategorie "Nähe" anzubieten, was sich jedoch nicht nur auf die Pfalz, sondern insgesamt auf deutsche Ware beziehe. "Hierbei müssen wir uns aber auch gegen die italienische und spanische Ware durchsetzen, weil sie ihre Bestände zu einem niedrigeren Preis verkaufen, den wir nicht akzeptieren können. Wir kommen also mit einem höheren Preisniveau auf den Markt, wobei der LEH natürlich auch bereit sein muss, das entsprechende Geld dafür zu zahlen." Die deutsche Ware sei aber weiterhin sehr gefragt, was dem Pfalzmarkt entgegenkäme. "Denn was heute geerntet wird, ist morgen schon im Regal", so Friedrich. 

Neue Produkte
Mit Edamame, Vulkanspargel und Stangenbrokkoli scheut sich der Pfalzmarkt auch nicht davor, mit neuen Produkten auf den Markt zu kommen. Friedrich: "Wir versuchen natürlich erst mal mit den neuen Produkten, die wir schon auf dem Markt vorgestellt haben, auch entsprechend zu etablieren, wie etwa den Stangenbrokkoli mit der Eigenmarke Bimi. Dieser ist in anderen Ländern schon ein großer Trend. Wir werden uns außerdem Salaten mit Wurzelballen, sprich Hydroponik, mehr widmen. Generell arbeiten wir immer wieder an neuen Sorten, die dem Wetter angepasst werden müssen." 

Den dreien bereite die Erhöhung des Mindestlohns auf 12,00 Euro durchaus Sorgen. "Es kann durchaus sein, dass arbeitsintensive Produkte nicht mehr angeboten werden können", so Deyerling. "Das Gemüse ist geprägt von Handarbeit, jedoch können wir Preise oftmals nicht umsetzen. Dadurch werden wir unweigerlich bestimmte Kulturen mehr oder weniger verlieren." 

Bunte Salatmischung
Eichers Anbau wurde 1970 von dessen Vater gegründet und widmete sich zuvor primär dem Anbau von Kopfsalat. Das Sortiment wurde von Eicher daraufhin um Lollo Rosso und Bionda sowie rote Kopf- und Romana-Salate, als auch Blumen- und Chinakohl erweitert. "Mit der Pflanzung haben wir gegen Ende Februar begonnen und mit der Ernte Anfang April, wobei wir Letztere um drei Tage aufgrund des Schneefalls verzögern mussten. In den Sommermonaten dürften wir dann drei bis vier Wochen nach der Pflanzung erntefähig sein", sagt Eicher.

Bei den Produkten werden von den großen Lebensmitteleinzelhandelsketten bestimmte Gewichtsvorgaben gesetzt. "Bei den Buntsalaten erreichen wir bei den roten Salate etwa 200g und für grüne 250g, während in den Sommermonaten die roten Sorten zwischen 250-300g und die grünen 350g erreichen. Kopfsalate sollten einen Umfang von 400-450g haben", sagt Eicher. Trotz der an für sich passenden Umstände, wundert sich der Landwirt über die Absagen von manchen Saisonkräften.

Gemüsegarten Deutschlands
Deyerling, der selbst Erzeuger ist und den Überblick über alle 120 Betriebe hat, die mit dem Pfalzmarkt kooperieren, teilt Eichers Einschätzung. "Die Saisonarbeitskräfte haben selbstverständlich die Freiheit dort zu zu arbeiten, wo sie wollen. Allerdings handeln sie, glaube ich, teilweise etwas kurzsichtig", so Deyerling. Es werde auch immer schwieriger Saisonkräfte zu finden, was unter anderem auch mit der wechselhaften Wettersituation zusammenhinge. "Es kommt öfter zu Regen und es wird auch mal recht heiß. Unsere Saisonarbeiter schauen natürlich, wo sie am besten verdienen und unter den besten Umständen arbeiten können." 

Die Herausforderungen durch das Hochwasser, die Hitzewelle und Corona-Pandemie konnte man in der Pfalz zwar noch gut bewältigen, jedoch kämen durch den Krieg in der Ukraine neue Probleme auf.  "Die Beschaffungskosten von Verpackungsmaterialien, Holzsteigen, etc. ist immens in die Höhe gegangen. Wenn eine Kiste das Doppelte von dem kostet, was sie davor gekostet hat, müsste sich das eigentlich auch im Preis widerspiegeln. Ein weiteres, großes Problem ist, dass die höheren Verbraucherpreise bei den Erzeugern aber nicht unbedingt ankommen. Das kann wiederum weitere Probleme in der Zukunft mit sich bringen", schätzt Deyerling ein. 

Gleichzeitig spielten Trends wie Nähe bzw. Regionalität, Frische und Nachhaltigkeit der Erzeuger aus dem "Gemüsegarten von Deutschland" in die Karten. Gerade auch im Hinblick auf das Thema Gesundheit. "Trotz allem fokussieren sich die Verbraucher in einer Krise dann eher auf Grundnahrungsmitteln. Luxusprodukte wie Spargel werden nicht mehr sehr nachgefragt." Da hierdurch viel Ware liegen bliebe, könne es zu einem Überangebot kommen, wodurch die Preise deutlich niedriger wären als sonst.

Weitere Informationen:
Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG
Neustadter Str. 100
67112 Mutterstadt
E-Mail: info@pfalzmarkt.de 
Internet: https://www.pfalzmarkt.de 


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