Übersicht Weltmarkt Avocados

Der Avocado-Markt befindet sich derzeit in einer Krise: Im wichtigsten Exportland Peru gibt es erheblichen Mangel, der sich folglich auf die Preise auswirke. Die andauernde Corona-Krise und weitere Gastronomie-Schließungen in vielen europäischen Absatzländern macht die Situation noch schwieriger. 

Belgien: Erhebliche Engpässe auf dem Avocado-Markt
Es gibt ernsthaften Mangel bei Avocados. Nach Angaben eines belgischen Importeurs ist das Angebot extrem begrenzt und die Schiffe sind stark verzögert. Momentan kommen die Avocados aus Peru und Südafrika steht kurz vor dem Start. Die Preise sind recht hoch, aber nicht auf einem extremen Niveau. Nach Angaben des Importeurs ist dies auf das geschlossene Gaststättengewerbe zurückzuführen. "Wir erwarten, dass das Angebot in der nächsten Woche zunehmen wird, aber von einem Überangebot können wir vorerst nicht sprechen, da auch die neue Ernte in Peru sehr langsam reift."

UK: Erste Lockerung im Gastgewerbe spürbar
Zu Beginn des Jahres war das Angebot aus Israel und Spanien unzureichend, was zu Rekordpreisen führte. Peru begann zwar früh, konnte aber die Lücke nicht zufriedenstellend schließen. Die Volumina entsprechen denen des letzten Jahres, so wird berichtet. Die ersten großen Mengen aus Südafrika werden etwa in KW 20 erwartet. Kenia spielt aufgrund seiner mittelmäßigen Qualität eine eher untergeordnete Rolle.

Prozentual gesehen spielt Peru in den Sommermonaten mit einem Marktanteil von 70% die wichtigste Rolle, dicht gefolgt von Südafrika (16%). Kenia und Kolumbien spielen eine bescheidene Rolle, ebenso wie Brasilien und Mexiko.

Die ersten Lockerungen im Hotel- und Gaststättengewerbe scheinen angesichts der steigenden Nachfrage im wörtlichen und übertragenen Sinne Früchte zu tragen. Bei sonnigem Wetter und der Aussicht auf weitere Lockerungen wird erwartet, dass sich dieser Trend im Mai fortsetzt. Sobald jedoch das Volumen in das Hotel- und Gaststättengewerbe zurückkehrt, wird der Einzelhandelsumsatz leicht abnehmen.

Marokko: Israel investieren in marokkanischen Avocadoanbau
Eine Gruppe israelischer Investoren ist dabei, ein Anbauprojekt in Marokko zu starten. Das Projekt - das noch von der Regierung genehmigt werden muss - soll Berichten zufolge 10.000 Tonnen Avocado pro Jahr für den Export nach Europa liefern. Wie die israelische Zeitung Globes berichtet, haben die betreffenden Investoren eine Vereinbarung mit einem lokalen Unternehmen getroffen, mit dem sie bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet haben. Das Gesamtprojekt umfasst eine geplante Fläche von 455 Hektar. 

Spanien: Vorzeitiger Saisonabschluss
Die spanische Saison neigt sich dem Ende zu. Die Produktion in Südspanien (ca. 90% der Gesamternte) wurde bereits vor drei Wochen eingestellt, und in Valencia werden nur noch geringe Mengen Lamb Hass geerntet. In anderen Jahren lief die Saison regelmäßig bis Ende April und sogar Mitte Mai. Das frühe Ende der Saison hat mit dem kalten Frühlingswetter zu tun, das die Ernte reduzierte, während die Nachfrage relativ hoch war. 

Aufgrund der Umstände hat die peruanische Saison früher begonnen. Nur Früchte mit einem minimalen Fettgehalt können richtig transportiert werden und reifen, was zu Engpässen und folglich hohen Preisen führt. Dazu hat auch der aktuelle Ramadan beigetragen, berichten Experten. Generell blicken die Spanier auf ein gutes Avocadojahr mit hervorragenden Erzeugerpreisen und einem stetig wachsenden Konsum zurück. 

Niederlande: Wird Panikreaktion auf gutem Avocadomarkt die Preise senken?
Die Avocado-Saison ist derzeit in vollem Gange. Neben dem kolumbianischen Angebot sind derzeit auch Peru und Kenia voll auf dem Markt. Nach Angaben eines niederländischen Importeurs beginnt die Nachfrage nun abzunehmen. "Der Markt ist im Moment noch gut, aber es ist zu erwarten, dass es einen großen Preisverfall geben wird. Aber es kommt eine Menge Volumen herein, hauptsächlich aus Peru. Die Preise wurden monatelang hochgehalten, auch wegen der guten Nachfrage aus China, aber jetzt macht sich eine gewisse Panik breit."

Aktuell liegen die Preise für die guten Größen (4kg) aus Peru noch zwischen 11 und 13 Euro, der Preis aus Kenia ist traditionell etwas niedriger. "Die Leute trauen sich im Moment nicht, etwas extra zu verlangen, weil der Markt erwartungs kurz zusammenbrechen wird, besonders bei den kleinen Größen. Man sieht diese Panik immer am Anfang der Saison, aber ich hoffe, dass sich der Markt nach zwei oder drei Wochen wieder erholt. Hoffentlich können wir uns dann an ein Niveau um 8, 9 Euro halten."

Deutschland: Großhandelspreise erreichen Rekordniveau
Im deutschen Großhandel erreichen die Avocadopreise langsam aber sicher Rekordniveau. "Trotz des Nachfragerückgangs durch das steigende Angebot an Sommerfrüchten steigen die Packstückpreise auf 20-23 Euro für verzehrfertige Hass-Avocados. Das sind zwei Euro mehr als letztes Jahr um diese Zeit", berichtet ein Händler. Das hat alles mit den akuten Engpässen in Peru zu tun. Neben den Hass-Avocados sind auch grüne Avocados (Fuerte) erhältlich: Auch hier ist das Angebot begrenzt, wenn auch etwas großzügiger als bei den eingeflogenen Hass-Avocados.

Italien: Avocadoverbrauch wächst während Coronakrise
Die peruanische Hass-Saison ist jetzt in vollem Gange. "Die ersten Mengen sind relativ gering (18, 20 und 22), aber deshalb von der Größe her perfekt für die ost- und nordeuropäischen Märkte. Für den heimischen Markt sind vor allem die beliebten Größen 10, 12, 14 und 16 limitiert. Das wird voraussichtlich bis Mitte Mai dauern", sagt ein norditalienischer Händler. "Israel, Marokko und Mexiko sind fast komplett vom Markt verschwunden, Südafrika kommt jetzt mit grünen und Hass-Avocados auf den Markt."

Rückblickend betrachtet, gab es keinen Unterschied im Konsum zu Beginn der Krise im Vergleich zu 2019, berichtet ein Händler. "Allmählich stieg der Bedarf jedoch auf ein Wachstum von 500% im März dieses Jahres an. Die Menschen sehen die Avocado immer noch als Superfood und die Hass ist in dieser Hinsicht der Spitzenreiter."

Südafrika: "Off-Year" für Avocado-Exporte
Südafrika erlebt ein "Off-Jahr" mit einem geschätzten Gesamtexport von 16,5 Millionen Kartons à 4 kg. Die frühen Sorten zwischen Woche 12 und Woche 20 werden sich noch gut verkaufen, da Spanien und Chile relativ früh vom Markt sind und ein fast leerer europäischer Markt erwartet wird.

Ab Woche 18 wird ein erheblicher Druck auf den europäischen Avocadomarkt erwartet. Es gibt Gerüchte, dass Peru auch in diesem Jahr mit Lieferungen von 800 Containern pro Woche das Gesamtexportvolumen übertreffen wird, was zum Teil auf den relativ frühen Start in diesem Jahr zurückzuführen ist, der traditionell einen Preisverfall zur Folge hat. Dies hat auch Auswirkungen auf die südafrikanischen Exporte, da Europa, einschließlich Großbritannien, der Hauptmarkt ist.

Da auch die südafrikanische Zitrussaison in den Startlöchern steht, könnte es in Bezug auf Schiffscontainer eng werden. Die inländischen Großhandelspreise für ein Kilogramm liegen derzeit bei R13,33 (0,77 €) und die inländische Nachfrage ist ordentlich. 

Australien: Übergang von Shepard zu Hass 
Die Saison für die Shepard-Avocado befindet sich im Endspurt, da die Sorte hauptsächlich zwischen Februar und April vermarktet wird. Danach beginnt die Ernte der Hass-Avocado. Experten schätzen die heimische Shepard-Ernte in diesem Jahr auf 2,9 Mio. Kisten, auch angesichts des Wetters und der saisonalen Arbeiterprobleme. Die Shepard macht etwa 18% der gesamten Avocadofläche aus, die Hass ist mit 75% immer noch führend. 

Der Avocadoverbrauch in Australien steigt mit einem Gesamtverbrauch von 3,88 kg pro Kopf deutlich an. Experten erwarten in den kommenden Jahren weiteres Wachstum. 

USA: Hohe Nachfrage nach mexikanischem und heimischem Produkt
Derzeit kommt der Großteil des Volumens aus Mexiko. "Über die Gesamtmenge herrschte Uneinigkeit: Einmal war von 1.256 Millionen Tonnen die Rede, andere Quellen sprachen wiederum von einer höheren Menge. Wenn Mexiko es schafft, 27.000-32.000 Tonnen pro Woche zu liefern, würde dies in etwa die US-Nachfrage decken", berichtet ein Händler.

Gleichzeitig kommt auch einheimische Ware aus Kalifornien auf den Markt, die etwa 15 Prozent des Gesamtangebots ausmachen soll. Etwa 20 Prozent wurden Berichten zufolge bereits geerntet, mit einer geschätzten Gesamternte von 132 Millionen Kilo..

Die Nachfrage ist derzeit relativ hoch und liegt etwa 8-10 Prozent höher als im letzten Jahr. Der Kistenpreis ist niedriger als im März (ca. $37-38), wobei das kalifornische Produkt wieder einmal etwas teurer ist.

China: Preisverfall kennzeichnet aktuelle Marktsituation
Mit dem nahenden Ende der mexikanischen Saison ist ein Preisverfall auf dem chinesischen Markt zu beobachten. Die peruanische Saison befindet sich noch in der Anlaufphase mit kleineren Ernten und instabilen Qualitäten von kleineren Plantagen. Ab Mitte Mai wird voraussichtlich die Hochsaison beginnen. 

Darüber hinaus gibt es in China kleinere Mengen philippinischer Produkte, die meist von schlechter Qualität sind und viele Flecken auf der Haut aufweisen. Im März erlaubten die chinesischen Behörden zum ersten Mal kalifornische Luftfracht. Größere Lieferungen werden voraussichtlich Mitte Juni auf den Markt kommen. Die Qualität der kalifornischen Avocados ist sehr hoch und die Marktnachfrage bisher hervorragend. Nach Ansicht von Händlern hat Kalifornien das Potenzial, die Lücke zwischen Mexiko und Peru zu schließen. Außerdem ist der Transportweg im Vergleich zu Südamerika kürzer, was durchaus ein Vorteil ist. 

Bis vor kurzem war der chinesische Avocadopreis relativ hoch: Aufgrund höherer Mengen beginnen die Preise nun langsam zu sinken. Diese Woche fiel der Großhandelspreis für mexikanische Avocados auf 260 Yuan pro Kiste (10 kg). 

Für nächste Woche: Übersicht Weltmarkt Spargel


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