David Dreyer, Dreyer AG, zur zurückliegenden Sauerkrautsaison in der Schweiz

"Hätten wir mehr Rohware gehabt, wäre es eine Top-Saison gewesen"

Die Schweizer Gemüseverarbeiter blicken auf eine recht herausfordernde Sauerkrautkampagne zurück. Aufgrund der Rohwarenengpässe sei man zum Teil auf Weißkohlzufuhren aus Polen, Deutschland und den Niederlanden angewiesen gewesen. Zum Glück seien die Vorzeichen zur neuen Kabisernte im Berner Seeland eher positiv, bestätigt uns David Dreyer, Mitgeschäftsführer des gleichnamigen Familienunternehmens und einer der größten Sauerkrautlieferanten in der Schweiz.

"Die Nachfrage ist die komplette Wintersaison hindurch hoch und stabil gewesen. Hätten wir also mehr Rohware gehabt, wäre es eine Top-Saison für Schweizer Sauerkraut gewesen", bilanziert Dreyer. Durch den Rohwarenmangel mussten allerdings gut ein Drittel des benötigten Weißkohls aus dem europäischen Ausland importiert werden, während der führende Sauerkrautspezialist normalerweise nur mit Rohware aus dem umliegenden Seeland und dem Gürbetal auskommt. Die erschwerte Beschaffungssituation habe man aber nur minimal im Verbraucherpreis durchsetzen können. "Verglichen mit dem Vorjahr haben wir kaum Preiserhöhungen erzielen können, weshalb wir die Mehrkosten und -aufwand des Rohwarenimports überwiegend selbst tragen mussten", so Dreyer.


Karin, David und Philipp Dreyer stehen gemeinsam am Ruder des Familienunternehmens im Herzen des Berner Seelands.

Sauerkrautvermarktung im Sommertief
Bei den Sauerrüben - im Vergleich zum Umsatztreiber Sauerkraut eher ein Nischenprodukt - sei die Situation hingegen genau umgekehrt gewesen. Dreyer: "Die ganze Saison über war genügend Rohware vorhanden, der Absatz ist dennoch seit einigen Jahren eher stagnierend bis leicht rückläufig." Sowohl beim Sauerkraut als auch bei den Sauerrüben konzentriere sich der Absatz vorwiegend auf die kalte Jahreszeit. "Ab Mitte September zieht der Bedarf langsam an, momentan befinden wir uns hingegen im Sommertief in dem wir etwa 10-15 Prozent des Winterabsatzes erzielen", schildert Dreyer.


Die Vorbereitungen zur diesjährigen Kabisernte im Berner Seeland seien derweil im vollen Gange. "Ab Mitte Juli wird voraussichtlich die erste frühe Verarbeitungsware geerntet, die Hauptmenge trifft dann ab August sukzessive auf den Markt. Aufgrund der Wetterkapriolen und den Engpässen im vergangenen Jahr haben wir die Pflanzung etwas vorgezogen und die Anbaufläche leicht ausgeweitet. Bisher sind die Wetterbedingungen für das Wachstum des Kabis recht gut gewesen. Das Einzige, was unseren Vertragsproduzenten teilweise zu schaffen macht, sind die Kostensteigerungen innerhalb der gesamten Produktionskette", fährt Dreyer fort.


Einblicke in die Kabisproduktion

Sauerkraut nach wie vor beliebt
Absatzseitig konnte der Sauerkrautkonsum, etwa dank neuer, modernen Varianten, angekurbelt werden. Auch die Firma Dreyer hat sich zur Aufgabe gemacht am Puls der Zeit neue Sauerkrautprodukte zu entwickeln und insbesondere die jüngere Käuferschicht für das heimische Gemüse zu begeistern. "Fermentiertes Gemüse, wie Kimchi, erfreut sich rasch steigender Beliebtheit. Andererseits beläuft sich etwa 95 Prozent unseres Gesamtumsatzes nach wie vor auf unser Grundsortiment, sprich Sauerkraut roh und Weinsauerkraut."

In Zeiten von Corona sei das Marketing rundum neue Produkte und Nischen etwas in den Hintergrund geraten, dies wird nun schrittweise wieder aufgegriffen, bestätigt Dreyer. "Es finden normalerweise regelmäßig Degustationen statt, etwa in Form von Foodtrucks, in dem wir Sauerkraut als Beilage zu Hotdogs und zum Grill platzieren wollen und auch vegetarische Varianten. Somit versuchen wir unsere Saison künftig nach und nach in den Sommer zu verlängern."

Bilder: Dreyer AG 

Weitere Informationen:
David Dreyer 
Dreyer AG
Frenschenbergstrasse 7
CH-2575 Gerolfingen
+41 32 396 00 00
verkauf@dreyer-ag.ch   
www.dreyer-ag.ch       


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