Rheinische Obstbauern überzeugen Verbraucher mit vielen alten und neuen Apfelsorten

"Mit Blick auf Klimaveränderung ist Sortenzüchtung wichtig“

Seit dem Spätsommer stand bei den Obstbäuerinnen und Obstbauern im Rheinland vor allem eines auf der Agenda: Äpfel und Birnen pflücken. Zuerst kamen Sommeräpfel wie Delbarestivale und Barbarossa oder Sunrise in die Kisten. Ab September wurden dann die ersten reifen Lageräpfel gepflückt, darunter zum Beispiel Elstar, Gala und Wellant. Ob süß oder säuerlich, besonders aromatisch und
saftig oder eher mild: Die rheinischen Obstbauern haben für jeden Geschmack etwas geerntet.

Philip Wißkirchen, 1. Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau Bonn/Rhein-Sieg, baut in seinem Obstbaubetrieb in Meckenheim fast 20 verschiedene Apfel- und Birnensorten an – darunter Wellant, Pinova und Elstar. „In diesem Jahr konnten wir im Rheinland durch die kühlen Nächte und die sonnigen warmen Tage gut ausgereifte aromatische Früchte ernten“, berichtet Wißkirchen. „Das ist wichtig, denn den Verbraucher überzeugt nicht nur der Name einer Sorte, sondern auch Geschmack, Frische, Qualität sowie das Aussehen der Früchte sind entscheidend.“


Carsten Dahlhausen ist Obstbauer in Meckenheim.

Passende Sorte für jeden Verbraucher
Sein Kollege Carsten Dahlhausen kann das nur bestätigen. „Jede Zielgruppe möchte ihr eigenes Geschmackserlebnis haben“, erzählt der Obstbauer aus Meckenheim. „Während vor allem jüngere Verbraucherinnen und Verbraucher gerne in süße und knackige Äpfel beißen, bevorzugen ältere Kundinnen und Kunden oft Apfelsorten, die
sie noch aus Kindheitstagen kennen.“ Zu den altbekannten Sorten zählen zum Beispiel Cox Orange, Boskoop und Berlepsch. „Bei der Sortenvielfalt im Rheinland ist für jeden Verbraucher und jede Verbraucherin die passende Sorte dabei“, sagt Dahlhausen.

Sein Tipp: „Einfach im Hofladen oder im Supermarkt nach Äpfeln aus
der Region fragen und sich durchprobieren!“ Außerdem: Da die Obstbauern im Rheinland in diesem Jahr viele Äpfel ernten konnten, wird regionale Ware in den Supermarktregalen so schnell nicht knapp.

'Klimaresistente' Sorten
Ein wichtiger Partner bei der Sortenwahl ist für die rheinischen Obstbauern das Kooperationszentrum Campus Klein-Altendorf vor den Toren Bonns. Dort werden zurzeit mehr als 120 neue Apfel- und Birnenzüchtungen geprüft. Neben dem Geschmack prüfen die Obstbau-Experten am Campus auch den Anbauwert einer
neuen Züchtung. Das heißt: Neue Züchtungen sollten zum Bespiel robuster sein gegenüber bestimmten Pilz-Erregern.

„Auch mit Blick auf die Klimaveränderung ist die Sortenzüchtung wichtig“, erklärt Anke Fischer, Versuchsleiterin des DLR Klein-Altendorf. „In Zukunft wird zum Beispiel das Risiko für Spätfrost im Frühjahr oder lange Hitzeperioden im Sommer steigen. Deswegen prüfen wir auch, wie gut neue Züchtungen mit Wetterextremen zurechtkommen können.“ Und damit unterm Strich zu einer Weiterentwicklung im rheinischen Obstbau führen – zugunsten der Obstbauer und der Verbraucher.

Weitere Informationen:
Fachgruppe Obstbau Bonn/Rhein-Sieg
Ansprechpartner: Kristina Wollseifen und Herbert Knuppen
E-Mail: Obstausderregion@gmail.com 


Erscheinungsdatum:



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