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Was rettet die sizilianische Tafeltomate? Hier einige Überlegungen zu Saisonbeginn

Die Kampagne für die sizilianische Tafeltomate ist in vollem Gange. Sie repräsentiert 40% der nationalen Gesamtproduktion. Die Produktionszone, über die wir sprechen, streckt sich von den Küstengebieten der Provinz Agrigento bis hin zu der Provinz Syrakus über Caltranissetta und Ragusa, wobei letztere der Dreh und Angelpunkt der Produktion, was Umfang und Quantität betrifft, darstellt.

Zum besseren Verständnis des Produktionsverlaufs und den Markt für dieses Erzeugnis sprachen wir mit dem Experten auf dem Gebiet Massimo Pava, Unternehmer aus Venetien. Er selbst war über 6 Jahre Vizevorsitzender des Konsortiums der Pachino Tomate IGP- Consorzio di Tutela del Pomodoro di Pachino IGP- heute ist er im Verwaltungsrat aktiv und ist Koordinator des O.I. (interprofessionale Organisation der Tomate), sowie seit mittlerweile 8 Jahren Vizepräsident des Konsortiums der Neuen Karotte aus Ispica- Consorzio di Tutela della Carota Novella di Ispica IGP.

Produktion und Kosten
"Man muss bei den Problemen der Produktion beginnen. Jedes Jahr wird eine Produktion schwieriger, zum einen durch den Kostenanstieg, der sich aus der Kostenzunahme für das Anbaumaterial ergeben und zum anderen sind die Wetterbedingungen verantwortlich, die zusammen mit den immer aggressiveren Krankheiten die Kosten in die Höhe schnellen lassen.

"In der Verkaufsphase werden diese Aspekte jedoch nicht kompensiert. Die Märkte sind nicht dazu angehalten mit diesen Schwierigkeiten bei der Produktion Rechnung zu halten. Beliebte Referenzen wie einst z.B. wie Kirschtomate sind zu einer commodity geworden, die oftmals nur 1 Euro das Schälchen mit 500g  in den Supermärkten erzielen (Jahresdurchschnittspreis), mit Ausnahme einiger Nischenprodukte. Es sind die Produzenten, die darunter zu leiden haben und ich kenne auch kein Mittel zur Rettung. Das ist die generelle Situation für die Tomate aus Sizilien."

"Auch in diesem Jahr gibt es in Sizilien enorme Probleme und auch diesmal ist das Wetter schuld, denn die anormale Hitze im September hat den Pflanzenkrankheiten enormen Vorschub geleistet. Viele von uns mussten neu anpflanzen und das hat die Kosten nochmals in die Höhe getrieben. Andere europäische Areale haben diese Problem nicht, wie u.a. die Feuchtigkeit, die hier mit vielen anderen Faktoren zusammen die Produktion erschwert."

Preisanalyse
"Momentan sind die Preise auf Grund eines Mangels an Erzeugnis gut. Auch hier darf keine Momentaufnahme gemacht werden, sondern auf Jahresbasis, ab Saisonbeginn: Wir werden also erst im Juli 2019 wissen, ob die Produzenten Verluste oder Gewinne für diese Saison gemacht haben. Auch wenn die Tomate aktuell zu 1,60€ pro Kilo verkauft wird, heißt das nichts, denn wer weiß, wie der Preis in Kürze aussieht? Der Trend, basierend auf objektiven Parametern, besagt, dass die Produktionskosten ziemlich hoch ausfallen werden."

"Wir können sicherlich nicht nur auf den Ertrag pro Hektar zielen, aber wir müssen in Qualität investieren, uns darüber bewusst sein, dass der normale Endkonsument nichts über die Probleme eines Produzenten, den Produktionskosten von einem Kilo Tomaten, der Lebensmittelsicherheit weiß. Er konzentriert sich als erstes auf den Preis, den optischen Aspekt. Das lässt auf eine Zukunft der Produktion hoffen."

"Hier wäre ein gerechter Handelsverkehr von Nöten, denn es sollte kein Preis unter Produktionskosten bezahlt werden. Dem Produzenten sollte mindestens die Kostendeckung garantiert werden um mit seiner Arbeit fortfahren zu können. Somit würde die Messlatte für Qualität sozioökonomisch angehoben werden, in einer bewussteren Landwirtschaft."


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