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BÖLW widerspricht entschieden

Zeit-Recherche unterstellt Bio-Betrieben Trickserei

"Unternehmen, die in Deutschland Bio-Waren herstellen, versuchen systematisch, die Bio-Gesetze zu umgehen. Sie panschen bei Lebensmitteln und pferchen Tiere in beengte Ställe. Dies geht aus Recherchen der Wochenzeitung DIE ZEIT hervor, die rund 500 bisher nicht veröffentlichte Dokumente ausgewertet hat. Diese Berichte und Statistiken verschiedener deutscher Landesbehörden geben Einblick in gut 2000 der etwa 50.000 deutschen Bio-Betriebe. Sie zeigen, wie Bio-Unternehmer tricksen. Die Dokumente stammen von Behörden, die die privatwirtschaftlichen Kontrollstellen überwachen, die mindestens einmal im Jahr überprüfen, ob sich Bio-Betriebe an die Regeln von EU-Verordnungen halten.

Laut ZEIT kaufen Bauernhöfe tonnenweise Obst, Gemüse, Getreide, Wein, Pflanzen, Futter und ganze Schweine und Kühe aus konventioneller Haltung, um sie anschließend als Bio-Ware zu deklarieren. Höfe, Bäckereien und Gastwirtschaften mischen konventionelle Produkte mit ökologischer Ware - und verkaufen beides als Bio. Landwirte belegen Ställe mit erheblich zu vielen Küken und verwehren Hennen den Auslauf. Kühe stehen angebunden in Ställen statt auf der Weide. Ställe verschmutzen, Tiere erkranken und sterben unverhältnismäßig oft. Betroffen sind den ZEIT-Recherchen zufolge alle Bereiche des vermeintlich ökologischen Handels: Einzelne landwirtschaftliche Betriebe genauso wie Restaurants, Großbäcker und Unternehmer, die Abokisten mit Obst und Gemüse bepacken. Beteiligt sind auch Betriebe, die sich dazu verpflichtet haben, nicht nur das Ökogesetz, sondern die noch strengeren Vorschriften von Bioland, Naturland oder Demeter einzuhalten.

BÖLW widerspricht dem
Die ZEIT-Redakteurin Anne Kunze stellt in ihrem Artikel vom 18. November 2021, DIE ZEIT No. 47 DOSSIER „Die Bio-Lüge“, das gesamte System der Produktion von ökologischen Lebensmitteln in Frage und unterstellt ihm Lügen und Kontrollversagen. In der Vorankündigung zum Artikel spricht sie sogar – noch plakativer – von systematischem „Panschen und Tricksen“ von Bio-Betrieben.

„Bio-Lebensmittel stehen für ein Versprechen: Sie sollen gesünder sein, die Umwelt schützen und dem Wohl der Tiere dienen“, beginnt Kunze ihren Artikel. Und in der Tat, dieses Versprechen erfüllen Bio-Lebensmittel in aller Regel. Dort, wo sie das nicht tun, decken Bio-Kontrollen Verstöße auf. Aus solchen Kontrollberichten zitiert die Redakteurin einzelne Verstöße (die also entdeckt wurden!), um daraus ein generelles Kontrollversagen abzuleiten. Zudem mischt sie Unterstellungen, Einzelmeinungen und ihre subjektiven Erwartungen zu ihrem Narrativ von der großen „Bio-Lüge“.

50.000 Bio-Betriebe aus Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel grundsätzlich zu diskreditieren, das ist absolut unangemessen“, sagt Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Bio ist der am strengsten kontrollierte Teil der Land- und Lebensmittelwirtschaft. Röhrig betont: „Wer so engmaschig kontrolliert, findet Abweichungen, die natürlich auch sanktioniert werden.“ Im Schnitt werden Bio-Betriebe 1,3-mal im Jahr kontrolliert.

„Bio ist der weitgehend gelungene Spagat, produktiv gute Lebensmittel zu erzeugen und gleichzeitig verantwortungsvoll mit öffentlichen Gütern wie dem fruchtbaren Boden, der Artenvielfalt oder der Luft- und Wasserqualität umzugehen“, so Röhrig. Wissenschaft zeigt immer wieder, dass Bio als System beim Umwelt- und Ressourcenschutz deutliche und messbare Vorteile bringt. 


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