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Max-Henrik Fabian, IFH Köln auf der DOGK 2021:

"Wo bitte geht's zum Verbraucher?"

Diese Woche starten wir mit der Vorstellung der einzelnen Vorträge des Deutschen Obst und Gemüse Kongresses 2021. Den Anfang macht Max-Henrik Fabian von IFH Köln. Er sagt, dass Verbraucher noch nie so viele Möglichkeiten hatten, einkaufen zu gehen, wie heute. Dieses große Angebot ist als eine von vielen Herausforderungen für den Einzelhandel und die Lieferanten zu verstehen. Zur Einordnung des Konsumverhaltens verschiedener Verbraucher stellt Fabian das von der IFH Köln erstellte "Einkaufsstellenportfolio" vor. 


Max-Henrik Fabian

Bequemlichkeit, Online-Affinität und Nachhaltigkeit
Dabei beleuchtet Fabian drei Aspekte mit denen der Einzelhandel künftig rechnen muss: Bequemlichkeit, Online-Affinität und "nachhaltig denkende Verbraucherinnen und Verbraucher." 77% der Verbraucher sei ein geringerer zeitlicher Aufwand wichtig, 60% stören sich am großen Andrang von Menschen und den langen Wartezeiten, während 85% Lebensmittelgeschäfte aufsuchten, in denen sie den gesamten Einkauf erledigen können. Bequemlichkeit bzw. "Convenience" führe bei den Verbrauchern dazu, sich nach entsprechenden Alternativen umzuschauen.

Um dies besser veranschaulichen zu können, hat das IFH Köln ein sogenanntes "Einkaufsstellenportfolio" erstellt, um das Konsumverhalten von bestimmten Verbrauchergruppen nachvollziehen zu können. Dabei sind Discounter und Supermärkte bei allen Verbrauchern als Einkaufsstelle zu finden. Zwar habe sich der Umsatz für die Online-Shops erhöht, jedoch seien die virtuellen Läden nur als Ergänzung zum stationären Handel zu sehen. Gleichzeitig habe Fabian zufolge etwa der klassische "Schaufensterbummel" einen Rückgang von -16 bis -17% erlebt.  

Gewinner und Verlierer 2020 im Vergleich zu 2019
Die hohe Wettbewerbsdichte - Fabian spricht hierbei unter anderem über den Fachhandel, SB-Warenhäuser, Convenience-Verkauf (Tankstelle, etc.), Wochenmarkt, etc. - wurde im letzten Jahr stark dynamisiert. Der funktionale Online-Handel, zu dem auch stationäre Händler und Hersteller zählen, ist mit einer Umsatzzunahme von 42% als Gewinner anzusehen. Doch auch anderweitige Online-Händler durften sich eines Zuwachses von 41,5% erfreuen.

Während Corona haben etwa +17% der Verbraucher ihren Einkauf um eine Woche geplant, während +6% zwei bis drei Tage im Voraus planten. Der Online-Lebensmitteleinkauf ließe sich sowohl auf die Bequemlichkeit als auch auf eine andere Anspruchshaltung der Verbraucher zurückführen. Immerhin kauften 39% Obst und Gemüse online und wiesen Bequemlichkeit als Hauptgrund an. Trotz der Tatsache, dass sich die absolute Wachstumsrate im Online-Handel in Deutschland im Jahr 2020 verdreifacht hat, sei der Obst- und Gemüseverkauf noch nicht so profitabel, wie Fabian am Beispiel des Unternehmens Gorillas aufzeigt.

Schließlich lande frisches Obst und Gemüse beim Lebensmitteleinkauf meistens auf dem untersten Platz. Angeführt wird die Liste nämlich von haltbaren Lebensmitteln, Getränken, Güterwaren, etc. Fabian vermutet aber eine bald aufkommende Trendwende: "Ich bin mir sicher, dass sich der Online-Lebensmittelhandel noch stark unter seinem eigenen Potenzial bewegt. Das liegt an einem äußerst limitierenden Faktor, nämlich der Liefergebietsabdeckung. Einer Studie der IFH Köln von 2019 zufolge haben nur 19% der Bevölkerung die Möglichkeit, online Lebensmittel zu bestellen. Der Fokus liegt hierbei auf Ballungsgebiete wie etwa Hamburg, Hannover, Berlin, Frankfurt, München oder Nürnberg. Immerhin leben auch 60% der Bevölkerung in diesen Ballungsräumen."

Neue Player verändern den Markt
2020 kamen viele neue Player ins Spiel, die die Dynamik stark verändert haben. Als Beispiel führt Fabian erneut das Berliner Unternehmen Gorillas an. Im Mai 2020 gegründet, fing es bereits Juni 2020 mit seinen Lieferungen an und konnte über 2,5 Mio. Bestellungen entgegennehmen. Andere Unternehmen wie etwa Picnic oder Flaschenpost hätten ebenfalls für eine erhebliche Dynamik gesorgt.

Noch sei das Geschäftsmodell nicht profitabel. Allerdings zeige sich etwa am Beispiel des Unternehmens Zalando, einem Fashion und Accessoire-Händler, dass das Potenzial dieses Geschäftsmodells künftig neu evaluiert werden müsste. Fabian: "Wir kommen zu dem Schluss, dass sich aufgrund des veränderten Konsumverhaltens, diese Entwicklung enorm beschleunigen wird."

Bio-Märkte: Umsatz von 14,9 Milliarden Euro
Zum Ende seines Vortrags geht Fabian auf weitere Aspekte wie etwa Nachhaltigkeit und Online-Affinität ein. Demnach hätten Bio-Märkte in Deutschland 2020 einen Umsatz von 14,9 Milliarden Euro erzielt. Doch auch das Thema gesunde Ernährung und Regionalität ist Vielen wichtig. Ferner sei auch die Zahl an vegetarisch und vegan lebenden Personen gestiegen. Diese seien wiederum besonders gut informiert und "preissensibel". Um sie - aber auch alle anderen Verbrauchergruppen - erreichen zu können, sagt Fabian: "Man sollte nicht grundsätzlich Wege zum Verbraucher, die es gibt, ausschließen, sondern viel eher mit einem weit diversifizierten Portfolio den Verbraucher erreichen."

Unsere Fotoreportage zum Deutschen Obst und Gemüse Kongress 2021 finden Sie hier.

Weitere Informationen:
Max-Henrik Fabian
IFH Köln GmbH
Dürener Straße 401b
D - 50858 Köln
Tel.: +49 221/943607-0
E-Mail: info@ifhkoeln.de 
URL: www.ifhkoeln.de 

 


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