Die Gemüseernte im Nürnberger Knoblauchsland kommt nun allmählich in Schwung: "Analog zu den Vorjahren ernten wir bereits Mini- sowie Salatgurken und Rettiche in unserem Glashaus, starten aber parallel auch mit Schnittlauch im Tunnel sowie in wenigen Tagen auch mit den ersten Bundzwiebeln durch", skizziert Stefan Seischab, Gemüsegärtner und Inhaber des gleichnamigen Familienunternehmens. Die bisherigen Qualitäten seien bei allen Kulturen durchweg gut gewesen.
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Salat- sowie Minigurken.
Gute Anbau- und Marktbedingungen für Schnittlauch
Besonders der Schnittlauch sei dieses Jahr sehr schön herausgewachsen, führt Seischab weiter aus. "Wir hatten in den letzten zwei Wochen fast nur noch Sonne und abgesehen von leichten Minustemperaturen keinen gravierenden Frost mehr. Tagsüber stieg die Temperatur mitunter auf um die 20 Grad an, wonach es Anfang KW 12 wieder etwas kälter war. Alles in allem finden wir momentan aber optimale Wachstumsbedingungen vor. Ebenfalls von Vorteil war, dass die vielen Niederschläge zur hohen Bodenfeuchte beigetragen haben. Dies führte wiederum dazu, dass wir unseren Tunnelschnittlauch dieses Jahr nicht zusätzlich beregnen mussten, was eigentlich eher ungewöhnlich ist."
Auf Vermarktungsebene schneidet der frühe Schnittlauch ebenfalls gut ab. Seischab: "Der Preis liegt leicht über dem Niveau des Vorjahres, könnte aber aus meiner Sicht noch etwas besser sein. Dennoch können wir mit den aktuellen Preisen recht gut wirtschaften. Wir haben dabei den Vorteil, dass wir im frühen Bereich einer von wenigen regionalen Anbietern sind und dass momentan auch die Importware aus Afrika zu relativ hohen Preisen offeriert wird."
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Stefan Seischab kultiviert u.a. Schnittlauch
Glashaus-Rettich bleibt attraktive Kultur
Auch der Glashaus-Rettich zählt zu den klassischen Frühlingsboten im Nürnberger Knoblauchsland und habe sich über die Jahre hinweg als attraktive Kultur bewährt. "Sobald aber die Freilandsaison so richtig in Schwung kommt, ist der Markt jedoch in der Regel schnell gesättigt." Nichtsdestotrotz fährt Seischab hier zweigleisig und werden im Anschluss zur Glashausernte ebenfalls gepflanzter (ab KW 18) sowie gesäter Rettich (ab KW 21) geerntet.
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Die ersten Rettiche der Saison.
Leichte Frostschäden bei Lauchzwiebeln
Ende KW 12 können voraussichtlich auch die ersten fränkischen Lauchzwiebeln der Saison geerntet werden. "Zunächst bündeln wir ausschließlich Ware für den Nürnberger Großmarkt, um zwei Wochen später gefolgt von den ersten Lieferungen an den LEH." Auch hier stehen die Zeichen laut Seischab auf grün. "Dennoch war der Winter dieses Jahr recht hart, sodass wir Frostschäden um bis zu 20 Prozent des ersten Satzes hinnehmen mussten." In der Vermarktung orientiert man sich in der Regel an den Preisen der Pfälzer Bundzwiebeln, wobei zurzeit auch noch Importware aus Ägypten und Italien offeriert wird.
Flächenausweitung bei Rhabarber
Auch die Rhabarberernte steht nun bevor: "Ende März werden wir erste Stangen ernten können", so Seischab, der sich dem Anbau der beiden Sorten Goliath und Holsteiner Blut widmet. Der Rhabarber wird in der Regel parallel zur Spargelsaison bis Johannistag am 21. Juni angeboten, Tendenz steigend. "Am Frischmarkt findet der Rhabarber sehr guten Anklang, sodass wir unsere Anbaukapazitäten dieses Jahr von 2 auf ca. 2,4 ha leicht ausgeweitet haben. Wir haben sogar Anfragen erhalten, auch Saft-Rhabarber anzubauen, dies käme aber für unseren Betrieb zunächst nicht in Frage."
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Vermarktungsfähiger Schnittlauch.
Reduzierung der Angebotsvielfalt
Der Betrieb Seischab hat sich stets den sich ändernden Bedürfnissen des Marktes angepasst und vermarktet einen Teil der Erträge über die Franken-Gemüse eG sowie einen Teil am freien Markt. "Mein Vater hat bis vor 10-15 Jahren noch rund 25 Kulturen angebaut, mittlerweile sind es noch gut die Hälfte. Dieses Jahr werden wir außer Endivien erstmals keine Freilandsalate mehr anbauen, und zwar aus zwei Gründen: Einerseits ist der Salatanbau im Freiland extrem risikobehaftet, andererseits beobachten wir eine rückgängige Nachfrage in der regionalen Gastronomie. Unser Ziel ist es, die Kulturvielfalt auch in den kommenden Jahren peu à peu weiter zu reduzieren, dafür aber mehr Menge pro einzelner Kultur anzubauen."
Der Schwerpunkt liegt dabei auf Kulturen, die künftig mechanisiert werden können. "Bei Lauch ist uns dies bereits gelungen und auch bei Dill und Petersilie setzen wir bereits auf maschinelles Ernten. Verglichen mit händisch Ernten haben wir unsere Ernteleistung bei Petersilie somit verdoppeln können. Schwieriger zu mechanisieren ist hingegen der Schnittlauch, hier wäre die Putzarbeit, die wir nach der maschinellen Ernte betreiben müssten, schlicht zu aufwändig", heißt es abschließend.
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Rhabarber und Lauchzwiebeln.
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