Spätfrost ist nach wie vor eine der größten Bedrohungen für hochwertige Kulturpflanzen in Europa. In Anbaugebieten für Steinobst und Nüsse, wo die Rentabilität direkt von jeder einzelnen Ernte abhängt, kann schon eine einzige Nacht mit Minustemperaturen Verluste verursachen, die kaum zu verkraften sind.
Mit dieser Situation sah sich Miguel Salafranca konfrontiert, Erzeuger und Inhaber des Unternehmens Peña 99 SL in Huesca, das sich dem Anbau von Mandel- und Walnussbäumen widmet.
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"Es gab Bereiche, in denen Frost ein ständiges Problem war"
"Wir sind ein Familienbetrieb mit 350 Hektar Mandel- und 30 Hektar Walnussbäumen. Wir hatten Bereiche auf dem Hof, in denen das Problem des Frosts immer wieder auftrat", erklärt Salafranca.
In seinem Fall handelte es sich nicht um ein einmaliges Risiko. "Praktisch jedes Jahr hatten wir in einigen Teilen des Hofes Frostperioden. Allein im Jahr 2022 erlitten wir einen Totalfrost, den schlimmsten, den wir je hatten", betont er.
© SISDieses unregelmäßige Kälteverhalten ist auf die Bildung von Mikroklimata innerhalb des Betriebs selbst zurückzuführen, wo sich kalte Luft in bestimmten Bereichen ansammelt und das Risiko von Schäden an den Kulturen erhöht.
Rechts: Miguel Salafranca, Erzeuger und Eigentümer von La Peña 99 SL.
Von der Ungewissheit zur Entscheidungsfindung
Um dieses Risiko zu verringern, bestand der erste Schritt darin, zu verstehen, wie sich die Kälte innerhalb des Betriebs verhält. In diesem Zusammenhang begann er, mit der Technologie von The Climate Box zu arbeiten, die in Europa von der Firma SATGarden vertreten wird.
"Sie untersuchen den Betrieb nach Zonen und bestimmen, welche die kältesten und welche die wärmsten sind. Mit diesen Daten können wir entscheiden, wo wir handeln müssen", erklärt er.
Diese Analyse ermöglicht es, die anfälligsten Bereiche genau zu identifizieren und sowohl die Anbaustrategie als auch die Investitionen in Schutzsysteme zu optimieren.
Wie Gabriel Usera, Mitbegründer von The Climate Box, betont: "Das Verständnis der Mikroklimata ermöglicht es, effizientere Investitionsentscheidungen zu treffen und die Auswirkungen von Frost auf die Parzelle zu verringern."
Vorausschauendes Handeln mit Echtzeitinformationen
Zusätzlich zur ersten Untersuchung ermöglicht das System, konkrete Frostereignisse 24 bis 48 Stunden im Voraus vorherzusagen. "Der Erzeuger erhält Warnmeldungen auf seinem Handy mit der Frostvorhersage und deren Schweregrad, was ein rechtzeitiges Handeln ermöglicht", erklärt Usera.
In der Praxis bedeutet dies mehr Kontrolle und Sicherheit für den Erzeuger. "Wir werden auf dem Handy benachrichtigt, wenn die Temperaturen sinken, und sehen, wie die Systeme aktiviert werden. Wir wissen, dass wir abgesichert sind", fügt Salafranca hinzu.
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Aktiver Schutz: die Rolle des SIS-Systems
Auf der Grundlage der Informationen aus der mikroklimatischen Analyse bestand der nächste Schritt darin, in den kältesten Bereichen aktive Schutzlösungen zu implementieren. In diesem Fall verfügt der Betrieb über fünf Geräte des SIS-Systems (Sumidero Invertido Selectivo), einer von SATGarden patentierten Technologie, wobei SATGarden auch für die europaweite Installation zuständig ist.
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Das System funktioniert nach einem zentralen Prinzip: Bei Strahlungsfrost sammelt sich die kalte Luft am Boden. Die SIS-Türme saugen diese kalte Luft ab und leiten sie nach oben, sodass sie nicht mit den Pflanzen in Kontakt bleibt. "Sie werden automatisch aktiviert, wenn die Temperatur sinkt, und saugen die Kälte vom Boden ab und leiten sie nach oben, damit die Bäume keinen Schaden nehmen", erklärt der Erzeuger.
Ergebnisse: Von wiederkehrenden Verlusten zu gesicherten Ernten
Die Ergebnisse sind eindeutig. Laut Salafranca hat die kombinierte Anwendung von mikroklimatischer Analyse und aktivem Schutz es ermöglicht, die Auswirkungen von Frost deutlich zu reduzieren. "Allein durch die Untersuchung der Gebiete können wir bereits sagen, dass wir die Produktion um 15 % bis 20 % gesteigert haben", erklärt er.
Die aussagekräftigsten Daten zeigen sich jedoch in kritischen Situationen: "In zwei Jahren mit Frost zwischen -2,5 und -3 °C hat das System 100 % unserer Ernte gerettet." In wirtschaftlicher Hinsicht kann dies sehr hohe Summen bedeuten. "Bei etwa 12 Hektar sprechen wir von 100.000 bis 110.000 EUR pro Jahr", fügt er hinzu.
Eine strategische Entscheidung für die Zukunft
Über die punktuellen Ergebnisse hinaus spiegelt dieser Fall einen Paradigmenwechsel im landwirtschaftlichen Management wider: weg vom Reagieren auf Probleme hin zum Vorausschauen. "Wenn man heute effizient bleiben will, muss man alle Risiken identifizieren und entsprechend handeln", schlussfolgert der Erzeuger.
Vor dem Hintergrund zunehmender Klimaschwankungen etabliert sich die Kombination aus Prognosewerkzeugen wie The Climate Box und aktiven Schutzsystemen wie dem SIS von SATGarden zunehmend als Schlüsselstrategie, um hochwertige Kulturen zu schützen und die wirtschaftliche Lebensfähigkeit der Betriebe zu sichern.
© SATGardenWeitere Informationen:
SATGarden
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Tel: +34 935 122 686
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