Costa Rica dominiert den Ananasmarkt

Der globale Handel mit frischer Ananas wird von Costa Rica dominiert. Zwei von drei international gehandelten Ananas stammen aus Costa Rica. Die Hälfte der costa-ricanischen Ananas werden in die USA verschickt, die andere Hälfte in die EU. Costa Rica hat in den USA einen Anteil von 85%, ebenso in der EU. In Asien hat das costa-ricanische Produkt keinen nennenswerten Marktanteil. Hier dominieren die Philippinen, doch international betrachtet sind die Proportionen klar ersichtlich sehr unterschiedlich. Afrikanische Länder spielen ebenfalls nur eine kleine Rolle im internationalen Ananashandel.

Nach den USA sind die Niederlande der größte globale Importeur. Der niederländische Markt wird ebenfalls von Costa Rica dominiert. Letztes Jahr bestand hier ein Anteil von 86% der Gesamtmenge. Erwähnt sei, dass der Hauptteil der niederländischen Importe wieder exportiert wird.

Globaler Ananasmarkt wächst
Global betrachtet steigen jedes Jahr sowohl Produktions- als auch Exportmengen von Ananas. Innerhalb von 10 Jahren wuchs die Produktionsmenge von 20 auf 25 Millionen Tonnen. Davon werden ca. 10 Millionen Tonnen Ananas in Süd- und Ostasien und den USA produziert, 4 Millionen Tonnen in Afrika. Costa Rica ist der wichtigste internationale Erzeuger, obwohl Brasilien und die Philippinen eine vergleichbare Menge produzieren. Die anderen wichtigen Erzeugerländer sind Indien, Thailand, Nigeria, China und Indonesien.

Der weltweite Nettoexport hat sich in den letzten zehn Jahren um 40% erhöht, von 2,3 auf 3,3 Millionen Tonnen. Ca. 15% der gesamten erzeugten Menge wird international gehandelt. Der Wert dieses internationalen Handels beläuft sich auf ca. 2 Milliarden Dollar (1,75 Milliarden Euro). Ananas wird nicht nur frisch verkauft, sondern auch als Konserven, gefroren oder als Saft. Der internationale Handel von Konserven beläuft sich auf 1,2 Millionen Tonnen und wird auf einen Wert von 1,3 Milliarden Dollar (1,14 Milliarden Euro) geschätzt. Mehr als 800.000 Tonnen Saft (mit einem Wert von 750 Millionen Dollar also ca. 657 Millionen Euro) wird jedes Jahr weltweit gehandelt.

Ananas wird außerdem in gefrorener Form gehandelt. Letztes Jahr hat Costa Rica 40.000 Tonnen exportiert. Die Hälfte hatte das Ziel USA. Die nächsten Käufer waren Belgien, Kanada und die Niederlande mit jeweils 4600, 2900 und 2400 Tonnen. Andere Anbieter von gefrorener Ananas sind die Philippinen, Guatemala, Mexiko, Kolumbien und Chile. Gesamtheitlich betrachtet hat der internationale Ananashandel einen Gesamtwert von mehr als 4 Milliarden Dollar (3,51 Milliarden Euro), 1,1 Milliarden Dollar (0,96 Milliarden Euro) lassen sich Costa Rica zuweisen. Thailand und die Philippinen sind die anderen großen Erzeuger, sie haben einen Exportwert von jeweils 0,7 und 0,6 Milliarden Dollar (0,61 und 0,53 Milliarden Euro).

Viertel der Ananasimporte in die EU läuft über die Niederlande
Ein Viertel der Ananasimporte in die EU läuft über die Niederlande. Insgesamt wurden letztes Jahr 940.000 Tonnen Ananas in die EU importiert. Die Niederlande importierte 285.000 Tonnen, davon wurden fast 250.000 Tonnen weiter an andere EU-Länder exportiert. Ca. 60.000 Tonnen davon waren sogenannte Transitwaren: Produkte, die über die Niederlande importiert wurden, aber im Besitz ausländischer Unternehmen blieben. Der Import in die Niederlande stammt größtenteils aus Costa Rica (ca. 245.000 Tonnen). Kleinere Mengen stammen aus Panama (5100 Tonnen), Elfenbeinküste (3200 Tonnen), Ecuador (2700 Tonnen), Honduras (2400 Tonnen), Kolumbien (1400 Tonnen) und Ghana (500 Tonnen). Insgesamt 21.000 Tonnen wurden von anderen EU-Ländern importiert. Hauptsächliches Ziel der Wiederausfuhr war Deutschland (fast 100.000 Tonnen). Andere nennenswerte Käufer waren Frankreich, Belgien, Italien, Irland und Polen.

Rekordimport dieses Jahr?
Der Import in die Niederlande in 2017 unterschied sich nicht merklich von dem der letzten zwei Jahre (245.000 Tonnen). Von 2012 bis 2014 war die Importmenge größer, mit einem Maximum von 340.000 Tonnen im Jahr 2014. In der ersten Hälfte dieses Jahres wurde ein Viertel mehr als in der ersten Hälfte von 2017 importiert. Wenn sich der Trend fortsetzt, könnte das ein Rekordjahr für die Niederlande bedeuten. Der Trend entscheidet sich durch die Importe aus Costa Rica.

Großes Angebot, niedrige Preise

Costa Rica exportiert in diesem Jahr nicht nur mehr an die EU, sondern auch in andere Länder. In den USA war die Menge an importierter Ananas aus Costa Rica fast 15% höher in den ersten sieben Monaten des Jahres als im Jahr 2017. Diese Angebotsvergrößerung an costa-ricanischer Ananas führte zu mehr als 10% niedrigeren Importpreisen in den Niederlanden in den ersten sieben Monaten des Jahres verglichen mit derselben Periode des letzten Jahres. Dieses Jahr lag der Importpreis bei 0,69 Euro pro Kilo, letztes Jahr bei 0,79 Euro pro Kilo (in der Januar-Juli-Periode 2017). Costa Rica verkauft auch vermehrt Ananas an andere Länder. Letztes Jahr wurden 44.000 Tonnen an asiatische Länder, 36.000 Tonnen an Russland und 32.000 Tonnen an amerikanische Länder verkauft. Dabei handelt es sich allerdings immer noch um kleine Mengen, da 95% der costa-ricanischen Ananas an die USA und die EU verkauft werden.

Philippinen verkaufen hauptsächlich in umliegender Region
Weit hinter Costa Rica sind die Philippinen zweitgrößter internationaler Exporteur von frischer Ananas. Der Export fluktuiert hier in den letzten Jahren erheblich. 2015 wurden nur 267.000 Tonnen aus diesem Land exportiert, 2016 waren es 556.000 Tonnen, 2017 500.000 Tonnen. In der ersten Hälfte dieses Jahres war die Exportmenge geringer im Vergleich zur ersten Hälfte des letzten Jahres. Ananas aus den Philippinen wird hauptsächlich in der umliegenden Region verkauft. Japan ist der größte Käufer, Korea und China die zweit- und drittgrößten. Insgesamt machen diese drei Länder drei Viertel der Exportmenge aus. Weitere wichtige Käufer sind die Golfstaaten.

Kleinere Exporteure in Lateinamerika und Afrika
Brasilien, der drittgrößte Ananaserzeuger, handelt kaum international. Andere Länder hingegen exportieren frische Ananas. 2017 exportierte Ecuador 85.000 Tonnen, die größten Käufer waren Chile, Großbritannien, Belgien, Argentinien und Deutschland. Honduras exportierte 2017 60.000 Tonnen, alle an die USA. Guatemala exportierte 40.000 Tonnen, 27.000 davon an die USA, 12.000 an El Salvador.

2017 hat Panama 30.000 Tonnen exportiert. Diese Menge ist erheblich geringer als die 93.000 Tonnen im Jahr 2013. Die Niederlande, die USA und Türkei waren die wichtigsten Käufer. Die Elfenbeinküste und Ghana sind die zwei wichtigsten afrikanischen Ananasexporteure. Letztes Jahr haben beide insgesamt 30.000 Tonnen exportiert. Die wichtigsten Käufer waren Frankreich und Belgien.

Für mehr Informationen:
Jan Kees Boon
Fruit and Vegetable Facts
www.fruitandvegetablefacts.com 
fruitvegfacts@gmail.com 

 


Erscheinungsdatum :



Erhalten Sie den täglichen Newsletter in Ihrer E-Mail kostenlos | Klick hier


Weitere Nachrichten in dieser Branche:


© FreshPlaza.de 2019

x

Melden Sie sich für unseren täglichen Newsletter an um immer auf dem neusten Stand zu bleiben!

Anmelden Ich bin bereits angemeldet