Übersicht Weltmarkt Steinfrüchte

Auf der Nordhalbkugel steht der Herbst vor der Tür. Damit endet die Saison des Steinobstes. Die Hitze und der Sonnenschein der Sommermonate hatten Konsequenzen für den Markt, aber die Händler sind in den meisten Ländern mit den Ergebnissen zufrieden. Kanadische Kirschproduzenten profitieren vom Handelskrieg zwischen den USA und China. Auch die australischen Exporteure haben sich dem asiatischen Markt zugewandt.

Italien notiert in den Sommermonaten höhere Preise
Die letzten Pfirsiche und Nektarinen aus Sizilien und einigen nördlichen Regionen kommen auf den Markt. Das begrenzte Angebot erfüllt jedoch die Nachfrage. Die Preise sind stabil, mit Ausnahme der Früchte aus Ravenna und Forlì, wo die Preise steigen, weil die Nachfrage wächst.

Pfirsiche und Nektarinen können bis September produziert werden. Mit einigen Investitionen ist es möglich, kommerziell interessante Volumina zu erzeugen. Vorerst fehlte jedoch eine gute Sorte für den späten Anbau. Seit einigen Jahren ist die weißfleischige Nektarine Romagna Mia in Produktion. Diese Sorte wird zwischen dem 15. und 20. September geerntet.

Die Ernte der späten Angeleno-Pflaumen hat in Emilia Romagna angefangen. Es gibt eine gute Nachfrage für diese Pflaumen. Die Früchte werden in das Vereinigte Königreich, Kanada, Südamerika, Dubai, die Emirate und Nordeuropa exportiert. Mit einer kleinen Nachfrage wurden die letzten Mengen der Pflaume President in Ravenna zu einem höheren Preis vermarktet.

Die Preise auf den Großhandelsmärkten steigen laut Zahlen von Cesena in den Monaten Juli und August gegenüber 2017 um 12 bis 19%. Die Produktion für Pfirsiche, Nektarinen und Pflaumen ist deutlich gestiegen. Es gab keine wirklichen Überschneidungen und für Erzeuger, die Qualitätsprodukte lieferten, war es eine gute Saison.

Der Preis der gelben Pfirsiche stieg im Juli gegenüber dem Vorjahr um 19,3%. Der Durchschnittspreis lag damit bei 1,36 Euro / kg. Im August verzeichnete diese Frucht einen Durchschnittspreis von 1,23 Euro / kg (2017: 1,06 Euro / kg).

Ein leichtes Wachstum bei den Pflaumen wirke sich im Juli auf den Preis aus, der 1,54 Euro / kg erreichte, 15% mehr als im Vorjahr. Im August lag der Durchschnittspreis um 14% höher bei 1,39 Euro / kg.

Auch bei den Nektarinen war Wachstum zu sehen. Der Durchschnittspreis für die Klassen A und AAA lag im Juli 2018 bei 1,39 Euro / kg gegenüber 1,24 Euro / kg im Jahr 2017. Im August stieg der Preis um 15,18% auf 1,29 Euro / kg (2017: 1,12 Euro / kg).

Ein Großhändler in Catanzaro, Kalabrien blickt auf die Saison zurück: "Anfangs fehlten Pfirsiche und Nektarinen und die Nachfrage war hoch, aber im Laufe der Saison normalisierte sich alles wieder. Wir haben 15 bis 20% höhere Preise als letztes Jahr verzeichnet. Aprikosen spiegeln die Situation des letzten Jahres wider, die für alle Sorten ein totales Drama war. Bei den Pflaumen war die Nachfrage klein, wir haben sie kaum verkauft."

Spanien schließt Saison mit kleinerer Ernte ab
Die Saison wird bald mit deutlich geringeren Volumina als im Vorjahr enden. Der Grund dafür ist die schlechte Blütezeit und regelmäßiger Regen und Hagel. Der Rückgang ist vor allem auf dem Feld und nicht so sehr im Handel zu sehen, erklärt ein Händler. Aufgrund des kleineren Volumens wird der Export geringer ausfallen.

Einige Produkte sind preislich gut, zum Beispiel die Nektarinen. Dank eines Mangels an dieser Frucht stieg der Preis gegenüber der Vorsaison. Die Pfirsichpreise blieben dahingegen in den letzten drei Monaten außergewöhnlich niedrig. Der Markt war schlecht, besonders für gelbfleischige Pfirsiche. Die Industriepreise für Aprikosen wurden im Vergleich zu 2017 halbiert. Auch die Pfirsiche verzeichneten einen Preisrückgang von 3 bis 5 Cent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Markt steht unter dem Druck der Konkurrenz aus unter anderem Griechenland und China.

Die Preise für Paraguayo's blieben im Vergleich zum Vorjahr stabil, obwohl diese als "überhaupt nicht gut" bezeichnet werden. Positiv ist, dass in diesem Jahr weniger Obst zerstört wurde. Letztes Jahr war die Ernte viel größer als die Nachfrage.

Der Markt für Aprikosen ist laut einem Händler besser als letztes Jahr. Da war es "von Anfang an dramatisch". Die Ernte fällt zwischen Mai und Juni. In diesem Jahr war die Ernte in Frankreich und Italien kleiner und die Saison fing später an. Nach Angaben eines Händlers sind die Zahlen für den europäischen Raum daher nicht ganz objektiv.

Pflaumen beenden die Saison mit einem großen Mangel, besonders für die mittleren und kleinen Kaliber. Das wichtigste Anbaugebiet ist Extremadura, wo ein starker Volumenrückgang zu beobachten ist. Infolgedessen sind die Preise besser als letztes Jahr. Bis Dezember wird die Verknappung wetterbedingt weiter zunehmen.

Die Franzosen sind zufrieden
Die Saison endet in Frankreich. Ein Händler in Rungis blickt zurück: "Das war ein Jahr. Hagelstürme haben einen großen Teil der Ernte zerstört. Danach sorgte zu warmes Wetter dafür, dass die Früchte nicht gut reifen konnten. Die Ernte war enttäuschend." Aber der Händler möchte es kein schlechtes Jahr nennen. "Die begrenzten Mengen ließen die Preise steigen. Die Mengen waren auch nicht so klein und wir konnten unsere Kunden gut bedienen. Alles in allem war es eine sehr schöne Saison." Der französische Verbraucher achtet sehr auf verschiedene Sorten. "Es gibt sogar eine gute kulinarische Kundschaft, die wirklich etwas anderes sucht. Zum Beispiel, unsere Blutpfirsiche und Nektarinen sind sehr beliebt."

Deutschland: Qualität nimmt zum Ende der Saison ab
Bei den Pfirsichen und Nektarinen geht die südeuropäische Saison derzeit langsam zu Ende. Nach wie vor dominiert Spanien den Markt, gefolgt von Italien, Frankreich, Griechenland und der Türkei, die das Angebot abrunden. Parallel zur abnehmenden Nachfrage ist auch das Angebot rückläufig. Die Qualität der letzten Saisonpartien lässt zu wünschen übrig, berichten die Händler. Dies hat jedoch noch keine nennenswerten Auswirkungen auf den Preis. Französische und spanische Aprikosen sind auch noch erhältlich, ebenso wie Türkische.

Bei den Pflaumen dominiert immer noch das heimische Produkt. Die Nachfrage ist redlich, ebenso wie die Qualität, so dass die Preise nahezu konstant bleiben. Insbesondere werden die Hauszwetschge, Presenta und Top immer noch eifrig abgenommen. Aufgrund der rückläufigen Nachfrage nach Hanita war der Marktanteil von Presenta nach Ansicht der Händler sogar noch größer. Trotz der überwältigenden Dominanz des heimischen Produktes tauchen hier und da auch Produkte aus Frankreich, Italien, Spanien und Polen auf. Stanley aus dem osteuropäischen Anbau ist jedoch fast verschwunden. Auf dem Frankfurter Großmarkt wurden Königin Victoria Pflaumen aus Rumänien letzte Woche zu einem Preis von 10 Euro pro 7,5 kg verkauft. Der Preis blieb auf der ganzen Linie relativ konstant. Auf einigen Großhandelsmärkten war die Qualität so schlecht, dass der Preis deutlich nach unten geschraubt werden musste.

Niederlande: Höhere Preise für spanisches Steinobst durch begrenztes Angebot
In den Niederlanden nimmt die Nachfrage nach spanischem Steinobst ab. Zudem verschiebt sich die Saisonnachfrage traditionell stärker in Richtung anderer Produkte. Importeure sprechen von einer guten Saison. Ging der Preis von Pfirsichen und Nektarinen (4 Kilo) in anderen Jahren oft auf ein Niveau von 1,50-2,50 Euro. Dieses Jahr sind wir nicht unter 3,50 Euro gegangen und der Preis von Paraguayos war ziemlich gut mit einem Niveau von 5,50 - 7 Euro (5 Kilo). Auch die Versorgung mit Aprikosen war in diesem Jahr begrenzt. Die spanische Kirschsaison war zu Beginn der Saison nicht besonders günstig. Später wurde die Qualität besser und es konnte auch etwas verdient werden.

Die guten Preise sind auf die Hagelschäden zurückzuführen, die Anfang des Jahres in der Produktionsregion um Zaragoza und Llerida auftraten. Infolgedessen war das Produktangebot der Klasse I erheblich niedriger. Dieses Jahr zeigte sich die Notwendigkeit, die Risiken zu verteilen, denn mit nur einem Lieferanten wäre man in dieser Saison schnell ausrangiert. Darüber hinaus geben Importeure an, dass auffällt, dass der Pfirsich in diesem Jahr im Vergleich zum Paraguayo wieder besser nachgefragt wurde, nachdem der Flachpfirsich jahrelang mehr und mehr Anteile gewann. Allerdings sind die Paraguayos in den sogenannten Donutverpackungen trotzdem sehr beliebt.

Australien zielt auf chinesischen Markt ab
Die Saison dauert von November bis März. In der letzten Saison trugen neue Protokolle und eine verbesserte Wachstumssaison zum Export australischer Steinfrüchte nach China bei. Das Volumen für diesen Markt stieg gegenüber dem Vorjahr um 167%. Laut Summerfruit Australia zeigen die Zahlen bis März 2018 den Zusatz von Pfirsichen und Pflaumen. Australien hat im November 2017 Zugang zum chinesischen Markt für alle Steinobstprodukte erhalten. Die Saison 2018/2019 ist die erste Saison, in der alle Steinobstsorten Zugang nach China haben. Daher sind die Erwartungen hoch.

Im Jahr bis Juni 2017 betrug die Ernte 126.177 Tonnen Steinobst mit einem Wert von 386,1 Millionen Dollar. Dieses Volumen besteht aus Aprikosen (7.163), Pfirsichen und Nektarinen (92.017 Tonnen) und Pflaumen (26.997 Tonnen). Die Nektarinen dominieren weiterhin den Markt.

In Neuseeland war der Markt nicht so stark wie im Vorjahr, obwohl sich der Export von Nektarinen, Pfirsichen und Pflaumen erholte.

USA: Saison Kalifornien beinahe vorbei
Die Saison in Kalifornien ist so gut wie vorbei. Die Produzenten pflücken und verpacken die letzten Früchte. Die Saison wird voraussichtlich in den kommenden Wochen enden. Der Import übernimmt dann langsam den Markt. Die Saison war ziemlich stabil, ohne große Höhen und Tiefen. Die Produzenten blicken zufrieden auf die Qualität der Früchte zurück. Nach einem langsamen Start wuchs das Volumen in den Sommermonaten, was zu einer guten Versorgung fast aller Steinobstsorten führte. "Es gab Momente mit etwas niedrigeren Preisen, aber generell war es eine gute Saison", fasst ein Händler zusammen. Mit Beginn der Traubensaison nimmt die Regalfläche für Steinobst in den Supermärkten ab.

Kanada: Chinesische Nachfrage Kirschen ausgezeichnet
British Columbia blickt zufrieden auf die Kirschsaison zurück. Diese endete am 23. August. Aufgrund der Hitze reifte die Frucht schnell und es war eine relativ kurze Saison. Die kanadischen Kirschenbauern profitieren vom Handelskrieg zwischen den USA und China. Chinesische Importeure entscheiden sich für kanadische Kirschen. Neben China verfügen die kanadischen Exporteure über weltweite Märkte, wohin ihre Kirschen geliefert werden. Die Liste umfasst Thailand, USA, Vietnam, Malaysia, Europa, Singapur, Vereinigte Arabische Emirate und Japan.

China: große Ernte setzt Preise unter Druck
Die Ernte von Pfirsichen und Nektarinen war dank der günstigen Witterungsbedingungen und neuer Obstgärten im Osten, die in Produktion gingen, größer als normal. Dank des heißen und sonnigen Wetters haben die Pfirsiche in diesem Jahr einen höheren Brixwert. Die Ernte ist größer als im letzten Jahr. Der Preis für Pfirsiche war aufgrund des großen Volumens nicht besonders gut. Weil viele Pfirsiche gleichzeitig auf den Markt kamen, brach der Preis zusammen. Importpfirsiche und die chinesischen Honigpfirsiche wurde früher im Jahr zu besseren Preisen verkauft. In dieser Zeit gab es mehr Nachfrage als Angebot.

Kirschen sind in China beliebt. Der Import dieser Frucht nimmt jährlich zu. China ist der größte Importeur von chilenischen Kirschen, aber australische Unternehmen haben nun auch Zugang zum chinesischen Steinobstmarkt.

Südafrika: anhaltende Kälte kann Problem werden
Die Erzeuger am Westkap erwarten nach einem feuchten und kalten Winter eine gute Steinobstsaison. Die Kälte kam spät und hält immer noch an. Anfang dieser Woche war Schnee in der Region und gibt es sporadisch Regen. Züchter hoffen auf Sonnenschein, damit die Blütezeit für die noch blühenden Bäume gut wird.

Pfirsiche und Nektarinen blühten 10 bis 14 Tage früher als normal und die Züchter in einigen Gebieten sind besorgt über das anhaltende kalte und feuchte Wetter. Wenn die Sonne nicht schnell scheint, kann dies die Ernte beeinträchtigen. Die ersten Nektarinen werden in den nächsten drei bis vier Wochen erwartet. Dann kommen die frühen Regionen wie Wolseley auf den Markt. Die Aussichten sind gut. In einigen Gebieten mit späteren Sorten wie Koue Bokkeveld ist eine Spätfrostperiode noch möglich. Die wichtigsten Wasserreservoirs im Western Cape sind in diesem Winter für insgesamt 72,2 Prozent gefüllt und die eigene Wasserversorgung der Erzeuger auch dementsprechend. 

 


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