Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) begrüßt die Entscheidung von Bund und Ländern, zehn Universitäten weiterhin als Exzellenzstandorte zu fördern. Die erneute Bestätigung der neun Universitäten sowie des Berliner Verbunds „Berlin University Alliance" unterstreicht die hohe Leistungsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems und stärkt international sichtbare Spitzenforschung. Dennoch üben diese Exzellenzen auf kleinere Forschungs- und Lehrbereiche Druck aus.
„Die Exzellenzstrategie ist ein wichtiges Instrument, um wissenschaftliche Spitzenleistungen sichtbar zu machen und internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern", erklärt ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer. Die Weiterförderung der Universitäten – darunter Aachen, Bonn, Dresden, Hamburg, Heidelberg, Karlsruhe, München, Tübingen sowie der Berliner Verbund aus Freier Universität, Humboldt-Universität, Technischer Universität und Charité – sei daher ein positives Signal für den Wissenschaftsstandort Deutschland.
„Gleichzeitig mahnen wir jedoch an, die Folgen der starken Konzentration von Fördermitteln stärker zu berücksichtigen. Bereiche, die nicht unmittelbar Teil großer Exzellenzcluster sind, geraten zunehmend unter Druck – obwohl sie für gesellschaftliche Herausforderungen und für die Ausbildung von Fachkräften unverzichtbar sind", so Fleischer weiter.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung derzeit in Berlin. Trotz des Erfolgs des Verbunds der großen Universitäten stehen einzelne Fachbereiche außerhalb der Exzellenzstrukturen vor erheblichen Herausforderungen. So geraten an der Humboldt-Universität und der Freien Universität insbesondere kleinere und praxisnahe Disziplinen wie der Gartenbau sowie Teile der Lehramtsausbildung zunehmend in Bedrängnis.
Deshalb ist es für den Gartenbau unerlässlich, dass Bund und Länder zusammenarbeiten und wie im „Maßnahmenpaket Zukunft Gartenbau" gefordert, mindestens zwei universitäre Standorte zur Sicherung der Forschung und Lehre in den Gartenbauwissenschaften langfristig fördern und sich somit gegen den Abbau stellen.
Exzellenzstrategie und verlässliche Grundfinanzierung
Der ZVG fordert, die Exzellenzstrategie stärker mit einer verlässlichen Grundfinanzierung der Universitäten und Hochschulen zu verbinden. Nur wenn neben Leuchtturmprojekten auch die fachliche Breite der Universitäten gesichert bleibt, kann das Wissenschaftssystem dauerhaft leistungsfähig bleiben.
„Spitzenforschung darf nicht dazu führen, dass wichtige Fachgebiete an den Rand gedrängt werden", betont Fleischer abschließend. Gerade der Gartenbau leiste einen zentralen Beitrag zu Zukunftsfragen wie Ernährungssicherung, Biodiversität, Klimaanpassung und nachhaltiger Stadtentwicklung. Diese Themen benötigen eine starke wissenschaftliche Basis in Forschung und Lehre – auch jenseits der großen Clusterstrukturen.
Weitere Informationen:
https://www.derdeutschegartenbau.de/