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Safran-Anbau im Vinschgau

Marianne Tappeiner und Peter Weiß vom Kartheingut aus dem Südtiroler Tschars hatten während der Corona-Zeit den Entschluss gefasst, das Kartheingut auf Bio umzustellen, die Apfelwiesen am Sonnenberg oberhalb des Dorfes Schritt für Schritt zu roden und sich auf den Anbau von Safran und biologischem Gemüse zu spezialisieren, berichtet der Vinschger. Abgesehen davon, dass sie im Apfelanbau nicht unbedingt eine rosige Zukunft sieht, haben noch andere Faktoren dazu beigetragen, eine Alternative zum Obstanbau zu suchen: „Mein Mann ist zweimal mit dem Traktor verunglückt und hatte zweimal riesiges Glück. Der erste Unfall ereignete sich, als ich im neunten Monat schwanger war“, blickt Elisabeth zurück.

5.000 Knollen aus Frankreich
Als erste Anbaufläche für den Vinschger Safran wurde eine rund 150 Quadratmeter große Stele am Sonnenberg ausgesucht. Die Fläche liegt auf einer Meereshöhe von ca. 600 Metern und bietet gute Voraussetzungen für den Anbau des teuersten Gewürzes der Welt. Safranpflanzen lieben trockene, sonnige Standorte auf lockeren, sandigen und kalkreichen Böden. Nach einem ersten erfolgreichen Anbauversuch im hofeigenen Garten im Jahr 2020, nach vielen Recherchen und Kontakten mit Safran-Anbauern und Experten in der Wachau in Niederösterreich, in Deutschland und in der Schweiz wagten Elisabeth und Peter heuer eine erste größere Anpflanzung. 5.000 Safranknollen eines zertifizierten Biobetriebs in Frankreich wurden auf der genannten Stele im Spätsommer gepflanzt. Seit dem 8. Oktober ist Erntezeit. Noch bis in den November hinein wird Elisabeth Tag für Tag in aller Herrgottsfrüh mit der Taschenlampe ausrücken, um die Blüten zu ernten.

495 Blüten zum Geburtstag
Zu den besonderen Eigenschaften der Safranknolle gehört es, dass sie als sogenannte azyklische Pflanze erst im Herbst treibt und den Rest des Jahres im Boden überdauert. Der „Safrankrokus“ vermehrt sich durch seine eigenen Brutknollen selbst. Schon seit dem Beginn der Ernte führt Elisabeth genauestens Tagebuch. Am 8. Oktober z.B. brachte sie 130 Blüten nach Hause. Das Erntegewicht belief sich auf 3,7 Gramm, getrocknet brachte das Gewürz, das auch als „rotes Gold“ bezeichnet wird, 0,6 Gramm auf die Waage. Der bisher ertragsreichste Tag fiel just auf den 11. Oktober, den Geburtstag von Elisabeth: 495 Blüten mit einem Erntegewicht von 12,50 Gramm konnte sie auf der Stele pflücken.

Viele Verwendungszwecke
Safran wird in vielen Gebieten zum Teil seit Jahrtausenden angebaut, so etwa in Afghanistan, Iran, Kaschmir, Südfrankreich, Spanien, Marokko, Griechenland, Italien, Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz. Besonders geschätzt wird Safran in der Küche. Die Verwendungs-Palette reicht von Fischgerichten und Gemüsesuppen bis zur Zubereitung von Saucen, Nachspeisen, Reis-, Pasta-, Huhn- und Lammgerichten sowie zum Gebäck. Wer kennt es nicht, das Kinderlied, in dem es heißt: „Safran macht den Kuchen gehl!“ Was „gehl“ bedeutet, ist bis heute umstritten: die einen behaupten, es bedeute mürbe oder weich, die anderen glauben, dass „gehl“ eine Abwandlung des Wortes „gelb“ ist. 

Weitere Informationen über den Vinschger Safran gibt es auch im Internet (https://www.kartheingut.it/).

Den gesamten Artikel des Vinschger können Sie hier nachlesen. 


Erscheinungsdatum:



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