Job van den Berg über den Start von Quality Life Produce Nederland

“Mit eigenem Bio-Anbau beliefern wir Kunden das ganze Jahr über direkt"

Zuerst ist man auf der Suche nach eigenem Bio-Anbau auf niederländischem Boden, und 'plötzlich' hat man zwei eigene Anbauunternehmen. Bio World, der Biozweig der Best Fresh Group, hat dies geschafft. Ab der nächsten Saison wird in IJsselmuiden und Sexbierum ökologisches Gewächshausgemüse angebaut.

"Das bedeutet, dass der Kunde jetzt auch direkt an der Quelle kaufen kann", sagt Job van den Berg, Direktor der Bio-Abteilung der Best Fresh Group, die seit drei Jahren unter dem Namen Quality Life Produce (QLP) auf spanischem Boden anbaut.

IJsselmuiden
Im November stand natürlich das Durchstarten der großen friesischen Gärtnerei A.C. Hartman, die etwa ein Viertel der gesamten niederländischen Bio-Gewächshaus-Gemüseproduktion ausmachte, im Mittelpunkt des Geschehens.

Der erste Schritt zur eigenen Bewirtschaftung des niederländischen Bodens wurde aber in IJsselmuiden gemacht. Seit Anfang Oktober, als QLP Nederland das Licht der Welt erblickte, arbeitet das Unternehmen an der Umwandlung von 3,3 Hektar Gewächshausfläche. Die ökologische Saatzucht wird dem diesjährigen Anbau von 2 Hektar Paprika und 1,3 Hektar Tomaten Platz machen. Der Anbau hat im Januar begonnen und die Produktion wird ab Woche 18 losgehen.



In den vergangenen zwei Wochen wurde das Gewächshaus des QLP-Erzeugers Jannick Brink mit Tomaten- und Paprikapflanzen gefüllt, wie man auf LinkedIn sehen konnte.

Kontrollierter Bio-Anbau
In Sexbierum hat die Produktion bereits begonnen, konventionell wohlgesagt. Die ersten Gurken wurden am 17. Januar geerntet. Auf der Anbaufläche, insgesamt 38 Hektar, ist etwa die Hälfte biologisch und der andere Teil konventionell. "Mit QLP konzentrieren wir uns auf die ganzjährige Produktion von Gewächshausgemüse. Konventionell tun wir das auch, genau wie Hartman zuvor. Ein sehr schnelles Wachstum im konventionellen Anbau ist nicht unser Ziel, sondern ein kontrollierter biologischer Anbau."

Aber um dies zu ermöglichen, ist Anbaufläche erforderlich. "Die Umstellung auf biologisches Skal-zertifiziertes Produkt dauert zwei Jahre, und wenn man das will, muss man eine Übergangsphase durchlaufen", erklärt Job. "Während dieser Übergangsphase verkauft man konventionell, bis man Skal hat. Aber bis auf weiteres werden wir es in Sexbierum so lassen, wie es war. Außerdem muss man in der Lage sein, die konventionelle Fläche, die man beim Wechsel verliert, auszugleichen, sonst kann man nach einer Weile nicht mehr weiter wachsen, weil man sich in einer Übergangsphase befindet."

Die Gewächshäuser in Sexbierum. Die Gewächshausfläche von 38 Hektar wird von Quality Life Produce auf 35% Gurken, 60% Paprika und 5% Peperoni unterteilt. Beim Bio-Anbau ist die Unterteilung etwas größer mit 50% Kirsch-, Cocktail- und Strauchtomaten und 50% Gurken/Paprika, wobei es sich bei den Paprikas um gelbe, rote und eventuell grüne und Spitzpaprika handelt.

QLP ergänzen einander
Es ist ein großer Wandel, der vollzogen wurde. "Was wir erreichen wollen, ist, das ganze Jahr über ein komplettes Bio-Sortiment anbieten zu können", sagt Job. "Bio World ist und wird auch weiterhin das Import- und Exportunternehmen sein, aber QLP setzt sich für den eigenen Anbau ein. QLP Nederland ist eigentlich in QLP IJsselmuiden und QLP Friesland aufgeteilt, als Erweiterung von QLP Spanien, das seit drei Jahren einen eigenen Anbau und eigene Verpackungsmöglichkeiten hat."

Beide QLP-Zweige werden eng zusammenarbeiten, so wie die QLP das auch mit anderen Erzeugern macht, deren Produkt Bio World auf Wunsch verkaufen kann. "Wenn man das ganze Jahr über eine eigene Ernte hat, muss man gut zusammenarbeiten", sagt Job. "Wenn wir sehen, dass es während der Übergangsphase im Juli in den Niederlanden eine Flaute gibt, sorgen wir dafür, dass in Spanien ausreichend produziert wird. Und auch umgekehrt muss man sich auf die Produktionsspitzen in den Niederlanden einstellen, indem man zum Beispiel in Spanien die Tomaten früher aberntet."


Ein Blick in die spanischen Gewächshäuser

Freilandanbau für ein noch vollständigeres Gemüsepaket
In Spanien wird inzwischen auf 110 Hektar angebaut, davon 40 Hektar Bioanbau in Gewächshäusern und 30 Hektar konventionell, und 25 Hektar konventioneller Freilandanbau und 15 Hektar biologisch. In der Zukunft wird Freilandanbau auch für QLP Nederland möglich sein, erwartet Job.

"In der Region um Sexbierum herum wird auch ausgezeichnetes Freilandgemüse angebaut. Wir prüfen diese Möglichkeit auf jeden Fall, um in Zukunft ein noch vollständigeres und umfassenderes Bio-Gemüsepaket anbieten zu können. Das muss übrigens nicht unbedingt eine Zusammenarbeit sein, die man beim Notar abschließt, sondern kann auch einfach nur eine intensive Zusammenarbeit sein. Aber zuerst müssen wir mit niederländischem Gewächshausgemüse aus eigenem Anbau in die volle Produktion gehen. Das war unser Wunsch, und dieser geht nun in Erfüllung."

Für weitere Informationen:
Quality Life Produce
Job van den Berg
j.vandenBerg@biomontana.com  


Erscheinungsdatum:
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