Übersicht Weltmarkt Granatäpfel

Auf dem Granatapfelmarkt sieht es gut aus. Die Nachfrage nach dem Obst steigt. Israel profitierte von einem leeren europäischen Markt, spanische Erzeuger investieren in Erweiterung der Fläche und die italienische Saison hat früher angefangen. Der türkische inländische Markt kann noch wachsen, aber Export hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Auch Ägypten ist auf dem Markt anwesend und exportiert in die ganze Welt. In Indien sind die Preise hoch, da das Volumen dieses Jahr enttäuschend ist. Im Nachbarland China werden Granatäpfel auch beliebter und auf der anderen Seite des Ozeans kompensieren höhere Erträge die abnehmende Fläche. Auch in den Vereinigten Staaten nimmt die Nachfrage nach Granatäpfeln zu. Die Flächenabnahme ist hier dann auch vor allem eine Folge des Wassermangels.

Indien kämpft mit Mangel
Die Exportsaison der frühen Granatäpfel aus der Region Maharashtra hätte bereits anfangen müssen, aber die Saison verlief nicht so wie gewöhnlich. Der Beginn der Saison war mühsam, wodurch momentan nur wenig Produkt verfügbar ist. Dadurch sind die Preise auf dem internen Markt gestiegen und gibt es kein Obst für den Export. Auch die Farbe der Früchte ist nicht so schön ausgefallen. Einige Unternehmen haben mit der Verarbeitung der Granatäpfel begonnen, um die Kerne ready-to-eat anzubieten. Auch aus der Gastronomie gibt es mehr Interesse in die Frucht. Ein Großteil des Exportes ist für die Golfregion bestimmt.



China: höherer Ertrag durch abnehmende Fläche

Die tunesischen Granatäpfel, die in den 80er Jahren eingeführt wurden, genießen immer noch den Vorzug im Einzelhandel. Inländischer Anbau ist in den Provinzen Sichuan, Henan und Yunnan zu finden. 

In den letzten Jahren war der Verkauf enttäuschend. Darum haben Erzeuger vom Granatapfelanbau auf den Anbau anderer Obstsorten gewechselt. Der durchschnittliche Ertrag lag im Jahr 2015 bei 12.000 Yuan (1.600 Euro) pro Hektar. Die Abnahme in Fläche wird in diesem Jahr einen höheren Ertrag mit sich mitbringen. Der Start der Saison ist vielversprechend. Die Saison begann Ende August und war durch das kalte Frühjahr zwei Wochen verspätet. Das Angebot ist gut für vier Monate, in die zwei chinesische Feiertage fallen. Es gibt Signale, dass die Granatäpfel im oberen Segment beliebter werden. Die Früchte werden auch in großen Städten wie Beijing vermarktet. 

Höherer Ertrag kompensiert abnehmende amerikanische Fläche

Laut Erwartung beginnt in Kw 40 die Ernte der Wonderful. Die ersten frühen Sorten sind bereits auf dem Markt und werden gut aufgenommen. Das ist teils zu danken an der guten Nachfrage von außerhalb der VS. Die Granatäpfel gehen dank der tiefen Farbe, hohem Zuckerniveau und großen Kalibern gut weg. Die Wonderful belegt 70 Prozent der gesamten Ernte. Das Volumen liegt schätzungsweise auf demselben Niveau als in vorangegangenen Jahren. Ein höherer Ertrag wird die Flächenabnahme (-15%) kompensieren. Die Erzeuger waren dieses Jahr in der Lage gut zu bewässern. Letztes Jahr gab es noch Wassermangel. Insgesamt werden 6,5 Millionen Kartons erwartet. Ca. 40 Prozent des gesamten Frischmarktes ist für den Export bestimmt. Die größten Absatzmärkte sind Südkorea, Kanada, Taiwan, Japan und Brasilien. Letztes Jahr ist die Nachfrage aus Brasilien mit 25 Prozent gestiegen, und auch aus Australien gibt es mehr Nachfrage. Auch amerikanische Produzenten mussten sich anpassen, nachdem die russischen Grenzen geschlossen wurden. In das Land wurden 300.000 Kisten abgesetzt. Dies sankt auf Null nach dem Boykott.

Israel füllt Lücke auf dem europäischen Markt

Die ersten Granatäpfel wurden im August nach Europa verschifft. Dort kamen sie auf einem leeren Markt an, was guten Absatz zur Folge hatte. Produkt aus Spanien und Türkei hat die Konkurrenz auf dem Markt gesteigert, aber Israel hat inzwischen eine feste Position auf dem Markt eingenommen. Die Wonderful ist dank der langen Saison eine beliebte Sorte. Die Saison dauert von Oktober bis März. Andere Sorten beginnen im August und enden im September. Dadurch sind die Sorten auch nicht so bekannt. Qualität und hoher Brixwert dieser Sorten helfen auch nicht. Durch den so gut wie leeren Markt, konnten diese Sorten Ihren Ruhm jedoch verbessern. Durch die Angebotslücke ist die Nachfrage immer noch hoch. Der Preis liegt um die 5 Euro für 3,5 Kilo. Das ist vergleichbar mit dem Preis vom letzten Jahr. Die Nachfrage nimmt jährlich zu und das ermutigt Produzenten, ihre Fläche zu vergrößern. Obwohl der Anbau in ganz Israel schwierig ist, befinden sich die meisten Plantagen in der Mitte und im Süden des Landes. 

Ägypten exportiert in den Süden und Osten

Im nordafrikanischen Land werden vor allem zwei Sorten angebaut; Die Wonderful und die Baladi. Die Saison der Wonderful hat angefangen. Diese beginnt Mitte September und dauert bis Ende Oktober mit kleiner Verlängerung zum Anfang November. Die Baladi hat eine nicht so feste Schale wie die Wonderful und das Aussehen der Granatäpfel ist nicht so attraktiv. Ein ägyptischer Exporteur betont jedoch, dass der Geschmack besser ist. Zusätzlicher Vorteil: Der Preis ist niedriger. Diese Saison ist die Qualität vergleichbar mit der von den letzten Jahren. Das heiße Wetter fing dieses Jahr eher an, was der Qualität zugute kommt. Letztes Jahr begann der Export der Wonderful Ende September; dieses Jahr sind die Granatäpfel dank des warmen Wetters bereits Mitte September verfügbar. Damit konnte das Land die Nachfrage aus Bangladesch gut erfüllen.

Der Export ist vor allem auf den Süden und Osten gerichtet. Exportmärkte sind die Seychellen, Malediven, Mauritius und weiter in den Osten Singapur, Maleisia, Hong Kong, Bangladesch und Russland. Ein Exporteur berichtet, dass er diese Saison um die 700 Tonnen zu exportieren plant.

Türkischer Konsum 'zu gering'

Seit 2010 ist die Produktion von Granatäpfeln in der Region Adana's Seyhan verdoppelt. Für weiteren Wachstum benötigt man jedoch mehr Investierungen, so melden regionale Autoritäten. Der Export stieg von 9,4 Mio Dollar in 2009 auf 108,4 Mio Dollar in 2014. Diese Region zählt 10 bis 12,5 Prozent der türkischen Produktion, die bei insgesamt 400.000 Tonnen liegt. Den Autoritäten zufolge ist der Konsum mit 2,7 Kilo pro Kopf der Bevölkerung zu gering und brauchen die Erzeuger Unterstützung.

Spanische Produktion steigt weiterhin

Die Preise weisen einen abnehmenden Trend auf. Ursache hiervon ist die Ernte der Mollar Sorte. Diese Sorte hat höhere Volumen. Die Saison befindet sich derzeit im Wechsel von der Smith und Acco auf die Wonderful und Mollar. Dank der niedrigeren Temperatur der letzten Wochen und die größeren Unterschiede in Temperatur zwischen Tag und Nacht, ist die Farbe der Früchte gut. In Valencia gibt es bei den Zitrusproduzent viel Interesse in Anbau von Granatäpfel, um die Produktion zu diversifizieren. In den letzten beiden Jahren ist die Produktion in der Region mit 10 Prozent auf 20 Prozent gestiegen. Traditionell gesehen, ist Valencia kein Granatapfelgebiet. Der Anbau findet vor allem in Alicante statt.

Insgesamt beläuft sich die Produktion in den wichtigsten Regionen laut Erwartung auf 60.000 Tonnen. Die wichtigste Sorte ist die Mollar. Desweiteren nimmt der Anteil der rötlichen Granatäpfel, wie die Wonderful und Smith, an Fläche zu. Obwohl die Produktion jährlich steigt, sehen die Erzeuger das noch nicht als Bedrohung, denn auch der Konsum steigt dank der Werbekampagnen. Die Spanier konsumieren 30 Prozent der inländischen Produktion.

Der russische Markt war ein wichtiger Absatzmarkt für die spanischen Granatäpfel, gut für 30 Prozent des Absatzes. Nun der russische Markt immer noch nicht zugänglich ist, verlegen die Exporteure ihren Fokus auf Märkte im Fernen Osten, wie Singapur und Indonesien und den Nahen Osten. Desweiteren sehen Exporteure auch Potential auf dem chinesischen Markt. Natürlich gibt es auch Export innerhalb Europa's nach unter anderem Großbritannien, Irland, Niederlande, Deutschland und Italien. 

Italienische Saison beginnt früher

Apulien und Sizilien sind die wichtigsten Anbaugebiete in Italien. Außerdem ist ein kleiner Anbau in Calabrien zu finden. Die Saison läuft inzwischen seit zwei Wochen. Der Start war 10 bis 15 Tage eher. Erzeuger beginnen um den 10. September mit der Ernte. Erwartungsgemäß dauert die Saison bis Ende Oktober. Die Granatäpfel sind allerdings bis zu den Weihnachts-feiertagen verfügbar. Preistechnisch scheint die Saison auf demselben Niveau wie letztes Jahr zu liegen. Die Ernte der Akko ist inzwischen eingeholt. Ab Woche 39 übernimmt die Wonderful den Markt. Letztes Jahr wurden 70 bis 80 Prozent mehr Granatapfelbäume verhandelt.
In den letzten zwei bis drei Jahren ist das verkaufte Volumen stark gestiegen. Die wichtigsten Sorten sind die Akko en Wonderful. Konkurrenz gibt es aus Spanien und der Türkei. Italienern zufolge ist die Konkurrenz hauptsächlich in der Menge. Das Aussehen der italienischen Granatäpfel ist anders: roter mit einer schöneren Erscheinung. Die Fläche in Apulien steht momentan bei 168 Hektaren. 

In den letzten Tagen hat auf dem Großhandelsmarkt in Bologna die Mittelmeersaison angefangen mit der Anfuhr aus Ägypten, der Türkei, Spanien und Israel. Neben diesem Angebot gibt es Import aus Peru. Die Saison beginnt mit Granatäpfeln aus Ägypten, dann folgen Spanien und Israel. Großverpackungen kosten 1,50 Euro pro Kilo, verpackt bringen sie 1,80 pro Kilo auf. Abweichungen von 2,50 Euro pro Kilo sind möglich. Die Nachfrage ist noch gering, aber wird in den kommenden Monaten stark zunehmen. Vor allem im Winter ist die Nachfrage sehr gut. In den letzten Jahren ist der Konsum stark gestiegen. Zuvor war es mehr ein Produkt für die Weihnachtsfeiertage, momentan ist die Nachfrage auch außerhalb der Feiertage gut.

Die Granatäpfel aus Israel bringen einen mit dem letzten Jahr vergleichbaren Preis auf. Die spanischen und türkischen Früchte bringen etwas mehr auf als letztes Jahr, als der Preis unterdurchschnittlich war. Außerdem gibt es dieses Jahr weniger Angebot. In den kommenden Tagen wird das Angebot steigen, was die Preise drückt. Man erwartet eine Preisabnahme von 20 Prozent. 

Die bearbeitete Sorte wird immer beliebter. Dank diesem Trend können mehr Verbraucher erreicht werden. Es gibt aber auch noch eine große Gruppe Konsumenten, die es bevorzugen, die Frucht auf die traditionelle Art zu konsumieren. 

Niederlande: Wonderful-Saison gut gestartet
Momentan gibt es Granatäpfel aus Israel, Spanien und der Türkei auf dem Markt. Wegen des großen Angebotes stehen die Preise leicht unter Druck. Das Preisniveau schwankt zwischen 5,50 für die frühen Sorten bis 7,50 Euro für die ersten Wonderful-Granatäpfel, die nun auf den Markt kommen. Vor allem die neuen Wonderful-Granatäpfel haben einen guten Start hinter sich mit einem prima Brixwert, Farbe und Haltbarkeit. Die Erwartung ist, dass der Absatz in den kommenden Wochen stabil bleibt, sicher auch weil das jüdische Neujahr traditionell für eine gute Nachfrage nach israelischen Granatäpfeln sorgt.

Einem Importeur zufolge kann sich der Granatapfelmarkt über eine stets größer werdende Nachfrage freuen und wird das Produkt immer bekannter, da auch immer mehr Rezepte bereitgestellt werden. Innerhalb Europa's sind Skandinavien und Deutschland große Absatzmärkte, aber auch in Holland gewinnt das Produkt immer mehr Bekanntheit. Ein Höhepunkt im Verkauf ist, so wie bei mehr Exoten, im Dezember und zu Ostern, aber auch beim Wechsel der Saisons kann der Granatapfelmarkt manchmal hot sein. Die euroäische Saison wird ab Ende Februar traditionell gefolgt durch die Südafrikanische. Danach folgt Indien im März und die Zufuhr aus Argentinien und Peru im Mai und Juni. Immer mehr neue Produkte finden den Weg auf den europäischen Markt. 

Belgischer Markt wächst

Granatäpfel sind in Belgien kein Nischenprodukt mehr. Das importierte Volumen ist in fünf Jahren verdoppelt, so berichtet ein Importeur. Das Produkt profitiert von der Aufmerksamkeit von seiten der Gesundheitshypes und Köchen. In den kommenden Jahren wird ein leichter Wachstum auf dem Markt erwartet. Die Granatäpfel sind ganzjährig verfügbar und kommen aus allen Ecken der Welt. Ursprungsländer sind Spanien, Türkei, Israel, Iran, Ägypten, Indien, Südafrika, Peru, Chile und die VS. Wonderful ist bereits seit zehn Jahren auf dem belgischen Markt verfügbar. Andere Sorten sind: Pom, Mollar, Baghwa, Hershkovitz, Akko, Hicaz und Emek. 

Jede Woche publizieren FreshPlaza und AGF.nl eine Übersicht der Marktsituation eines Produktes im weltweiten Sinn. Mit diesen Artikeln möchten wir ein Bild des Weltmarktes geben, der durch Globalisierung immer kleiner wird. 

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