Die chilenische Birnensaison hat dieses Jahr zehn Tage früher begonnen. Das hat direkte Auswirkungen auf die Größe der Früchte. "Aufgrund der Wetterbedingungen hat die Ernte früher begonnen. Sobald die Reifewerte wie Brix, Festigkeit und Farbe erreicht sind, kann dies dazu führen, dass die Früchte im Durchschnitt etwas kleiner ausfallen", sagt Jorge Yavar, kaufmännischer Leiter von Exportadora y Servicios Rucaray.
Ihm zufolge war dies in dieser Saison auch bei anderen Obstsorten wie Kirschen, Steinobst und Trauben zu beobachten. Bei Birnensorten wie Coscia und Abate Fetel ist dieser Trend deutlich sichtbar. Bei anderen Sorten ist der Effekt geringer.
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Europa und Lateinamerika sind die wichtigsten Märkte
Europa und Lateinamerika bleiben die wichtigsten Absatzmärkte. Für Europa sind die Aussichten günstig. "Europa sieht für chilenische Birnen im Allgemeinen gut aus. Es gibt bereits einen Mangel an einigen Sorten, die Chile dort anbietet, daher sind die Erwartungen positiv", sagt Yavar. Die ersten Lieferungen sind unterwegs. Der Verkauf konzentriert sich hauptsächlich auf März und später, mit Schwerpunkt auf April und Mai.
In Lateinamerika verlief der Start hingegen schwieriger. Große Mengen kamen früher als im Vorjahr auf den Markt, was die Preise unter Druck setzte. "Derzeit werden zwischen 20 % und 30 % mehr verschifft als in der gleichen Woche des Vorjahres. Der Markt reagiert sofort darauf, indem er aufgrund des größeren Angebots zurückhaltender wird", erklärt er. "In dieser Situation haben wir bewusst einen Gang zurückgeschaltet und warten auf eine Erholung der Nachfrage. Wir haben einen Teil der Verpackungsarbeiten vorübergehend eingestellt und warten zunächst ab, wie sich die Nachfrage entwickelt, bevor wir die Programme für diesen Markt wieder aufnehmen."
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Packham's Triumph bietet mehr Spielraum
Die Sorte Packham's Triumph zeichnet sich durch ihre gute Lagerfähigkeit aus. Dadurch kann kommerzieller und flexibler gesteuert werden. "März und April sind in der Regel die Monate mit den niedrigsten Preisen, da dann viel konventionelles Obst auf dem Markt ist. Ab Mai, wenn die ersten Zellen mit Obst aus kontrollierter Atmosphäre geöffnet werden, steigen die Preise oft wieder an", so Yavar.
Rückgang der Anbaufläche, Wettbewerb bleibt hart
Die chilenische Birnenanbaufläche ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. "Wir sind bereits seit sechs Jahren dabei, unsere Anbaufläche zu reduzieren", sagt Yavar. Das Angebot aus der südlichen Hemisphäre ist insgesamt zurückgegangen, insbesondere in Argentinien und Chile. Bei Sorten wie Abate Fetel, die fast ausschließlich auf Europa ausgerichtet sind, ist dies eine zusätzliche Herausforderung. "Es gibt einfach keinen anderen Markt als Europa." Hinzu kommt, dass diese Birne in direkter Konkurrenz zur europäischen Conference steht, die dank guter Lagerung fast das ganze Jahr über verfügbar ist.
Im Vergleich zu Konkurrenten wie Argentinien und Südafrika hat Chile zwar eine gute Qualität, liegt aber logistisch im Rückstand. "Sie haben günstigere und kürzere Transportwege. Das verschafft ihnen einen klaren Kostenvorteil", räumt er ein. Außerdem produziert Südafrika kleinere Größen zu geringeren Kosten, wodurch das Land mit markanteren Preisen arbeiten kann.
Konsum in Europa stagniert
Was die Konsumtrends angeht, sieht Yavar wenig Wachstum in Europa. "In Europa wird die Birne als Obst für ältere Menschen angesehen; junge Menschen essen sie kaum." Es wurden zwar Versuche unternommen, mit zweifarbigen und süßeren Sorten neue Verbraucher anzusprechen, aber diese Entwicklung hinkt hinter der anderer Obstsorten hinterher.
Weitere Informationen:
Jorge Yavar C.
Exportadora y Servicios Rucaray
Chile
Tel.: +56 9 9820 7240
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