Das lateinamerikanische Angebot an Heidelbeeren entspricht in dieser Saison weitgehend den Erwartungen. Dennoch werden die Qualitätsanforderungen immer höher, sagt Simón Andrés Muñoz, Seniorberater bei der chilenischen Beratungsfirma CASM Blueberries. Er wirft einen Blick auf die Saison 2025/2026 und konzentriert sich dabei auf Anbau, Sorten, Preise und Logistik.
Laut Muñoz bleiben Peru, Chile und Mexiko die drei Hauptakteure in der Region. In Peru sank das Volumen aufgrund der tiefen Temperaturen während der Fruchtbildung um etwa 10 %. Chile hingegen übertraf mit einer Ernte von 93.000 bis 96.000 Tonnen die Erwartungen. „Das Angebot entsprach gut den Erwartungen des Marktes", sagt Muñoz, „aber das größere Volumen aus Chile übt Druck auf die Preise aus, insbesondere gegen Saisonende."
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In Mexiko ist die Anbaufläche etwas kleiner geworden, was jedoch nicht bedeutet, dass das Interesse nachlässt. „Der Rückgang ist vor allem darauf zurückzuführen, dass ältere Sorten nicht gut abgeschnitten haben. Erzeuger, die mit Club-Sorten arbeiten, expandieren hingegen weiter", erklärt er. Seiner Meinung nach ist die Ersetzung alter Sorten durch neue, bessere Sorten ein roter Faden in der gesamten Region.
„Die Sorteninnovation war entscheidend für die Position der lateinamerikanischen Heidelbeere", sagt Muñoz. Die neuen Premium-Sorten sind länger haltbar, größer und schmecken besser. Dank dieser Verbesserungen sind Transporte von 45 bis sogar 50 Tagen möglich, ohne dass die Qualität darunter leidet. Das öffnet die Tür zu weit entfernten Märkten wie China, Europa und dem Nahen Osten.
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In Bezug auf die Preise sieht Muñoz vor allem Stabilität. Aufgrund der geringeren Ernte in Peru gab es keine großen Preisschwankungen. In Chile blieben die Preise in der ersten Hälfte der Saison stabil. „Gegen Ende kann es zwar zu einigen Korrekturen kommen, aber das ist normal", sagt er.
Logistik und eine zuverlässige Kühlkette bleiben entscheidend. „Man kann das beste Produkt haben, aber wenn man die Qualität während eines 20- bis 25-tägigen Transports nicht garantieren kann, nützt es nichts", warnt Muñoz. In dieser Hinsicht haben Chile und Peru einen Vorsprung, obwohl es noch Herkunftsländer gibt, in denen strukturelle Probleme bestehen.
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Bei den Zielorten liegt China weiterhin an der Spitze, gefolgt von den USA und Europa. In Amerika geht es vor allem um das Volumen, während in Europa und Asien die Qualität darüber entscheidet, ob die Verbraucher wieder kaufen. Muñoz sieht auch, dass die Binnenmärkte in den Anbauländern langsam wachsen. In immer mehr Ländern entsteht eine feste Gruppe von inländischen Verbrauchern.
Mit Blick auf die Zukunft ist die Botschaft klar: „Verstehen Sie, was der Verbraucher will, wählen Sie Sorten, die sich gut verkaufen, und sorgen Sie für eine reibungslose Logistik." Nur so bleibt die Branche in einer Welt, in der die Nachfrage nach Heidelbeeren weiter steigt, profitabel.
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Simón Andrés Muñoz
CASM Blueberries
Chile
Tel.: +56 9 3261 2176
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