Übersicht Weltmarkt Kiwi

Die Augen des gesamten Kiwisektors richten sich momentan auf die südliche Hemisphäre, die nun langsam den Weltmarkt erobert. Die ersten neuseeländischen Kiwis befinden sich bereits in Containern auf See. Die europäischen und nordamerikanischen Händler blicken auf eine überwiegend positive Saison zurück, mit Ausnahme von Italien. Der Kiwisektor hatte dort einen schwierigen Monat. Der französische Sektor erlitt im vergangenen Monat ebenfalls einen Schlag, als sich herausstellte, dass einige der als französisch verkauften Kiwis tatsächlich italienische Kiwis waren.

Neuseeland: Früher Start für Zespri SunGold
Die Saison der Zespri SunGold hat früh angefangen. Die ersten Schiffsladungen sind vor einer Woche Richtung China und Japan auf den Weg gegangen. Es ist der Beginn einer scheinbar großen Ernte. Zespri erwartet, in diesem Jahr mehr als 600.000 Paletten nach Übersee zu exportieren. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr 76 Millionen Kisten an grünen Kiwis und 65 Millionen Kisten SunGold geliefert. Nach neuesten Schätzungen wird Zespri in diesem Jahr mehr als 75 Millionen SunGold-Kisten liefern. Für grüne Kiwis wird die Zahl voraussichtlich unter 75 Millionen liegen. Die meisten Anbaugebiete hatten einen trockenen Sommer. Zespri hofft, dass sich dies positiv auswirkt und für einen guten Geschmack sorgt.

Australien: Kiwis steigen im Wert
Statistiken von Hort Innovation zeigen, dass in der Saison 2017 - 2018 9.582 Tonnen australische Kiwis angebaut wurden. Dies ist ein Rückgang um 2% gegenüber dem Vorjahr. Trotzdem stieg der Gesamtwert um satte 28% auf 26,3 Millionen US-Dollar. Die heimische Saison hat gerade erst begonnen und wird im Herbst ihren Höhepunkt erreichen. Der Export stieg im letzten Jahr um 9% und im Volumen um 20%. Der meiste Export ist für den deutschen Markt bestimmt (49%). Gleichzeitig importierte Australien 21.772 Tonnen, insbesondere aus Neuseeland.

Deutschland: Stabiler Kiwi-Markt
In Deutschland kann man die Kiwisaison derzeit stabil und zufriedenstellend nennen. Die Preise sind seit mehreren Monaten konstant, ebenso wie die verfügbaren Mengen aus Südeuropa. "Die letzten Zespri-Kiwis aus Neuseeland wurden bereits Mitte Dezember gehandelt. Danach wechselte der Markt nahtlos auf die französischen Kiwis. Solange Zespri auf dem Markt ist, werden andere Marken und Ursprünge, selbst bei guter Qualität, kaum erwähnt", sagt ein Großhändler.

Die ersten Seeka-Kiwis aus Australien werden Ende April / Anfang Mai auf dem deutschen Handel erwartet. Händler betonen, dass die Kiwi auf den Großhandelsmärkten ein Nebenprodukt ist, das hauptsächlich in drei Kalibern (20, 25 und 27) angeboten wird, wobei das Kaliber 20 normalerweise etwas teurer ist. Das Angebot und die Marktsituation sind im Jahresverlauf nahezu unverändert.

Belgien: Neuseeland in Kürze auf dem Markt
Die ersten neuseeländischen Kiwis sind auf dem Weg nach Zeebrugge. Das erste Boot wird voraussichtlich Ende April / Anfang Mai eintreffen. Es wurde mehr Volumen geerntet als im Vorjahr. In dieser Saison kommt viel SunGold nach Belgien, aber auch mehr grüne Kiwis. In den letzten Monaten hat der belgische Markt den Mangel an französischen Kiwis gut zu spüren bekommen. Die Preise für französische Kiwis waren in der vergangenen Zeit historisch hoch, dies hatte jedoch keinen oder nur geringen Einfluss auf den Umsatz. Trotz des Mangels sind die Händler überzeugt, dass sie bis zum Beginn der neuseeländischen Saison liefern können.

Frankreich: Kiwigate schockt den Markt 
Frankreich wurde Ende März aufgeschreckt, als bekannt wurde, dass 12% der in den letzten drei Jahren auf dem französischen Markt verkauften französischen Kiwis tatsächlich italienische Kiwis waren. Insgesamt handelt es sich um rund 15.000 Tonnen. Der Betrug kam ans Licht, weil es noch sehr viele französische Kiwis auf dem Markt gab, obwohl die Saison beinahe beendet war. Sowohl die Erzeuger als auch die Verbraucher wurden vom Betrug schwer getroffen. Frankreich baut jährlich ca 45.000 Tonnen an, während Italien einen Jahresertrag von 400.000 Tonnen erzielt. Die Verbraucher zahlen für französische Kiwis jeweils rund 0,70 €. Italienische Kiwis werden für jeweils 0,50 € verkauft. Das illegal verdiente Geld beträgt gute 6 Millionen Euro. Ein markantes Detail ist, dass bei den italienischen Kiwis, die als französische Kiwis verkauft wurden, ein Pflanzenschutzmittel gefunden wurde, das in Frankreich nicht zulässig ist.

Abgesehen vom 'Kiwigate'- Betrug hatte der Sektor eine gute Saison. Sowohl die Preise als auch die Qualität waren zufriedenstellend. Die Produzenten haben inzwischen mehr als die Hälfte ihrer Vorräte verkauft. Die letzten französischen Kiwis werden im Mai gehandelt und die Ernte der südlichen Hemisphäre kommt allmählich auf den Markt.

Italien: Hoffnung liegt im April
Der März war ein schlechter Monat für den Kiwisektor. Normalerweise steigen die Preise, aber dieses Jahr ist das nicht passiert. Die Landwirte hoffen, dass sich der Markt in diesem Monat erholen wird. Die Qualität der Kiwis ist gut und die Haltbarkeit ist sogar hervorragend. Vor allem Kiwi aus Latina und Kalabrien sind von hoher Qualität, obwohl es immer Unterschiede zwischen den einzelnen Produzenten gibt. Die Supermärkte fragen seit einiger Zeit nach Kiwis, die reif genug zum Verzehr sind. Vor einigen Jahren wurden viele harte Kiwis auf den Markt gebracht, was zu unzufriedenen Kunden führte. Nun sind die Früchte, die in den Regalen liegen, so gut wie 'ready to eat'. Nach 4 oder 5 Monaten in der Kühlzelle ist die Frucht immer noch von guter Qualität.

Es gibt viele Gründe für die schwierige Situation auf dem italienischen Kiwi-Markt. Erstens setzt die griechische grüne Kiwi den europäischen Markt stark unter Druck. Die Saison läuft zeitgleich mit der italienischen Kiwi. Die griechischen Haltbarkeitstechniken sind viel besser als vor drei bis vier Jahren. Griechenland hat bis Februar weniger exportiert. Zweitens steigt der Druck von anderen billigen europäischen Früchten, wie Äpfeln aus ganz Europa und Birnen aus den Benelux-Ländern. Die wirtschaftliche Situation stimuliert den Konsum auch nicht (dies gilt sogar für den Inlandsmarkt). Und zu guter letzt steigt die Beliebtheit der gelben Kiwis und das geht auf Kosten der grünen Kiwi. Die gelbe Kiwi war bis Mitte März noch voll auf dem Markt.

Am 31. März lagen die italienischen Hayward-Kiwi-Vorräte um 16-17% über dem Stand von 2018. Das Gesamtvolumen liegt jedoch immer noch 20% unter dem Durchschnitt der letzten Jahre. In der Zeit vor Ostern sollte die Nachfrage steigen, insbesondere auf dem italienischen Markt. Derzeit liegen die Preise für größere Kiwis zwischen 0,50 € und 0,60 € pro Kilo niedriger als im gleichen Zeitraum im Jahr 2018, und um 0,30 € - 0,40 € weniger als 2017.

Spanien: Höhere Preise für kleinere Kaliber
Die spanische Saison endet in diesem Monat. Ein Erzeuger und Exporteur aus Galicien sagt, dass die Ernte in diesem Jahr reichlich war, mit einem guten Gleichgewicht zwischen kleinen und größeren Kalibern. Dies sorgt für günstige und stabile Preise. Die Preise für kleine Größen sind höher als noch vor einigen Jahren. Dies ist auf eine steigende Nachfrage von Einzelhändlern zurückzuführen, die Kleinverpackungen verkaufen möchten. Afrikanische Länder fragen aufgrund des niedrigeren Preises auch kleine Größen. Der lokale Markt ist wichtig für spanische Kiwis. Der Inlandsmarkt hätte sogar das Potenzial, alle spanischen Kiwis zu konsumieren, denn nirgendwo in Europa essen die Menschen so viel Kiwi pro Einwohner wie in Spanien. Trotzdem ist es für die spanischen Erzeuger schwierig, mit den niedrigen Preisen von Kiwis aus Griechenland, Italien und Neuseeland zu konkurrieren.

Die Saison begann im September in der Region Valencia, in der nicht viel angebaut wird. Ende November setzte sich die Saison in Galicien und Asturien, den größten spanischen Anbaugebieten, fort. Die Fläche bleibt weitgehend stabil und zeigt ein leichtes Wachstum.

China: Inländisches Produkt bis August verfügbar
Es gibt noch chinesische Kiwis auf dem Markt. Diese kommen jetzt aus den Kühlzellen. Für die etwas kleineren Plantagen endet die Saison im April, aber die größeren haben noch bis August genug Angebot. Im Jahr 2018 gab es in einigen Anbaugebieten eine kleinere Ernte. Dies war auf den starken Frost im Frühjahr 2018 zurückzuführen. Dieser fiel genau in der Blütezeit. Das Wetter sieht derzeit gut aus, daher verläuft die diesjährige Blüte gut.

Seit Anfang Januar sind auch einige importierte Kiwis auf den Markt gekommen. Die wichtigsten Importländer sind Griechenland, Chile, Italien, Australien und Neuseeland. Die neuseeländische Saison hat gerade erst begonnen. Zespri-Kiwis sind auf dem Weg nach China und werden voraussichtlich Anfang April ankommen. Zespri ist in China eine sehr beliebte Kiwi und vor allem die SunGold hat in den letzten Jahren an Popularität gewonnen.

Nordamerika: Gute inländische Saison endet
Kalifornien schließt eine gute Kiwisaison ab. Die Saison begann am 1. Oktober mit einer großen Ernte und es wurde viel exportiert. Die heimische Saison fiel mit der italienischen Importsaison zusammen. Ein Importeur sagt, dass aus Italien kontinuierliches Angebot verfügbar war. "Ich denke, sie hatten eine große Ernte in Italien, weil die Saison immer noch andauert."

Der Importeur wird in Kürze auf Produkte aus Chile und Neuseeland umsteigen. "Chile und Neuseeland fangen gerade erst an. Die Chilenen liefern bessere Qualität und versuchen, keine unreifen Früchte zu pflücken. Ich habe auch gehört, dass eine große Ernte der gelben Kiwis aus Neuseeland kommt, daher erwarte ich für die kommende Saison große Mengen auf dem nordamerikanischen Markt." Das gute Angebot geht mit einer steigenden Nachfrage einher. "Amerikanische Supermärkte bieten mehr Kiwis als zuvor an und verdienen gut damit." Die Preise waren aufgrund des hohen Angebots etwas niedriger als normal. Diese nahmen mit dem Ende der heimischen Saison wieder zu. "Die Preise waren ziemlich stabil, bis zu dem Zeitpunkt, dass das Angebot in der vierten Woche abnahm."


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