Import marrokanischer Produkte: Beziehungen sind der Schlüssel zum Erfolg

In den vergangenen Jahren ist die marokkanische Tomaten Produktion stetig gewachsen. Allerdings haben die marokkanischen Exporteure und die europäischen Importeure nicht immer die besten Erfahrungen miteinander gemacht. Gute Beziehungen sind der Schlüssel zum Erfolg, betont Jean-Paul Nuijten von Special Tom. Er hat sich auf den Import aus Marokko und Spanien spezialisiert. Im vergangenen Jahr hat er ein eigenes Produktionsprojekt in dem nordafrikanischen Land begonnen.

"Viele marokkanische Exporteure hatten in der Vergangenheit ziemlich schlechte Erfahrungen mit dem Export nach Europa", sagt er. "Zum Teil könnte man ihnen die Schuld daran geben, aber die Importeure müssen die Exporteure natürlich auch unterstützen." Diejenigen, die in ihre Beziehungen zu marokkanischen Händlern investieren, können erfolgreich sein. Als Jean-Paul sen Unternehmen 2014 gründete, hatte er bereits gute Kontakte in Marokko. Diese halfen ihm dabei, das Unternehmen aufzubauen. "Wir haben mit Baby-Pflaumentomaten begonnen, aber schnell hatten wir auch Kirschtomaten und runde Tomaten im Sortiment."

Import Tomaten sind ein ganz anderer Markt
Wenn deine Beziehungen nicht stimmen, kann der Import aus Marokko nicht funktionieren", weiß Jean-Paul. "Das wird dann teuer." Es ist zum Beispiel sehr wichtig, die Lieferanten regelmäßig zu besuchen. Zurzeit hat Jean-Paul zwei Angestellte, die die Produktion und die Verpackungsstationen in Marokko inspizieren und gleichzeitig Hinweise auf die gewünschte Menge geben. Im Büro arbeiten auch sehr viele junge Menschen. Obwohl er als Ein-Mann-Unternehmen begonnen hat, arbeiten im Büro nun 11 Angestellte. "Die meisten hatten vorher keine Erfahrung im Frischwaren-Sektor, daher haben wir ihnen selbst alles beigebracht." Das kostet zwar viel Zeit, aber Jean-Paul stört das nicht.

"Den Markt für Import Tomaten kann man nicht mit dem Markt für niederländische Tomaten vergleichen", fährt er fort. Der größte Unterschied zeigt sich bei den Transportzeiten. Aus Marokko brauchen die Tomaten etwa vier bis fünf Tage. Die Tomaten werden zwei oder drei Tage davor geerntet. Die Packstation und der Transport sind daher entscheidende Faktoren für die Qualität der Tomaten. Der Großteil des Transports wird über LKW abgewickelt. Der Seeweg wird nur dann interessant, wenn der Markt Lücken aufweist und der Transport über die Straßen somit teurer wird.

Import Abgaben und Zölle
Außerdem ist der Import aus Marokko nur in den Monaten interessant, in denen es keine Import-Abgaben gibt, und nur dann, wenn die Preise hoch genug sind, um die Abgaben zu kompensieren. "Die Abgaben sinken am 1. November und wir können dann bis zum 1. April importieren", erklärt Jean-Paul. Die marokkanische Regierung erhebt Exportzölle für die Bauern, wodurch das Angebot sehr begrenzt ist. Andererseits erhebt die EU Abgaben auf die Importe von marokkanischen Tomaten, um so den lokalen Markt zu schützen. "Aus Spanien können wir das ganze Jahr über Tomaten importieren. Aus Marokko nur acht bis neun Monate." Einige Unternehmen in Marokko haben 12-monatige Verträge mit europäischen Einzelhändlern. 

In diesem Jahr gab es in den Supermärkten länger niederländische Tomaten zu kaufen. Dadurch wurde der Import aus Marokko und Spanien schwieriger. "Vor allem der deutsche Einzelhandel hatte sehr lange niederländische Santas im Angebot. Das hat sich definitiv im September und Oktober auf die Preise von Import Tomaten ausgewirkt", sagt Jean-Paul. Wegen des wechselhaften Wetters hat die spanische Saison später begonnen. 2017 war die gesamte Saison sehr schwierig. Die Preise waren hoch, weil die Ernte sehr enttäuschend ausfiel und es nicht genug spanische Produkte zum Verkaufen gab. "Die marokkanische Saison verlief 2017 ebenfalls nicht sehr gut und viele Bauern stiegen auf andere Produkte um. Sie bauen jetzt zum Beispiel Himbeeren oder Blaubeeren an." Die jüngere Generation in Marokko unterscheidet sich von der älteren. Sie alle haben eine gute Bildung genossen und wissen, wovon sie sprechen", sagt er. "Außerdem sprechen sie alle verschiedene Fremdsprachen."

Obwohl die Nachfrage in den Wintermonaten am größten ist, gibt es im Nordwesten Europas auch im Sommer eine hohe Nachfrage nach spanischen Tomaten. Die wichtigsten Märkte für Special Tom sind die Niederlande, Deutschland und Skandinavien. Ein Teil der Importe wird direkt an die Kunden geschickt, der Rest wird nach einem kurzen Stop in Breda weiterverkauft.

Eigene Produktion und Erweiterung des Sortiments
Wie im vergangenen Jahr hat Special Tom wieder seine eigenen Gewächshäuser in Agadir. Als Sohn eines Bauern, hat Jean-Paul viel Erfahrung mit dem Anbau von Tomaten. "Die Pflanzen wachsen auf einem Kokos-Substrat und bleiben so frei von Krankheiten." Ein weiterer Vorteil ist, dass die Nährstoff- und Wasserzufuhr besser kontrolliert werden kann, wodurch der Geschmack verbessert wird. Er teilt sein Wissen auch mit anderen Tomaten Bauern. "Wenn ich die Bauern belehre, werden die Ergebnisse besser. Viele Bauern investieren in die Entwicklung der Produktion und die Produktion auch Kokos-Substrat ist in diesem Fall eine gute Option."

Marokko hat vier Anbauregionen für Tomaten. Jean-Pauls Gewächshaus steht in Agadir, im Norden des Landes. Etwa 250 Kilometer südlich liegt die Guilmim Region und weitere 100 Kilometer davon im Süden die Region Safi. Die südlichste Produktionsregion ist Dahka, sie befindet sich 1.200 Kilometer südlich von Agadir. Um sein Wissen auf dem neusten Stand zu halten, besucht Jean-Paul Produktionsunternehmen in Ländern wie Spanien, der Türkei und Ägypten. "Wir versuchen das Angebot auch auf andere Länder wie den Sengal oder Ägypten auszuweiten", fährt Jean-Paul fort. Eine weitere Option ist Algerien, aber der Export ist durch die Bürokratie des Landes nicht gerade einfach. 

In diesem Jahr feiert das Unternehmen sein 5. Jubiläum. Special Tom ist in diesen fünf Jahren schnell gewachsen. "Ich bin alleine gestartet und jetzt beschäftige ich bereits zehn Angestellte", so Jean-Paul. Frigo Breda kümmert sich um die Logistik. Das Kerngeschäft des Unternehmens ist der Import von spanischen und marokkanischen Produkten. Auch wenn sie mit marokkanischen Tomaten begonnen haben, fasst ihr Sortiment nun auch Paprika, Melonen, Steinfrüchte, Zitrusfrüchte und andere Produkte. "Bei den Paprikas haben wir California, süße Spitzpaprika, weiße Spitzpaprika und Palermos", sagt Jean-Paul. Vor allem in Großbritannien und Osteuropa ist die Nachfrage nach diesen Sorten sehr gut. In diesem Jahr werden wir auch einen Vertrag für Zitrusfrüchte aus Marokko abschließen. Diese werden wir unter unserer eigenen Marke, Jillies, vertreiben, die ich nach meiner jüngsten Tochter bennant habe."

Weitere Informationen: 
Special Tom
Jean-Paul Nuijten
jp@specialtom.com
www.specialtom.com   


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