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Duisburger Großhändler Sven Nüchter zur Corona-Problematik

"Rückkehr zur Normalität ist definitiv ein langer Weg"

Am Großmarkt in Duisburg hat die Corona-Pandemie hart zugeschlagen. Das Gros der dort ansässigen Händler hat sich zum wesentlichen Teil auf die beiden Sparten Gastronomie und Großverbrauch spezialisiert und somit beträchtliche Umsatzeinbußen gelitten. Obwohl das Tief nun überwunden scheint, werden die längerfristigen Folgen der Pandemie den Handel noch lange begleiten, meint Großhändler Sven Nüchter, Inhaber Willi Nüchter GmbH & Co KG, auf Nachfrage von Freshplaza.de.

Die Umsatzeinbrüche bei den einzelnen Gastronomen seien sehr unterschiedlich, betont Nüchter. "Nicht jeder kann mit einem Abhol- oder Lieferservice punkten. Denn jeder muss für sich entscheiden ob sich eine derartige Dienstleistung überhaupt lohnt und ob es konzeptuell in der Praxis umsetzbar ist. Wir stellen fest, dass diejenigen die in der Innenstadt sitzen größere Probleme haben jemanden zur Abholung zu bewegen. Je teurer das Speiseprogramm, desto schwieriger sind solche Geschäftsmodelle umsetzbar."


Peter Nüchter (im Bild) übergab die Firma vor etwa drei Jahren seinem Sohn Sven, der das Unternehmen seitdem in 4. Generation führt. 

Die befürchtete Pleitewelle innerhalb der Gastronomie sei laut Nüchter bislang noch nicht zu beobachten. Nüchter: "Leiden werden bestimmt alle, nur der Schritt tatsächlich Insolvenz zu beantragen, fehlt bei vielen Gastrobetrieben noch. Von einer Insolvenzwelle zu sprechen, ist daher noch zu früh. Für uns als Lieferant ist die Lage jedenfalls sehr unglücklich. Denn auch für uns ist dieser Zustand nicht bis in die Unendlichkeit zu ziehen." Seitens der Stadt wurde bislang lediglich eine Stundung des Mietzinses angeboten, bestätigt Nüchter.

Beeren & Exoten auf minimalstem Niveau
Die Gastronomie umfasst etwa 60-70 Prozent der Betriebsumsätze, der restliche Teil entfällt auf Krankenhäuser, Kitas und sonstige Gemeinschaftsverpflegung. Dies macht sich auch auf Produktebene bemerkbar. "Standard-Artikel werden nach wie vor genommen, Exoten und Beerenfrüchte sind hingegen nahezu aus dem Programm verschwunden. Die Mengenabnahme bei diesen Artikels ist bemerkbar auf minimalstem Niveau gesunken."

Rechts: Lieferfahrzeug der Firma Nüchter.

Die Kollegen des ebenfalls am Duisburger Großmarkt ansässigen Unternehmens Weitz entschlossen sich krisenbedingt ihre Ware über eine Online-Plattform an den Endverbraucher zu vermarkten. Eine ähnliche Vermarktungsstruktur - sei es eben zur Überbrückung - käme für die Firma Nüchter nicht in Frage. "Der Umsatz pro Haushalt ist im Verhältnis zum Großhandel sehr bescheiden, deshalb ist das Geschäftsmodell für uns eher weniger von Interesse. Außerdem hat man weiterhin die Logistikkosten, bei uns eben Hauptkostentreiber in der alltäglichen Betriebspraxis."


Einblick ins Firmenlager beim Großmarktbesuch von FreshPlaza im Jahr 2017

Zukunft des Großmarktes
Normalerweise hätte die Firma Nüchter im vergangenen Jahr ihre 100-jähriges Bestehen gefeiert. Das Unternehmen ist seit jeher in der örtlichen Großmarkthalle beheimatet und möchte auch in Zukunft dort bleiben. "Keiner kann vorhersagen wie die Welt nach Corona aussieht. Der Rückkehr zur Normalität ist definitiv ein langer Weg. Aufgrund der Vielfalt und Zusammenarbeit mit anderen Firmen ist es aus meiner Sicht auch in Zukunft sinnvoll auf dem Großmarkt zu bleiben."

Weitere Informationen:
Willi Nüchter GmbH & Co KG
Inh. Sven Nüchter 
Auf der Höhe 10 
47059 Duisburg (Großmarkt)
Telefon: +49 203 310353
info@willinuechter.de 


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