Derzeit herrscht auf dem Chilimarkt eine Knappheit. Die Preise sind daher außergewöhnlich hoch. Die Lieferungen aus Importländern sind begrenzt. In niederländischen Gewächshäusern wird reichlich geerntet, auffallend oft auch halb gefärbt. Es wird erwartet, dass die besondere Marktsituation noch eine Weile andauern wird. „In den vierzehn Jahren, die ich in der Branche tätig bin, habe ich so etwas noch nicht erlebt", sagt Hamid Haddouch von Chili & Pepper in den Niederlanden.
© Chili & Pepper
Zunehmende Nachfrage nach Habanero-Püree
Hamid ist auf die Lieferung frischer Chilis spezialisiert, vor allem Habanero, Fresno und Madame Jeanette, hat sein Sortiment in den zurückliegenden Jahren aber auch um getrocknete und pürierte Chilis erweitert. Letzteres Produkt ist neu. Es heißt Habanero Mash. „Wir bieten es seit einem Jahr an. Vor zwei Jahren haben wir damit ganz langsam angefangen. Inzwischen sehen wir, dass die Nachfrage nach diesem Produkt, das wir das ganze Jahr über liefern, stetig steigt. Wir haben uns wirklich zu einem Chili-Spezialisten in allen Bereichen entwickelt und bedienen einen breiteren Markt innerhalb der Lebensmittelindustrie."
Die Basis des Habanero Mash bilden frische Habanero-Chilis. Diese Chilis werden gemahlen, gekocht und zu einem für industrielle Anwendungen geeigneten Endprodukt verarbeitet. Je nach Kundenwunsch kann dieses Produkt ganz rein (100 %) oder mit leichten Zusätzen geliefert werden. Das Produkt findet seinen Weg in verschiedene Anwendungsbereiche, darunter Fleischverarbeitung, Saucen und Marinaden, Gewürzmischungen und Lebensmittelherstellung.
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Mit dem neuesten Produkt bedient Hamid eine spezifische Zielgruppe von Verbrauchern, die vor scharfem Essen nicht zurückschrecken. „Für den Durchschnittsverbraucher ist Habanero Mash sehr scharf, aber es gibt genügend Verbraucher, die ein Glas innerhalb weniger Tage leer essen", weiß er. „Wir haben das Produkt mittlerweile pur, aber auch mit Ingwer verfeinert, was sehr gut ankommt. Es ist sehr gesund und schön scharf. Wir entwickeln solche Geschmacksrichtungen in Zusammenarbeit mit Kunden." Chili & Pepper verfügt über eine spezielle Produktionslinie (siehe Video unten), die den Habanero Mash auch in Gläser abfüllt.
Die Nachfrage nach dem Produkt kommt aus mehreren europäischen Ländern, vor allem von Verbrauchern, die von Haus aus daran gewöhnt sind, scharf zu essen. „In den Niederlanden ist das zum Beispiel die surinamische Küche, im Ausland hingegen Küchen unter anderem aus Indien, Pakistan und Afrika."
Dennoch findet man das Produkt von Chili & Pepper auch in niederländischen und ausländischen Supermärkten, manchmal verarbeitet in Fleischprodukten und Snacks für etwas mehr Würze. „Man sieht immer öfter Hähnchenfilet oder Grillwurst mit Habanero. Es ist wirklich ein Wachstumsmarkt."
Herausfordernde Marktsituation
Da es derzeit an frischen Chilis mangelt, ist es eine Herausforderung, genügend Chilis zu beschaffen. Mit seiner mittlerweile vierzehnjährigen Erfahrung gelingt es Hamid dennoch, alle seine Kunden gut zu beliefern, sogar mit dem Habanero Mash. „Es gibt Nachfrage, und dann liefere ich."
Als Ursache für die besondere Marktsituation nennt Hamid verschiedene Faktoren. Der Krieg im Nahen Osten spielt eine Rolle. Dadurch gibt es weniger Flüge aus den afrikanischen Herkunftsländern, was sich auf den Lufttransport von Chilis auswirkt. Auch Marokko ist ein großes Herkunftsland. Im vergangenen Sommer stiegen die Temperaturen auf bis zu 47 Grad, was zum Absterben junger Pflanzen führte. Zudem hatten die Erzeuger mit Überschwemmungen und Stürmen zu kämpfen, wodurch Gewächshäuser und Anbauflächen zerstört wurden. „Dadurch gibt es nur wenig Nachschub, auch wenn es jetzt wieder langsam in Gang kommt. Allerdings ist das Angebot noch minimal."
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In den Gewächshäusern niederländischer Erzeuger, zu denen Hamid gute Beziehungen unterhält, hat die Ernte bereits Ende Februar begonnen. Die Nachfrage nach diesem lokalen Produkt ist groß. „Wir haben noch nie so viele grüne/rote Chilischoten verkauft wie in dieser Saison", sagt Hamid. Das bedeutet, dass bereits halb rot geerntet wird, weshalb zu erwarten ist, dass der Mangel auf dem Markt noch eine Weile anhalten wird. In Kürze werden auch die unbeheizten Gewächshäuser vor Ort die Produktion aufnehmen, aber vorerst ist der Markt ziemlich leer.
Der Import von Chilischoten aus weiter entfernten Ländern ist eine Alternative, aber auch hier sind die Preise hoch, weiß Hamid. Die Dominikanische Republik und Mexiko liefern ebenfalls Chilis, jedoch vor allem in die Vereinigten Staaten. Für die Dominikanische Republik stellt es eine zusätzliche Herausforderung dar, dass jede Lieferung aufgrund neuer Vorschriften einen Labortest erfordert. Das verlangsamt den Handelsprozess und erhöht die Kosten für den Export nach Europa.
Bei Chili & Pepper ist man froh, dass die niederländische Saison wieder begonnen hat, und dieses Jahr wird auf der Basis frischer Chilis ein noch umfangreicheres Sortiment an Chili-Produkten verkauft.
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Weitere Informationen:
Hamid Haddouch
Chili & Pepper The Netherlands
[email protected]
www.chili-pepper.nl