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Energie-Update: Erzeuger verbrennen Öl und entsorgen gutes Obst und Gemüse

In der vergangenen Woche gab es in Europa keine großen Preisspitzen bei Gas, aber zum Wochenende stieg der Gaspreis für die Wintermonate wieder an. Die Energiekrise ist sicherlich noch nicht vorbei. Grund für die Landwirte in Deutschland mit der Ölverbrennung zu beginnen, fand die Redaktion heraus, während in der Zwischenzeit immer noch schöne Ernten zu früh in den Container wandern. Hier ein Überblick: 

Deutschland
Unsere Reporter waren am Freitag in Nordwestdeutschland, wo sie gesehen und gehört haben, dass die Landwirte wegen der aktuellen Energiekrise beunruhigt sind. Viele Erzeuger haben sich in letzter Zeit mit unzähligen Fragen an Installateure gewandt, um Energiesparmaßnahmen zu ergreifen.

Eine davon ist das Verbrennen von Öl. Dazu müssen (die Einstellungen) der Heizanlagen angepasst werden. Einige Erzeuger verbrennen noch (teilweise) Kohle, aber Zuschüsse verleiten sie dazu, auf Gas umzusteigen. Einige niederländische Betriebe nutzen zum Beispiel gerne Erdwärme, oder sie wirtschaften in 'gaslosen' oder 'vollelektrischen Gewächshäusern'. Inzwischen ist Strom in Deutschland noch teurer als in den Niederlanden. Tatsächlich ist Deutschland bezüglich der Strompreise eines der teuersten Länder in Europa.

Einige deutsche Erzeuger im Nordwesten des Landes verzichten auf Beleuchtung. Sie stehen kurz vor einem Wechsel der Kulturen oder sind mit der Reinigung ihrer Gewächshäuser beschäftigt. Ein Gurkenanbauer hat wegen der hohen Energiepreise seinen Anbau bereits eine Woche früher eingestellt. Letzten Freitag hat er es aber fast bereut, da das Wetter draußen eigentlich noch recht gut war, so dass eine zusätzliche Anbauwoche vielleicht noch möglich gewesen wäre. Das Gewächshaus dieses Erzeugers wird noch etwas länger leer sein. Er hofft, dass er diese Zeit nutzen kann, um sich von den Bauchschmerzen zu erholen, die ihm die extrem hohen Gaspreise seit ein paar Jahren verursachen.

Analyse
Die Energiekrise ist immer noch sehr aktuell, aber es scheint, dass die erste Energieschockwelle in Deutschland inzwischen etwas abgeklungen ist und diese Woche hoffentlich keine weiteren Geschichten von besorgten Erzeugern mehr liefern sollte. Inzwischen erscheinen in den Medien erste Analysen und Prognosen.

Glastuinbouw Nederland weist auf die Folgen der Nachhaltigkeitsbestrebungen hin, mit dem der Gewächshausgartenbausektor konfrontiert ist. ABN Amro veröffentlichte eine (finanzielle) Analyse, die die Auswirkungen (sprich "schweren Verluste") für verschiedene Sektoren, einschließlich des Gewächshausgartenbaus, betrachtet. Laut Bankenexperten ist der Gewächshausgartenbau der Sektor mit der "höchsten Energierechnung". Wenn die Gewächshausgärtner die Kosten für das teurere Gas nicht vollständig an ihre Kunden weitergeben können, geht dies zu Lasten des Gewinns.

Ohne Gewinne haben Anbauer Mühe beispielsweise in Nachhaltigkeit zu investieren. Der niederländische Gewächshausektor ist da mit den Bankenanalysten einer Meinung: Die aktuellen Selbstkostenpreise der Erzeuger sind viel höher als vor den aktuellen (Energie-)Preiserhöhungen. Sie fordern daher, die stattlichen Steuern für erneuerbare Energien rückgängig zu machen.

Der Vorsitzende von Glastuinbouw Nederland, Adri Bom-Lemstra, bezeichnet die aktuelle Situation als "außerordentlich ärgerlich für Erzeuger, die weitgehend vom Kauf von Gas auf dem Tagesmarkt abhängig sind". Dies gelte auch für andere Branchen wie die Düngemittelindustrie und Verpackungsunternehmen.

Die hohen Energie- und Gaspreise werden zu höheren Verbraucherpreisen für Gemüse, Blumen und Pflanzen führen. Bom-Lemstra: "Das wird unvermeidlich sein." Auf der anderen Seite zeigen aktuelle Untersuchungen der Wageningen University & Research (WUR), dass Verbraucher zunehmend bereit sind, für nachhaltig produzierte Lebensmittel mehr zu zahlen. Das ist ein positives Signal für die Zukunft. Darauf sollte auch der Einzelhandel reagieren", sagt Bom-Lemstra.

Weniger Volatilität, aber immer noch viel Unsicherheit
AgroEnergy lieferte eine Analyse der anderen Art: "Es bleibt schwierig, die kurzfristigen Preisentwicklungen abzuschätzen. Die Winterkontrakte scheinen sich in Richtung eines neuen Preisgleichgewichts zu bewegen, da die Volatilität diese Woche bereits viel geringer war als letzte Woche. Präsident Putin bekräftigte am Mittwoch, dass Russland mehr Gas liefern kann, wenn Europa darum bittet. Er bestreitet entschieden, dass Gas als politische Waffe zurückgehalten wird, um eine schnellere Genehmigung von Nord Stream 2 zu erhalten. Die russische Gaseinspeisungssaison dauert bis zum 1. November, und der russische Energieminister Sorokin hat bereits angedeutet, dass keine Eile besteht, Europa vor diesem Zeitpunkt mit zusätzlichem Gas zu versorgen."

Und langfristig: 

Darüber hinaus ist die langfristige Situation sehr stark von kurzfristigen Verträgen abhängig. Nur sehr wenige richtungsweisende Nachrichten können sich langfristig stärker auswirken als kurzfristig. Auf dem Gasmarkt ist Q1'23 mehr als halb so groß wie Q1'22, was darauf hindeutet, dass die derzeitige Knappheit nur vorübergehend ist. Die Nutzung von Nord Stream 2 scheint hier berücksichtig worden zu sein. Die Europäische Kommission hat am Mittwoch einen 'Werkzeugkasten' vorgestellt, auf den die Mitgliedsstaaten zur Kompensation der hohen Energiepreise ihrer Bürger zurückgreifen können. Es wurde darauf hingewiesen, dass die jüngsten Preiserhöhungen ein "vorübergehendes Phänomen" sind, das nach dem Winter wahrscheinlich nachlassen wird. Die europäische Kommission wird weiter untersuchen, ob der Gaseinkauf auf europäischer Ebene von Vorteile sein könnte. Das sollte die Versorgungssicherheit besser gewährleisten."

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