South Africa Avocado Growers Association

Enttäuschende Avocado-Saison in Südafrika

Die Avocado-Saison in Südafrika war eher enttäuschend, so der Vorsitzende der South Africa Avocado Growers Association, Clive Garrett. Die Erträge sind geringer als erwartet und die aktuelle Ernte wird jetzt auf 16 Millionen Exportkartons von jeweils 4 kg geschätzt. 

Die unter den Erwartungen liegende Produktion ist auf drei Faktoren zurückzuführen:

"Es ist ein Off-Jahr, die Kälte im September beeinträchtigte die Blüte und daher gab es einen geringeren Fruchtansatz. Auch übermäßige Regenfälle im Januar und Februar spielten eine Rolle."

Durch die hohen Exportmengen aus Peru waren südafrikanische Avocados auf dem europäischen Markt schwer zu vermitteln.

Laut Ricardo Kotze, Avocado-Spezialist von Botha & Roodt auf dem Johannesburger Markt gibt es an den Avocados viele sichtbare Windschäden. Diese Früchte werden auf dem lokalen Markt angeboten. Hagelschäden an Pinkertons aus der letzten Saison waren ebenfalls zu beobachten. Anfang Juni hagelte es in der Gegend von Nelspruit. Durch die abgeschlagenen Blüten wird voraussichtlich die Ernte im nächsten Jahr beeinträchtigt.

Sehr hohe Inlandsnachfrage nach Kleinstmengen 

Im Vergleich zum letzten Jahr gibt es zufolge von Ricardo Kotze auf dem Johannesburger Markt 50% weniger Avocados. Die Früchte sind entgegen den Erwartungen aufgrund der ausreichenden Niederschläge im Sommer auch viel kleiner.

Zum Glück gibt es eine riesige Nachfrage nach Ein-Kilogramm-Verpackungseinheiten, denn der Bedarf von kleineren Größenklassen ist so hoch wie nie zuvor. In diesem Jahr gibt es einen starken Markt für die Klassen 22, 24, 26, 28. Dagegen waren in der Vergangenheit 16 und 18 sehr beliebt. Doch dieses Jahr gibt es auch die 10er und 12er im losen Verkauf und die Produzenten packen viele Beutel mit jeweils 1 kg Avocados ab. 

Er berichtet, dass dies auch mit den niedrigeren Verpackungskosten und dem damit verbundenen geringeren Arbeitsaufwand für 1-Kilogramm-Beutel statt Kartons zu tun hat. Durch die Covid-Pandemie waren viele Avocado-Anbauer zum Abbau ihres Packhauspersonals gezwungen.

Hinzu kommen die Unterbrechungen in der Lieferkette und die Schwierigkeiten in den Häfen. Die meisten Avocados werden aus Kapstadt mit dem Schiff exportiert. Es gibt Anbauer, die weder für den Export noch für die lokalen Märkte packen, was sehr schade ist, sagt er.

"Eigentlich sollten derzeit über 30.000 Kartons mit Avocados auf dem Markt sein. Momentan bewegt es sich aber zwischen 10.000 und 20.000 Kartons. Man geht in den kommenden Wochen von steigenden Mengen aus, sobald die Ernte von KwaZulu-Natal eintrifft. Dort soll es eine sehr gute Ernte geben."

Er sagt, dass die Hersteller von KwaZulu-Natal den Exportmarkt genau beobachten. So können sie bestimmen, wann mit dem Verpacken begonnen werden soll. In dieser Region wird meist spät geerntet und die Früchte können hier auch länger hängen. Je nach aktueller Lage auf dem Exportmarkt wird sich hierfür entschieden, was wiederum auch Folgen für den lokalen Obstmarkt hat.

Der aktuelle Inlandspreis von 16,17 R = 0,95 Euro pro Kilogramm liegt deutlich über dem Preis der letzten drei Anbauperioden.


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