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Greenyard muss den Gürtel enger schnallen nach der zunehmenden Schuldenlast


Der Sturm in dem sich die belgische Firma Greenyard befindet, ist noch nicht vorüber. Der Börsenwert der Firma hat dieses Jahr schon einige Rückschläge gehabt und jetzt halten die Banken die Zügel kurz. Der Betrieb hat zu vielen Schulden, also muss Hein Deprez den Gürtel enger schnallen, so lautet der Auftrag. Das ging aus einer Aktionärsversammlung letzte Woche hervor.

Früher letzte Woche überzeugte Greenyard die Banken davon, die Schulden bis März nächstes Jahr ansteigen zu lassen. Damit hat die Firma Zeit gewonnen, doch die Nachteile sind die zusätzlichen Kosten und höhere Zinsen. Die Schulden nehmen zu weil dieses Jahr ein niedrigeres RBBITDA erwartet wird. Greenyard hat das Jahr mit einem erwarteten Wachstum von 10 Prozent angefangen, doch das hat der Betrieb anpassen müssen. Man erwartet einen Rückgang von 25 Prozent.

Hein Deprez, CEO Greenyard.

Dadurch ist die Höhe der Schulden bis 3,5 Mail REBITDA angestiegen, wie das mit den Banken verabredet wurde. Voriges Jahr notierte die Firma einen Schuldenstand von netto 400 Millionen Euro. Die belgische Zeitung De Standaard berechnet, dass der negative Saldo mit der Factoring-Schuld der Firma verdoppelt wird und um die 800 Millionen Euro beträgt. Laut der Zeitung ist die Ursache der Weiterverkauf der Kundenrechnungen, sodass Greenyard zugleich die Kundenguthaben erhält.

Horticulture verkauft, folgt Champignonbetrieb?
Desinvestitionen sind deshalb unvermeidbar. Greenyard machte während der Versammlung bekannt, dass die Division Horticulture verkauft wird. Die Blumenerde- und Substratdivision der Firma wird für 120 Millionen Euro durch den Investitionsfonds Straco angekauft. Greenyard Horticulture ist Marktführer in Belgien, Frankreich, Polen und in der Ukraine. Die Division führt nach sechzig Ländern aus. Der Deal wird erwartungsgemäß im vierten Quartal dieses Jahres abgerundet.

In dem Pressebericht erklärt Hein Deprez diese Entscheidung: “Heute sollen wir auf die Verbesserung der Gewinnträchtigkeit fokussieren und die Schuldenlast der Firma verringern. In den anderen zwei Segmenten (Fresh und Long Fresh), bleibt es weiterhin unsere Strategie enge Beziehungen mit den Kunden aufzubauen. Wir arbeiten weiterhin begeistert mit den Erzeugern zusammen, auch mit den Einzelhändlern um zusammen neue Konzepte zu erarbeiten, die eine Wertschöpfung bilden für alle Kettenpartner. Diese Neuausrichtung auf unsere Fresh und Long Fresh-Segmente ermöglichen eine gerichte Aufmerksamkeit des Managements und eine schnellere Implementierung von wichtigen operationellen Verbesserungen. Wir richten uns auf internes gewinnbringendes Wachstum. Diese Desinvestition ist für uns ein entscheidender Schritt in Richtung eines stärkeren Greenyards.”

Aktieninhaber nannten andere Divisionen, die man verkaufen könnte. So hat man unter anderen vorgeschlagen den Champignonbetrieb, den Greenyard voriges Jahr übernommen hat zu verkaufen. Aktieninhaber fragten sich ob diese Division zu den Kernaufgaben der Firma gehört. “Wir denken momentan über unsere Aktivitäten nach. Ich höre, was Sie sagen,” zitiert De Tijd die Reaktion von Hein Deprez. Greenyard erwägt unter anderen Sale-and-lease-back-Konstrukte, obwohl nicht alle Aktieninhaber begeistert waren über diesen Plan.


Dole, Listeria, Supermärkte
Dezember 2017 ging der Börsenkurs von Greenyard in die Höhe als die Übernahmepläne von Dole durchsickerten. In den ersten Wochen dieses Jahres hatte Greenyard einen Rückschlag auf der Börse als das Geschäft nicht stattfand und Dole von Total Produce angekauft wurde. Letzten Sommer kam eine Listeriaverseuchung in der ungarischen Tiefkühlfabrik hinzu. Seit dem 22. Januar hat kein Betrieb auf der belgischen Börse soviel an Wert verloren als Greenyard. “Das ist tatsächlich schmerzhaft,” so Hein Deprez, CEO Greenyard in De Tijd.

Die Listeria-Verunreinigung ist inzwischen unter Kontrolle. Die ungarische Fabrik ist wieder in Betrieb und der Kontrollmemechanismus wurde verschärft. Die Kosten werden auf weniger als 30 Millionen nach Versicherung eingeschätzt. Der Schmerz ist aber noch nicht vorüber. Die Kombination des heißen Sommers und der anhaltenden schwierigen Lage in Deutschland und Belgien sorgte dafür, dass die Divisionen Fresh und Long Fresh einen geringeren Gewinn hatten, sodass der Multi drastische Maßnahmen ergreift.


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