Verschärfte Grenzkontrollen an der deutsch-polnischen Grenze beeinträchtigen den Handel

"Es wird eine reine Katastrophe"

Anfang dieser Woche traten verschärfte Sicherheitsmaßnahmen an der deutsch-polnischen Grenze in Kraft, zwecks der Verhinderung der weiteren Verbreitung des Virus. Die Verschärfung der Grenzkontrolle trifft auch die Handelsbeziehungen zwischen beiden Nachbarländern, wie aus einer Umfrage von FreshPlaza hervorgeht.

„Kunden wollen nicht im Voraus bestellen“
Die aktuelle Corona-Krise trifft in erster Linie die polnische Exportbranche, denn jährlich exportiert die dortige Agrarwirtschaft tonnenweise Obst und Gemüse nach Deutschland und woanders. Die Situation wirke sich spürbar auf die Bestellmengen aus, berichtet eine Sprecherin eines Fruchtverarbeiters. „Kunden wollen nicht mehr 2 bis 3 Wochen im Voraus bestellen. Auch die Gastronomie – einer unserer bedeutendsten Absatzmärkte – wurde beinahe lahm gelegt. In Österreich sowie in verschiedenen deutschen Bundesländern sind alle Hotels, Restaurants usw. zu. Das ist aber auch bei uns in Polen der Fall“, heißt es.

Währenddessen versucht das westpolnische Unternehmen die Produktion möglichst aufrechtzuerhalten. „Die Bestellungen im Lebensmitteleinzelhandel werden schon mehr, weswegen die Produktionskapazität vorerst nicht zu sehr beeinträchtigt wird.“ Auch seitens des Transports sehe man noch keine große Folgen der verschärften Grenzkontrolle. „Wir liefern unsere Ware vorwiegend nach Berlin, von dort aus werden die weiter verteilt.“

„Akuter Lieferengpass bei braunen Champignons“
Seitens des Importeuren seien die Folgen der Krise bereits gravierend bemerkbar, erläutert ein Pilzgroßhändler der einen Teil seiner Ware aus Polen bezieht. „Wir haben diese Woche noch eine Lieferung bekommen aber das war laut der aktuellen Prognose auch das letzte Mal. Es wird eine reine Katastrophe. Die Branche ist komplett beeinträchtigt und es kommt kaum noch Ware aus Polen zu uns“, so der Fachhändler.

Im Tageshandel seien bereits akute Lieferengpässe spürbar: „Wir haben heute gar keine braune Champignons aus Polen bekommen. Wir haben jede Menge Anfragen von Abnehmern bekommen, konnte leider bei weitem nicht alle bedienen“, heißt es.


Erscheinungsdatum:
Author:
©



Erhalten Sie den täglichen Newsletter in Ihrer E-Mail kostenlos | Klick hier


Weitere Nachrichten in dieser Branche:


© FreshPlaza.de 2020

Melden Sie sich für unseren täglichen Newsletter an um immer auf dem neusten Stand zu bleiben!

Anmelden Ich bin bereits angemeldet