In den Wäldern Niederösterreichs hat die diesjährige Bärlauchernte nun begonnen. "Der Januar war recht kalt und hat den Austrieb des Bärlauchs etwas verzögert, sodass wir nun um wenige Tage später als sonst erste Ware ernten können", berichtet Heinrich Penz, Großhändler im niederösterreichischen Melk und spezialisierter Bärlauchanbieter. "Bislang deuten die Prognosen auf ein leichtes Mengenplus gegenüber dem Vorjahr hin. Entscheidend wird aber das Wetter in den kommenden Wochen sein. Vor allem gravierende Temperaturschwankungen setzen dem Bärlauch in der Regel stark zu und führen schlimmstenfalls sogar dazu, dass die Ware am Ende unverkäuflich ist."
© Pentz Großhandel
Zu Beginn der Saison sei die Nachfrage nach Bärlauch in der Regel besonders hoch, berichtet Penz, der sowohl LEH-Kunden als auch Abnehmer in den Bereichen Gastronomie und Großverbrauch bedient. "Zur Hochsaison ab Ende März sind Aktionen im LEH notwendig, um die Mengen entsprechend platzieren zu können." Die Wildsammlung startet für gewöhnlich in den Wäldern rund um Melk und verlagert sich im späteren Saisonverlauf in Richtung Wien und Umgebung. Beendet wird die Saison circa Ende Mai mit den letzten Partien aus höheren Lagen. Auch die Verpackungsgrößen werden den Mengenverfügbarkeiten entsprechend angepasst: Gestartet wird mit Kleinstgebinden bzw. 50g-Tassen. Ab März seien auch größere 100g-Packungen im Handel zu erwerben, gefolgt von 1kg-Großgebinden ab Ende März.
© Pentz Großhandel
Wildsammler mit frisch geerntetem Bärlauch. Man wartet bereits seit acht Wochen auf die Visa Erteilung der nepalesischen Saisonarbeiter, damit dauert der Prozess im Vergleich zu den Vorjahren extrem länger, so Penz.
Mindestlohnanhebung als Kostentreiber
Auch beim Bärlauch schlägt die Lohnproblematik extrem zu Buche, führt Penz weiter aus. "Rund 80 Prozent der gesamten Kosten entfällt auf die Entlohnung unserer Sammler. Bekanntlich wurden die Mindestlöhne zum Jahreswechsel erneut angehoben. Das sind ganz andere Rahmenbedingungen als zum Beispiel in Polen oder Ungarn, wo die Lohnkosten bis zur Hälfte niedriger sind. Die kurzen Vermarktungswege und die damit einhergehende Frische unseres Produktes zeichnen uns aber nach wie vor aus."
© Pentz Großhandel
Rechts:
Bärlauch aus österreichischer Wildsammlung. Nur bei Bedarf wird auch Importware ungarischen und/oder rumänischen Ursprungs angeboten.
Bärlauch als fester, saisonaler Bestandteil des Produktportfolios
Speziell in den Bereichen Gastronomie und Großverbrauch gewinne der heimische Bärlauch weiterhin an Bedeutung. "Der Bärlauch zählt zu den wenigen Saisonartikeln die es heutzutage noch gibt, und ist außerdem der erste Frühlingsbote des neuen Jahres, gefolgt von Radieschen und Vogerlsalat aus eigenem Tunnelanbau", heißt es abschließend.
Weitere Informationen:
Ing. Heinrich Penz
frisches.früchtchen GmbH
Melkerstrasse 10
3393 Matzleinsdorf
Tel.: +43 275 252 229
Mobil: +43 676 847 379 200
[email protected]
www.fruechtchen.eu
https://whatsapp.com/channel/0029ValfLy80LKZD1NU7eJ02