Cox Aardbeien, ein Erdbeererzeuger mit Sitz in Baarlo in der niederländischen Provinz Limburg, erweitert seinen Betrieb, indem er bestehende Gewächshausflächen für den Erdbeeranbau umrüstet. Ein ehemaliges Gurkengewächshaus beherbergt nun Reihen von Erdbeerrinnen, und ein Paprikagewächshaus soll im kommenden Winter umgerüstet werden. Was diesen Betrieb auszeichnet, ist die Entscheidung des Erzeugers für ein speziell entwickeltes Rinnensystem, das gemeinsam mit Meteor Systems entwickelt wurde.
"Für mich existiert dieses System bereits seit fünf Jahren", sagt Erzeuger Guus Cox bei einem Rundgang durch sein Gewächshaus in Baarlo Anfang April. Cox ist sehr daran interessiert, das System in der Praxis zu demonstrieren – ein System, das aufmerksame Besucher des Dutch Strawberry Day in Den Bosch bereits in einer Demonstrationsanlage gesehen hatten.
Es war Cox selbst, der sich nach einer erfolgreichen ersten Saison an Meteor Systems wandte und das Unternehmen bat, das Anbausystem auf der Fachmesse auszustellen. Er ist überzeugt, dass Zusammenarbeit unerlässlich ist, um die Mechanisierung im Erdbeeranbau voranzutreiben. "Bislang kam ich alleine viel schneller voran, aber jetzt geht es darum, gemeinsam voranzukommen und die Details auszuarbeiten."
© Thijmen Tiersma | FreshPlaza.deAcht Rinnen pro Spalier
Zwei Rinnen
Ein bemerkenswertes Merkmal des Systems bei Cox Aardbeien sind die schmalen Rinnen und die Verwendung einer quasi doppelten Rinne. Die obere Rinne enthält keinen Abflusskanal. Sie ist mit Substrat gefüllt und mit Erdbeerpflanzen in einer Dichte von zwölf pro Quadratmeter bepflanzt. Das Abflusswasser fließt durch Löcher im Boden der oberen Rinne in eine zweite, noch schmalere Rinne darunter, die als Abflusskanal dient.
Der erste Schritt in Richtung dieses Anbausystems erfolgte im Jahr 2020, als Cox Aardbeien 2,5 Hektar Regale für die Stecklingsvermehrung errichtete. Von Anfang an stand die Mechanisierung im Mittelpunkt, damit das System auch im Gewächshaus eingesetzt werden konnte. Um die Rinnen mit Substrat zu befüllen, baute Cox seine eigene Befüllmaschine. "So konnte ich genau zeigen, wie ich es haben wollte."
© Thijmen Tiersma | FreshPlaza.de Das System besteht tatsächlich aus zwei untereinander angeordneten Rinnen
Einheitlichkeit hilft den Maschinen
Die erste Version des Systems, die ebenfalls in Zusammenarbeit mit Meteor Systems entwickelt wurde, verwendete ein maßgeschneidertes Rinnenprofil. Sebastiaan Smeur, Vertriebsleiter Benelux bei Meteor Systems, erklärt, dass für das aktuelle System bei Cox Aardbeien ein bestehendes Profil aus dem breiten Produktangebot des Unternehmens angepasst wurde. "Unsere Profiliermaschinen sind mit fortschrittlichen Rollen ausgestattet. Wir investieren bewusst in diese, damit wir bei den Rinnenspezifikationen und -abmessungen pro Projekt äußerst flexibel sein können. Wir entwerfen und liefern ein komplettes System, einschließlich Aufhängung, Abwasserauffang, Bewässerung und maßgeschneiderter Rohrschienenhalterungen." Dieser maßgeschneiderte Ansatz hat sich auch hier als wertvoll erwiesen.
Insgesamt sind acht Rinnen an einem einzigen Fachwerk aufgehängt. Im Hinblick auf die Mechanisierung beträgt der Abstand zwischen den Rinnen durchgehend einen Meter. "Dadurch können die von Deto Mechanisatie entwickelten Maschinen an mehreren Standorten eingesetzt werden", sagt Cox. "Einheitlichkeit ist entscheidend. Mechanisierung ist Organisation."
In vielen Fällen fehlen Erdbeererzeugern, die mit Standard-Rinnenabmessungen arbeiten, nur wenige Zentimeter, um durchgehend gleiche Abstände zu erreichen. Cox Aardbeien gleicht diese Zentimeter durch den Einsatz einer schmaleren Rinne aus, ohne an anderer Stelle Abstriche machen zu müssen. Ein Schwenksystem ist daher nicht erforderlich.
© Thijmen Tiersma | FreshPlaza.de Guus Cox und Sebastiaan Smeur unter den Rinnen im Gewächshaus in Baarlo.
© Thijmen Tiersma | FreshPlaza.de Bessere Anbaubedingungen
Die Rinne fasst insgesamt 11,5 Liter Substrat, was unter dem Branchenstandard liegt. "Dadurch ist ein etwas stärker generativer Anbau möglich. Außerdem hilft es, die Pflanzenreserven während der Winterperiode effektiv abzubauen."
Seit der Umstellung auf das neue System ist Cox Aardbeien von einem kontinuierlichen Anbauzyklus mit einem einzigen Erntewechsel zu zwei Neuanpflanzungen pro Jahr übergegangen. Im Gewächshaus in Baarlo baut das Unternehmen die Sorte Inspire an, eine exklusive Sorte, die von The Greenery geliefert wird. Normalerweise würde die Umstellung auf zwei Pflanzungen pro Saison einen erheblichen Mehraufwand an Arbeitskräften bedeuten, doch dank ausreichender Mechanisierung kann Cox Aardbeien dies ausgleichen.
Foto rechts: Eine offene Pflanzenstütze, damit die Maschinen nicht beeinträchtigt werden.
Unerwartete Vorteile
In den Arbeitsprozess im Erdbeergewächshaus wurden mehrere Maschinen eingeführt. Dazu gehören eine Maschine, die die Rinnen mit Substrat befüllt, eine Maschine, die in einem Arbeitsgang mäht und mulcht, sowie eine Maschine zur mechanischen Ernteabnahme. Alle Geräte sind mit demselben Fahrgestell kompatibel.
Ein unerwarteter Vorteil des neuen Systems besteht darin, dass Cox den Substratverbrauch für die zweite Ernte reduzieren und gleichzeitig wichtige Wochen an Wachstumszeit gewinnen kann. "Wir haben bis zum 15. Dezember weiter geerntet und die neue Ernte noch vor Weihnachten wieder angepflanzt. Mit diesem System verlängert und verkürzt man die Saison gleichzeitig."
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Die Pflanzenstütze ist im Substrat befestigt, wodurch sie sich leicht entfernen lässt
Aus wirtschaftlicher Sicht sorgt dieser Ansatz für einen höheren Umsatz bei einem Erzeuger, der mehrere Standorte betreibt, auch wenn Cox einräumt, dass nicht jeder Erzeuger diesen Vorteil sofort erkennt. Die Mechanisierung der Prozesse rund um einen Kulturwechsel scheint auf den ersten Blick nur begrenzte jährliche Arbeitseinsparungen zu bieten. "Aber das Konzept steigert die Rentabilität direkt, indem es mehr Erntetage schafft", betont Cox. "In Baarlo hatten wir neun Wochen keinen Ertrag zwischen den beiden Pflanzgängen."
In Kombination mit den zusätzlichen Vorteilen für den Anbau und dem Potenzial zur Mechanisierung weiterer Prozesse ändert sich das Bild erheblich. Cox konzentriert sich insbesondere auf die Mechanisierung der Pflanzenpflege und ist bestrebt, diese Schritte gemeinsam mit anderen Erzeugern zu gehen, die ebenfalls das Potenzial eines mechanisierungsorientierten Rinnensystems erkennen.
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Bei der Umrüstung des Gewächshauses wurde alles neu nivelliert, sodass die Rohrschienen überall schön gerade verlaufen.
Weitere Informationen:
Cox Aarbeien
[email protected]
www.coxaardbeien.nl
Meteor Systems
[email protected]
www.meteorsystems.nl