Die chilenische Heidelbeerensaison zeigt positive Signale. Das Volumen ist größer, die Fruchtqualität hat sich verbessert und der Fokus liegt zunehmend auf neuen Sorten.
„Es war eine gute Saison. Wir haben mehr angebaut als im letzten Jahr", berichten Vicente Aguirre, Anbauleiter, und Diego Romero, Geschäftsführer von El Álamo, einem chilenischen Unternehmen, das sich auf den Heidelbeeranbau, die Verpackung und den Export von Heidelbeeren spezialisiert hat. El Álamo hat zwei Anbaugebiete: Cauquenes, wo die Ernte früher beginnt und 10 Hektar mit der Sorte Susi Blue bepflanzt sind, und Retiro mit 41 Hektar und Sorten wie Duke, Blue Ribbon, Legacy, Draper und ebenfalls Susi Blue. Insgesamt erntete das Unternehmen rund 600 Tonnen Heidelbeeren, von denen etwa 500 Tonnen exportiert werden.
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Europa bleibt der wichtigste Absatzmarkt, mit den Niederlanden als wichtigstem Zugangstor. Danach folgt Südkorea. „Wir liefern auch etwas nach China und Taiwan, aber der Großteil geht nach Europa und Südkorea", erklärt Aguirre. Die Beeren werden hauptsächlich per Schiff verschickt, was hohe Anforderungen an die Behandlung stellt. „Die Kühlkette ist entscheidend. Wir ernten, kühlen sofort herunter und verarbeiten die Früchte bei Temperaturen zwischen 0 und 1 °C. Nur so kommen sie in gutem Zustand an", betont er.
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Neben den vertrauten Märkten sieht das Unternehmen auch Chancen in aufstrebenden Regionen. „In Taiwan wächst die Nachfrage nach großen, hochwertigen Heidelbeeren", sagt Romero. „Auch Indien und der Nahe Osten zeigen zunehmend Interesse. Derzeit sind das noch Nischenmärkte, aber sie können zu etwas Größerem heranwachsen, sofern wir ihre Qualitätserwartungen erfüllen."
Laut Romero sind die internationalen Preise relativ stabil geblieben. „Dieses Jahr sogar etwas besser als letztes Jahr. Das liegt unter anderem daran, dass Peru früher mit der Ernte begonnen hat, wodurch Chile etwas mehr Spielraum auf dem Markt bekam." Vor allem für Premium-Obst im Rahmen fester Absatzprogramme gab es seiner Meinung nach eine gute Marktresonanz.
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Sowohl Aguirre als auch Romero sind sich einig: Qualität ist der entscheidende Faktor. „Für den Markt ist es nicht so sehr wichtig, welche Sorte man hat, sondern wie die Früchte aussehen, ob gut oder schlecht", sagt Romero.
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Mit Blick auf die Zukunft liegt die Herausforderung in der genetischen Erneuerung und besseren Entscheidungen zu Beginn jedes Projekts. „Wenn wir von Anfang an die richtigen Sorten auswählen und richtig vorgehen, bleibt die Heidelbeere eine rentable Kultur", so Aguirre.
„Chile hat eine klare Exportperiode zwischen Januar und März. Es geht nicht mehr darum, möglichst große Mengen zu produzieren, sondern darum, immer anspruchsvolleren Verbrauchern Obst von höchster Qualität zu liefern", fasst Romero zusammen.
© El ÁlamoWeitere Informationen:
Vicente Aguirre und Diego Romero
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Chile
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