Niedersächsische Kirschbauern erwarten überdurchschnittliche Ernte von rund 5.000 Tonnen

"Durch die Überdachung konnte das Ertragspotenzial vervielfacht werden"

Die Erntezeit von Kirschen ist kurz, sobald sich die ersten Früchte rot färben, machen sich Liebhaberinnen und Liebhaber des gesunden Obstes daher auf zu ihrem Lieblingshofladen. Dort liegen bereits die ersten Kirschen der frühen Sorten bereit, schreibt der Landvolk-Pressedienst. Bei gutem Wetter folgen Anfang Juli die Hauptsorten Kordia und Regina, auf deren Bäumen dann bis Anfang August die besonders süßen und großen Knupperkirschen heranreifen.

„Wir erwarten eine überdurchschnittliche Ernte von rund 5.000 Tonnen Süßkirschen in Niedersachsen“, zeigt sich Martin Kockerols, Spezialberater für Steinobst des Obstbauversuchsrings in Jork, optimistisch. Allerdings habe sich der Erntebeginn aufgrund des kühlen Wetters im Mai um etwa zwei Wochen verzögert.

Hohes Ertragspotenzial
Denn trotz der vor Regen schützenden Überdachung, die in gut der Hälfte der Plantagen des Alten Landes mittlerweile Standard sind, sind die Bäume auf freundliches Wetter angewiesen. „Durch die Überdachung konnte das Ertragspotenzial vervielfacht werden, obwohl die Anbaufläche seit 20 Jahren konstant ist“, verdeutlicht Kockerols. An der Elbe werden nach Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen auf rund 500 Hektar (ha) Süßkirschen angebaut. Deutschlandweit wachsen auf etwa 5.500 ha Kirschbäume in den Plantagen von 6.600 Betrieben.

Mit dem geschützten Anbau haben sich die Obstbauern auf die gestiegenen Anforderungen und Wünsche der Konsumenten hinsichtlich der Qualität eingestellt. „Durch Regen aufgeplatzte Kirschen gehören damit der Vergangenheit an“, sagt der Obstexperte. Zudem lassen sich die Dachanlagen leichter mit Netzen gegen die beiden bedeutendsten Schädlinge – die Kirschfruchtfliege und die Kirschessigfliege – schützen. Allerdings werde dieser hohe Aufwand zur Qualitätssicherung mittlerweile von den Kundinnen und Kunden oft als selbstverständlich hingenommen.

Preiserhöhungen schwierig durchsetzbar
Nach der zögerlichen Nachfrage nach Spargel und Erdbeeren sind die Sorgen daher nun auch bei den Obstbauern groß. „Eigentlich müssten die Preise erhöht werden, aber ich glaube kaum, dass sich das einer trauen wird“, vermutet Kockerols. Er erwartet den Start der großen Mengen im Verkauf mit Spannung und hofft auf gutes Wetter. „Bei schönstem Sommerwetter schmecken Sommerfrüchte einfach besonders lecker“, lautet seine Erfahrung. Und die Kirschliebhaber können sich auf gesunden Genuss zu stabilen Preisen freuen. 

Quelle: LPD


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