Übersicht Weltmarkt Orangen

Der Weltmarkt für Orangen steht vor einigen Herausforderungen. Südafrikanische Orangen, und Zitrusfrüchte im Allgemeinen, kämpfen in den Häfen von Durban und Port Elizabeth mit Problemen. In Argentinien hat der Frost wahrscheinlich erhebliche Schäden verursacht. Spanien litt auch in dieser Saison unter dem Wetter und in Italien hatte das Tristeza-Virus einen gewissen Einfluss auf die Orangenmenge. Die Saison verlagert sich derzeit von Ländern wie Ägypten, Marokko, Spanien und Italien nach Südamerika, Südafrika und Australien. In den USA neigt sich die Saison in Kalifornien und Florida dem Ende zu und die USA stellen auf Importe aus Ländern wie Chile um.

Eine weitere Herausforderung auf dem Markt für Orangen sind Krankheiten wie Greening, Black Spot und Zitruskrebs. Die EU ergreift Maßnahmen, um die Ausbreitung dieser Krankheiten durch strenge Importmaßnahmen zu verhindern. Florida erholt sich jedes Jahr etwas mehr vom Greening, mit dem sie zu kämpfen hatten und die Produktion steigt langsam wieder.

Niederlande: Markt für frühe Navels klein
Das Angebot an frühen Navel-Orangen wird von Jahr zu Jahr kleiner. Importeure sagen, dass in der ersten Hälfte der Saison jedes Jahr weniger Navels verfügbar sind. In diesem Jahr ist das Volumen der Klasse II aufgrund von Windschäden hoch. Wie bei den Satsuma-Mandarinen sehen wir, dass der Markt für die frühen Navels begrenzt ist. Derzeit gibt es Valencia aus Ägypten, Marokko und Spanien auf dem Markt, mit denen man preislich kaum konkurrieren kann. Inzwischen haben einige Gebiete in Südafrika mit den mittleren und späteren Navels begonnen. Dies sind die besseren Sorten, obwohl es in Europa schwierig ist, dafür einen extra Preis zu erhalten. Auch hat man einen Start mit den südafrikanischen Valencia gemacht und man erwartet im Vergleich zum Vorjahr ein leicht rückläufiges Volumen. Derzeit sind die Probleme in den südafrikanischen Häfen, einschließlich Port Elizabeth und Durban, aber auch in Kapstadt, wo der Wind die notwendige Verzögerung verursacht hat, eine Herausforderung. 

Deutschland: Geringe Nachfrage kennzeichnet den Markt
In Deutschland sei der gesamte Zitrusmarkt zusammengebrochen, sagt ein Händler. Die Nachfrage ist aufgrund der Präsenz der Sommerfrüchte äußerst begrenzt. Bis letzte Woche gab es noch viele spanische Produkte auf dem Markt: Selbst jetzt sind spanische Orangen noch erhältlich, obwohl man nun eher Obst aus Südafrika bevorzugt. Die südafrikanischen Valencia Late Orangen dominieren derzeit das Sortiment. "Die Qualität der aktuellen Mengen ist sehr gut und mit einem Großhandelspreis von 11,50 bis 12,00 Euro pro Verpackung wird für diese Saisonphase ein normaler Preis gezahlt", sagt ein Händler.

Frankreich: niedrige Preise
Derzeit sind marokkanische und spanische Orangen auf dem Markt. Die Saison neigt sich dem Ende zu und innerhalb von zwei Wochen werden südafrikanische und uruguayische Orangen auf den Markt kommen. Die Nachfrage ist in den Sommermonaten etwas ruhiger. Die Preise sind daher recht niedrig. Der Markt wird sich erholen und die Preise werden innerhalb von 1 bis 2 Wochen steigen, erwartet man.

Spanien: Wetterbedingungen und Überschneidung helfen nicht
In Huelva wurden aufgrund der geringen Nachfrage und der niedrigen Preise auf dem europäischen Markt Millionen Kilos Orangen nicht geerntet. Dies ist hauptsächlich auf den Import aus Ägypten und Marokko zurückzuführen. Derzeit werden die späteren Sorten dieser Saison wie Navelina- und Ortanique-Clementinen zu einem vernünftigen Preis nach Deutschland exportiert.

Hohe Sommertemperaturen und zu wenig Niederschlag haben zu kleineren Früchten geführt. Die Saison für die frühen Sorten wurde um zwei Wochen verschoben, was zu einer Überschneidung auf dem Markt führte. Starke Regenfälle in einigen Regionen im Herbst verringerten auch die Ernte und wirkten sich auf die Qualität aus. Neben den Witterungsbedingungen überlappt sich der spanische Anbau mit Orangen aus Südafrika, Marokko, Tunesien und Ägypten. Infolgedessen waren die Preise für spanische Orangen im Durchschnitt um 39% niedriger und der Wert ging in dieser Saison um 40% zurück. Spanien ergreift Maßnahmen zur Reduzierung der Orangenproduktion.

Italien: Tristeza Virus war diese Saison eine Herausforderung
Sizilien schloss die italienische Saison Ende Juni ab. Der europäische Markt wurde von den neuen Tarocco-Sorten wie TDV, Ippolito, Meli und Sciara dominiert. Diese werden wegen ihrer Pigmentierung, ihres Geschmacks und ihrer Größe geschätzt. Die Saison war geprägt von der Herausforderung, ein Gleichgewicht zwischen den für den Markt bestimmten Produkten und der Branche zu finden. Aufgrund des Tristeza-Virus war ein Produktionsrückgang zu verzeichnen. Die Orangen kommen derzeit aus Südafrika und Lateinamerika auf den italienischen Markt.

Es gibt späte Sorten (Valencia Late und Chislett), deren Ernte Ende Juni beginnt. Aus den Kühlhäusern können diese Sorten bis August verkauft werden. Kleine Flächen mit der Valencia Late sind in Sizilien, Sardinien, Kalabrien und Apulien zu finden. Die Bedrohung für italienische Orangen liegt in Krankheiten wie dem Tristeza-Virus. Greening, Black Spot und Zitruskrebs wurden in Italien nicht festgestellt.

Ägypten: zukünftiger Marktführer?
Der Export von ägyptischen Orangen nimmt von Jahr zu Jahr zu. Die Anbaukosten im Land sind gering und im Vergleich zu anderen Produktionsländern hat das Land wenig Probleme mit den Wetterbedingungen. Ägypten kann zum Ende 2019 hin weltweit führend im Export von Orangen werden.

Südafrika: niedrigere Erträge als erwartet, Verzögerungen in den Häfen
Die Ernte von Navels für den Export ist um 2,5 Millionen Kisten niedriger als zu Beginn der Saison angenommen (derzeit sind es 24,5 Millionen Kisten von 15 kg). Bei einem vollen Weltmarkt für Orangen (hauptsächlich aufgrund der ägyptischen Exporte) hat dies jedoch nur geringen Einfluss auf den Preis. Der europäische Markt steht unter Druck, aber es wurden bereits viele frühe Navels nach Fernost transportiert. Die Preise sind hier stabiler.

Die Ernte der Valencias hat jetzt im Norden des Landes begonnen. Mit 51,1 Millionen Kisten / 15 kg Valencias ist dies ein etwas geringer Ertrag als ursprünglich angenommen. Die Zahl ist derzeit 3 ​​Millionen Kartons niedriger als im Vorjahr. Der Export beginnt langsam. In den Häfen von Durban und Port-Elizabeth besteht derzeit eine chronische Überlastung. Die niedrigeren Erträge an Navels sorgen für eine gewisse Erleichterung, was sich zu Beginn der Hochsaison für die Valencias ändern wird.

Argentinien: Frostschäden im Norden
Letzte Woche wurde die Provinz Entre Ríos von Frost mit Temperaturen von -5 ° C heimgesucht und das wirkte sich unter anderem auf die Orangen aus, insbesondere in den Gebieten Concordia und Federación. Obwohl der Schaden noch nicht erfasst werden kann, wird erwartet, dass dieser groß sein wird.

Chile: Volumen liegen 2% niedriger als im letzten Jahr
Der Anbau in Chile verläuft reibungslos. Anders als in Argentinien störte das Wetter die Anbaugebiete nicht, obwohl die Woche bei Temperaturen von 0 °C begann. Im Allgemeinen haben die Orangen eine gute Farbe und gute Qualität. Der Gesamtexport lag Ende der 27. Woche bei rund 19.448 Tonnen und damit 2% unter dem Vorjahresniveau. 95,6% waren für die USA bestimmt, 2,2% für Lateinamerika und 1% für den europäischen Markt. Kleine Mengen werden nach Kanada und Fernost exportiert. Ein großer Anteil entfällt auf Sorten wie Fukumoto, Lane Late und Navel Late. Aufgrund der starken Nachfrage in den USA interessieren sich die Erzeuger zunehmend für die noch kleine Sorte Cara Cara.

China: momentan niedrige Preise für Orangen
Die Saison für lokal produzierte Orangen hat noch nicht begonnen, nur so hier und da gibt es frühe Mandarinensorten auf dem Markt. Erst im August wird es mehr lokale Produktion geben. Das aktuelle Angebot besteht daher hauptsächlich aus importierten Orangen. Südafrikanische und australische Orangen dringen allmählich in den chinesischen Markt ein und werden in der kommenden Zeit zunehmen. Die spanische und ägyptische Saison neigt sich dem Ende zu und das Angebot nimmt langsam ab. In den letzten Wochen gab es nicht viel Angebot und der Preis war hoch, aber aufgrund der neuen Anfuhr auf dem Markt ist der Preis derzeit niedriger.

Vereinigte Staten: Kalifornien
Die Saison für kalifornische Navels endete Ende Juni und das ist viel später, als die meisten Erzeuger erwartet hatten. Normalerweise endet die Saison im Mai. Viele Sorten wurden jedoch später als in einer durchschnittlichen Saison geerntet. 2018 war eine Saison mit wenig Volumen und guter Nachfrage, 2019 hatte viel Produkt, aber mit einem schlechten Markt. Die Preise liegen bei 13-15 $ / Kiste, im Jahr 2019 waren das 16-18 $ / Kiste. Bei den Valencias geht es noch bis September weiter. Die Nachfrage sollte im September, wenn die Schulen wieder beginnen, erneut steigen. Die USA importieren auch Navels aus Chile. In dieser Saison erwartet man keine Lücke in der Versorgung mit Orangen.

Vereinigte Staaten: Florida
Die Valencia-Saison in Florida endete im Juni. Bis Ende Juli kommen die Orangen für den Handel aus der Kühlung. Die Erzeuger können auf eine gute Saison mit hohen Brix-Werten zurückblicken. Dazu haben gesunde Böden und gutes Wetter beigetragen.

Florida ist eine Region, die sowohl von Zitruskrebs als auch von Greening heimgesucht wird. Der Anbau verbessert sich jedes Jahr. In diesem Jahr war der Ernteertrag höher als in der letzten Saison. Auch in Florida werden neue Flächen bepflanzt. Die Nachfrage ist auch gut, obwohl es zwischen April und Anfang Mai einige Probleme gab, als viele Navels aus Kalifornien und anderen Regionen auf dem Markt waren.

Australien: Beste Qualität in 7 Jahren
Die Wintersaison für australische Orangen steht vor der Tür. Man sagt, dass dies die qualitativ beste Saison der letzten sieben Jahren ist. Bis Ende Juni 2018 wurden 526.089 Tonnen Orangen im Wert von 373 Millionen US-Dollar angebaut, ein Plus von 12%. Der Export stieg um 16% auf 190.043 Tonnen. Der chinesische Markt legte um 26% zu. Der Markt wird im Winter von den Navels und im Sommer von den Valencia dominiert.


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