Marktbericht der Agrarmarkt Austria:

'Wage Prognose für heimische Apfelernte, europäische Kampagne über Vorjahr'

Üblicherweise startet in Österreich die Haupternte Mitte August. Der nasskalte Mai verzögerte jedoch landläufig das Wachstum der Früchte, sodass die ersten nennenswerten Mengen neuer Ernte, je nach Lage, mit mindestens 10 Tagen Verspätung eingebracht werden konnten. Die Qualitäten der ersten Partien zeigten sich dabei durchaus zufriedenstellend. Die Fruchtgrößen stellen sich bei den frühen Sorten Gala und Elstar als tendenziell kleinfallend dar. Zur finalen Erntemenge gibt es nach wie vor wiedersprüchliche Informationen, wobei von Marktbeteiligten zumindest die Vorjahresmenge (160.000 t) mit positiver Aussicht prognostiziert wird. Hier gilt es den weiteren Ernteverlauf abzuwarten.

Die AMA Großhandelspreise ab Rampe hatten, in Erwartung der neuen Mengen, zuletzt etwas nachgeben. Der repräsentative Apfelpreis für August wurde mit 0,76 EUR/kg bewertet und verlor damit zum Vormonat um rund 8 %. Der bundesweit erhobene Bestand von Tafeläpfeln betrug mit Stichtag 1. August 11.003 t (bio & konv.) und damit waren die Läger bis auf die Sorte Golden Delicious faktisch geräumt.

Auf europäischer Ebene werden die verfügbaren Daten zur diesjährigen Apfelernte konkreter. Für die Kampagne 2021/22 werden Erntemengen von 11,6 - 11,7 Mio. t erwartet (rund. 10 % über Vorjahr, 5 % über dem 5jähr. Durchschnitt). Während ein Großteil der Produzentenländer leicht über- oder auf Vorjahresniveau produzieren wird, bringt Polen mit 4,2 Mio. t (+ 22 % zum Vorjahr) heuer wieder Menge auf den EU - Binnenmarkt. Nach zwei Jahren der Beruhigung, wird die kommende Saison daher wohl wieder eine Herausforderung für exportorientierte heimische Vermarkter. Nicht zuletzt da sich auch die Produktion Deutschlands, Österreichs Hauptzielmarkt für Tafeläpfel, mit 1,08 Mio. t, + 6 % zum Vorjahr im oberen Bereich der vergangenen Jahre bewegt. Der Druck könnte steigen.

Winterzwiebelvermarktung abgeschlossen
Die Vermarktung von heimischen Winterzwiebeln war im August weitgehend abgeschlossen. Der Erntefortschritt bei Sommerzwiebeln verlief unterdessen witterungsbedingt holprig. Immer wieder mussten die Erntearbeiten aufgrund zahlreicher Niederschläge unterbrochen werden. Nichts desto trotz nahm das Angebot an Sommerzwiebeln weiter zu, auch wenn sich die gemeldeten Hektarerträge im Rahmen hielten. Der niederösterreichische Erzeugerpreis für Zwiebeln lose, sortiert in Kisten wurden mit durchschnittlich 20,00 EUR/dt,15 % unter Vormonatsniveau fortgeschrieben.

Heimische Kartoffelerträge zufriedenstellend, Qualitative Unsicherheiten bei Lagersorten
Vor Beginn der heimischen Einlagerungsperiode wurde von recht zufriedenstellenden Erträgen berichtet d.h. die Ernteerwartung trotz regional massiver Hagelereignisse als durchaus positiv beschrieben. Von überdurchschnittlichen Ergebnissen in den Spätgebieten Ober- und Niederösterreichs bis zu unter 30 t/ha in den Trockengebieten des Weinviertels scheint heuer alles dabei zu sein. Qualitätsprobleme und Schädlingsdruck durch Fäulnis, Zwiewuchs, Hohlherzigkeit und Drahtwurm könnten allerdings die Lagerfähigkeit und damit den Netto- Output nachhaltig dezimieren. Die niederösterreichischen Anschlusssorten wurden im August mit durchschnittlich 20,00 EUR/dt auf ansprechenden Niveau bewertet. Die hitzebedingt schwachen Erträge in Osteuropa und den Balkanländern könnten heuer mehr Türen für Kartoffelexporte heimischen Ursprungs öffnen.

Die Gesamtproduktion der größten westeuropäischen Produzentenländer (PL, DE, BE, NL) für Speisekartoffeln wird voraussichtlich rund 22,4 Mio.t betragen (497.700 ha). Dies ist weniger als letztes Jahr und hauptsächlich der reduzierten Anbaufläche (- 4,6 % z.VJ.) geschuldet, liegt aber dennoch annähernd auf dem 5-Jahres-Durchschnitt. Wie in Österreich gibt es noch viele Unsicherheiten betreffend Qualität (Fäulnis, Hohlherzigkeit, Wachstumsrisse etc.) sowie Erntebedingungen und Lagerfähigkeit. Es wird mit einer relativ großen Differenz zwischen Brutto-und Nettoertrag gerechnet. Mit den Qualitätsproblemen und einer fraglichen Eignung für die Lagerhaltung könnte die mittelfristige Perspektive durchaus für steigende Rohstoffpreise (Pommes & Co) sorgen. Die Kursbewegungen der EEX (European Processing Potatoe Futures) deuten dies bereits an. Aktuell lag der höchste Kurs für den April 22 - Kontrakt bei 19,50 Euro/dt (Stand 21.09)

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